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Ostafrika droht Hungersnot wegen Heuschreckenplage

Ostafrika wird von einer Heuschreckenplage ungekannter Ausmaße heimgesucht. Der Befall sei „beispiellos in seiner Größe und seinem Zerstörungspotenzial“, sagt die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen.

Von Christoph Schneider-Yattara am
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Christoph Schneider-Yattara Leiter Regionalbüro Horn von Afrika mehr zur Person

 Die Afrikanische Wüstenheuschrecke legt mehrmals im Jahr Eier ab.

Die Afrikanische Wüstenheuschrecke legt mehrmals im Jahr Eier ab.

Nahrungsmittelpreise steigen

Am stärksten betroffen sind aktuell Äthiopien, Somalia und Kenia. Die Heuschreckenschwärme vernichten alles Grün, auf dem sie sich niederlassen. Sie fressen ganze Felder und Weiden kahl und bedrohen so die Ernährungslage in einer Region, in der etwa zwölf Millionen Menschen schon jetzt zu wenig zu essen haben.

Bei unseren Partnern im Nordosten Äthiopiens, in der Region Afar, tauchen immer mehr kleinere Heuschreckenschwärme auf und verschlechtern bereits die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die Getreidepreise haben sich verfünffacht, die Weidetiere finden kaum mehr Futter und geben keine Milch mehr, und auf den Märkten der Region gibt es noch weniger zu kaufen als sonst. Die Mangelernährung in der Afar-Region nimmt deshalb spürbar zu.

Heuschrecken vermehren sich

Die Gemeinden wehren sich gegen die Heuschrecken und vertreiben die Schwärme, so gut sie können. Aber eine solche Plage braucht eine landesweite Antwort, die Heuschrecken müssen mit Insektiziden aus der Luft bekämpft werden. Die Kosten dafür veranschlagt die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) auf rund 70 Millionen Euro und sammelt das Geld bereits ein, aber die Heuschrecken könnten schneller sein als die Helfer, die nur wenige Flugzeuge haben. Da Meteorologen viel Regen erwarten, könnten die Schwärme um das 500-fache anwachsen. Dann stünde Ostafrika vor einer riesigen Hungerkatastrophe, insbesondere das vom Bürgerkrieg zerstörte Somalia.

Unsere Partner in Somalia berichten von großen Heuschreckenschwärmen, die sich bereits vermehren. Sie haben Nymphen entdeckt, eine noch nicht flugfähige Entwicklungsstufe der Heuschrecken, die an den Stellen, wo sie geschlüpft sind, alles abfressen, was sie finden. Wenn all diese Nymphen zu erwachsenen Heuschrecken werden, könnten sie die bewässerten Ackerflächen am Shabelle-Fluss erreichen und dort verheerende Schäden anrichten, fürchten unsere Partner. Somalia hat bereits den Notstand ausgerufen und braucht dringend Unterstützung, um die Plage zu bekämpfen und die Ernährungslage zu stabilisieren.

Schwärme breiten sich aus

Kenia ist ebenfalls stark betroffen, der größte Schwarm dort erstreckt sich über eine Fläche von ungefähr 40 mal 60 Kilometern. Und die Wanderheuschrecken breiten sich weiter aus, sie haben inzwischen auch Uganda erreicht. Die Plage fängt gerade erst an und verschlechtert bereits die Ernährungslage der Menschen. Wir unterstützen unsere Partner vor Ort so gut und so schnell wir können. Mit Ihrer Spende können Sie ebenfalls helfen.

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