Kinder sitzen an einem Tisch in der Schulkantine. Auf den Tabletts haben sie ein reichhaltiges Essen.
Schulessen für eine bessere Welt

Satt allein ist nicht genug!

Wie wir uns ernähren, entscheidet über unsere Gesundheit, unsere Energie und Konzentrationsstärke sowie unser Wohlbefinden. Für viele Kinder weltweit ist das Schulessen die einzig sichere Mahlzeit am Tag. Doch eine zukunftsfähige Verpflegung an Schulen kann viel mehr als satt machen: Sie stärkt ganze Gemeinden und legt den Grundstein für eine Welt ohne Hunger.

Hungrig zur Schule

Mehr als 100 Millionen Kinder im Globalen Süden kommen täglich hungrig in die Schule. Auch in Deutschland hat jedes fünfte Kind am Morgen noch nicht gegessen. Doch selbst wer satt wird, kann mangelernährt sein: Ohne wichtige Nährstoffe im Essen fehlen Kraft und Abwehrkräfte. Das macht Kinder anfällig für Krankheiten und raubt ihnen die Konzentration zum Lernen.

Eine gesunde, vielfältige Ernährung ist ein Menschenrecht. Doch vielen Kindern wird genau das verwehrt – auch in Deutschland. Schulverpflegung legt deswegen das Fundament für erfolgreiche Bildung. Als häufig einzige Mahlzeit des Tages trägt sie nachhaltig zur Entwicklung der Kinder bei und schafft Ernährungssicherheit.

Mit Schulessen die Armut durchbrechen

Schulmahlzeiten machen den Schulbesuch attraktiver und entlasten Familien. Dadurch schützen sie vor Kinderarbeit, können Mädchen vor früher Heirat bewahren und tragen dazu bei, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Durch regelmäßige Bildung verbessern Kinder ihre Zukunftsperspektiven. Gleichzeitig hat die Schulverpflegung das große Potential, zum strategischen Hebel für gerechte Entwicklung vor Ort zu werden.

Was Brot für die Welt tut

Gemeinsam mit Partnerorganisationen in Lateinamerika, Asien und Afrika setzt sich Brot für die Welt für eine Schulverpflegung ein, die konsequent lokale Erzeuger*innen einbindet: Kleinbäuerliche Familien liefern die Lebensmittel für das Schulessen. Sie können ihr Wissen über gesunde Ernährung und umweltfreundliche, klimaangepasste agrarökologische Anbaumethoden ausbauen, dadurch bessere Erträge erzielen und erhalten ein stabiles Einkommen. Lokale Märkte, Kreisläufe und Gemeinden werden gestärkt. Kinder legen Schulgärten an, Gemüse und Obst aus diesen wird zum Kochen in der Schule verwendet. Ziel ist ein System, das langfristig eigenständig funktioniert und ohne Unterstützung von außen bestehen kann.

 

„Mahlzeiten bereitstellen genügt nicht. In der Schule muss mit Zutaten aus der Umgebung gekocht werden.“

Stig Tanzmann

Referent Landwirtschaft

Malawi: Schulgärten gegen den Hunger

In einigen Regionen Malawis fallen die Ernten durch Dürren und Starkregen immer wieder aus, viele Familien haben dann nichts zu essen. Das bedeutet, dass gerade in dieser Zeit Kinder hungrig in die Schule kommen.

An einigen Schulen des Landes aber weichen inzwischen karge Böden grünen Gärten. Die Schülerinnen und Schüler schützen selbstgepflanzte Beete mit Gräben vor Erosion und fangen Regenwasser für die Trockenzeit auf. Sie stellen Naturdünger her und bauen Pflanzen in fruchtbaren, Schatten spendenden Mischkulturen an. All das sind Prinzipien der Permakultur, die unsere Partnerorganisation SCOPE vermittelt.

Das Wissen aus der Schule tragen die Kinder nach Hause in ihre Familien, die dadurch ebenfalls Obst und Gemüse in Permakultur anbauen können. Die Schulgärten ernähren so nicht nur die Kinder, sondern vermitteln Wissen, das die Kinder weitergeben. Das fördert die Selbstversorgung in den Gemeinden und eine klimafreundliche Landwirtschaft, die auf Agrarökologie als Rahmen für nachhaltige Landwirtschaft setzt.

Unterstützen Sie gesundes Schulessen

Brot für die Welt unterstützt in vielen Projekten weltweit gesundes Schulessen. Seien Sie dabei, helfen Sie uns mit einer Spende.

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Zukunftsfähige Schulverpflegung: Viel mehr als gesundes Essen

Hunger und Mangelernährung zu überwinden und das Recht auf Nahrung für alle Menschen zu verwirklichen, ist ein zentrales Ziel der Arbeit von Brot für die Welt. Gemeinsam mit Partnerorganisationen setzen wir uns deshalb für nachhaltige Ernährungssysteme ein. Schulessen spielt dabei eine wichtige Rolle, weit über das Klassenzimmer hinaus:

  • Individuell versorgt es Kinder mit lebenswichtiger Nahrung und vermittelt Wissen über gesunde Ernährung.
  • Lokal sichert es Einkommen für Erzeuger*innen, stärkt Familien und Gemeinden.
  • Global trägt es zu nachhaltigen Anbaumethoden und gerechteren Ernährungsperspektiven bei.

Landwirtschaft grundlegend verändern

Hunger lässt sich nicht dauerhaft durch humanitäre Hilfe überwinden. Entscheidend ist eine Landwirtschaft, die auf Agrarökologie setzt, das heißt, Böden fruchtbar hält, Wasser schützt und vielfältige Kulturen statt Monokulturen fördert. So können Familien ihre Ernten langfristig sichern, auch in Zeiten von Klimakrise und Extremwetter.

Eine nachhaltige, regionale Schulverpflegung kann diesen agrarökologischen Wandel unterstützen und Anbaumethoden fördern, die Umwelt und Gesundheit gleichermaßen schützen. So wird das Schulessen zu einem Baustein bei der Überwindung von Hunger – nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft.

„Um das Recht auf Nahrung zu verwirklichen, braucht es eine gerechte und nachhaltige Schulverpflegung – da gibt es sowohl in Deutschland als auch im Globalen Süden Nachholbedarf.“

Stig Tanzmann

Referent Landwirtschaft

Brasilien: Frisches Bio-Essen für öffentliche Kitas und Schulen

Brasilien ist weltweit bekannt für seine industrielle und leider auch pestizidreiche Landwirtschaft auf riesigen Flächen. Doch zum Beispiel im Süden des Landes wehrt sich ein Netzwerk aus kleinbäuerlichen Betrieben gegen die Macht der großen Agrarkonzerne. Unsere Partnerorganisation CAPA unterstützt die Bauernfamilien in der Umstellung auf umweltfreundliche agrarökologische Anbaumethoden und bei der Vermarktung ihrer Produkte.

Dank erfolgreicher Lobbyarbeit versorgen die regionalen Ökobetriebe inzwischen auch städtische Schulen und Kindergärten mit gesunden Lebensmitteln. „Vorher gab es in unserer Kita nur abgepackte Industrie-Cracker und Reis mit Bohnen“, erzählt Köchin Claudia Schiavon aus Südbrasilien.

Was der Gesundheit der Kinder zugutekommt, fördert zugleich die regionale, ökologische Landwirtschaft. Denn Schulen und Kitas sind verlässliche Abnehmer und geben vielen Kleinbauernfamilien die Sicherheit, vom Soja- oder Tabakanbau auf nachhaltigere Formen der Landwirtschaft umzusteigen und einen Kreislauf aus Abhängigkeit und Armut zu durchbrechen.

Projektfilm: Satt ist nicht genug!

Laos: Mit Ernährungsmythen aufräumen

Im Hochland von Laos sorgt der Klimawandel für unregelmäßige Ernten. Ein von Brot für die Welt unterstützter lokaler Verein bietet in den abgelegenen Regionen von Laos Schulungen zu gesunder Ernährung und nachhaltiger Landwirtschaft an. Familien erhalten Saatgut, Zuchtziegen und Fische für den Start, in den Schulen werden Schulgärten angelegt und Gemüse angebaut.

Die Schülerinnen und Schüler kümmern sich um die Beete und dank des Gemüses wird das Schulessen vielfältiger. Ihr neues Wissen bringen sie mit nach Hause und legen mit ihren Familien eigene Gärten an. Ertragreiche, umweltfreundliche Anbaumethoden sichern hier wie an vielen anderen Orten eine ausgewogene Ernährung – und stärken die Zukunftschancen der Kinder.

Was Sie tun können

Auch in Deutschland muss die Schulverpflegung zur Stellschraube für Veränderungen werden. Die Beispiele unserer Partner*innen zeigen, was deutsche Behörden von ihnen lernen können, beispielsweise vom Nationalen Ernährungsrat in Brasilien oder beim selber Kochen in Schulen.

Auch nachhaltig einkaufen wirkt, denn unser Konsum hat weltweite Folgen. Wenn Schulen oder beispielsweise Universitäten oder Vereine ihr Essen nachhaltiger ausrichten, hat das Auswirkungen auf Produzent*innen weltweit.

Veränderung kann zu Hause beginnen

Im Alltag können wir mit bewussten Ernährungsentscheidungen Verantwortung übernehmen:

  • Politisch aktiv werden: Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Good Food for All“ (Essen ist ein Menschenrecht für alle) fordert die EU auf, das Recht auf Nahrung verbindlich als Grundrecht zu verankern. Ziel ist es, gesunde, nachhaltige und für alle bezahlbare Lebensmittel zu garantieren und industrielle Agrarsysteme zu reformieren.
  • Lebensmittel bewusst einkaufen: Nur so viel kaufen, wie tatsächlich verbraucht wird. Weniger Verschwendung schont Ressourcen weltweit.
  • Fair und regional wählen: Produkte aus Fairem Handel oder aus regionaler, nachhaltiger Erzeugung stärken Bäuerinnen und Bauern hier und im Globalen Süden.
  • Weniger tierische Produkte konsumieren: Eine stärker pflanzliche Ernährung entlastet Klima und Flächen und schafft mehr Spielraum für die weltweite Ernährung.
  • Außerdem können Sie mit einer Spende unsere Projekte für zukunftsfähige Schulverpflegung, nachhaltige Landwirtschaft und fairen Handel unterstützen.

Auch kleine Schritte tragen zur Veränderung bei – und diese Veränderung ist dringend nötig. Denn satt ist nicht genug. Zukunft braucht gesunde Ernährung!

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