ANGOLA, Luanda. Reede und Hafen von Luanda am Abend, Öltanks der staatlichen Ölgesellschaft Sonangol - Africa, ANGOLA, Luanda by night, harbour and anchorage, in front oil tanks of Sonangol, the national oil company. In Angola herrschte von 1975 bis 2002 ein blutiger Bürgerkrieg. Seine Folgen sind noch immer spürbar. In der Provinz Kwanza-Sul ist die Infrastruktur desolat, die Kindersterblichkeit hoch, viele Menschen haben nicht genug zu essen.  ACM-KS
Weltwirtschaft

Ein gerechter Welthandel kann Armut beheben

Der Welthandel ist ein Milliardengeschäft und hat das Potenzial, Armut zu bekämpfen. Doch dazu braucht die Weltwirtschaft faire Regeln.

Die Rolle der Welthandelsorganisation WTO

Die WTO wurde 1994 unter anderem mit dem Ziel gegründet, den internationalen Handel zu liberalisieren und so die Weltwirtschaft anzukurbeln. Aber diese Liberalisierung verläuft recht einseitig, da Handelshemmnisse vorrangig für die Export-Nationen im globalen Norden fallen. Die in der WTO vertretenen Entwicklungs- und Schwellenländer fordern deshalb seit langem, ihnen ebenfalls den Zugang zu ausländischen Märkten durch den Abbau von Agrarsubventionen und Protektionismus in den Industriestaaten zu erleichtern. Aber der Widerstand gegen eine gerechte Globalisierung war und ist im Norden groß. Erst bei der WTO-Ministerkonferenz in Nairobi 2015 wurde die Abschaffung von Export-Subventionen beschlossen, andere Subventionen bleiben jedoch bestehen, was die Entwicklung vieler Länder hemmt.

„Handel muss in erster Linie dem Menschen dienen.“

Mvume Dandala

ehem. Vorsitzender der gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz

Weltwirtschaft am Beispiel Afrika

Wenn zum Beispiel der afrikanische Markt mit überschüssigem Hühnerfleisch aus Europa überflutet wird, bricht der lokale Geflügelmarkt zusammen und viele Kleinbauern verarmen. Ein solcher Handel widerspricht nicht nur der christlichen Ethik, sondern auch den Vorgaben der EU. Doch die Europäische Union hält sich nicht an die schon 2009 im Lissabon-Vertrag getroffene Selbstverpflichtung, ihre Handelspolitik im Einklang mit den Menschenrechten und ihren entwicklungspolitischen Anstrengungen zu gestalten. Viele der von den Vereinten Nationen beschlossenen Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) werden verfehlt, wenn die Weltwirtschaft nicht endlich gerecht gestaltet wird und auch den Schwellen- und Entwicklungsländern faire Chancen im internationalen Handel einräumt.

Der Welthandel darf keinen Schaden anrichten

Der Ansatz der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ist so einfach wie einleuchtend: Do no harm! (Richte keinen Schaden an.) Demnach müssen alle Maßnahmen der Weltwirtschaft daraufhin überprüft werden, dass sie niemandem schaden. Dieses Prinzip sollte endlich auch im Welthandel gelten. Denn die Liberalisierung und Globalisierung darf nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt gehen. Internationale Handelspolitik sollte bei der Herstellung der Produkte auf die Einhaltung der Menschenrechte achten und den Umweltschutz fördern. Denn nur eine nachhaltige Weltwirtschaft kann dauerhaft funktionieren.

Für eine nachhaltige Weltwirtschaft

Damit der grenzüberschreitende Handel zum Motor für Gerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaften wird, müssen soziale und ökologische Standards erhöht und nicht gesenkt oder ausgehöhlt werden. Eine faire und nachhaltige Produktion muss stärker gefördert werden. Der Handel muss die Interessen von Kleinbauern im Globalen Süden respektieren, ihnen einen besseren Marktzugang ermöglichen und Klima und Umwelt schützen. Das ist gerechte Globalisierung und nachhaltige Weltwirtschaft.

Was Brot für die Welt tut

Wir setzen uns seit über 40 Jahren für mehr soziale Gerechtigkeit in der Weltwirtschaft ein. Das gilt sowohl für die multilateral verhandelten Handelsabkommen im Rahmen der WTO als auch für bilaterale Freihandelsabkommen wie CETA, TTIP oder die Abkommen mit afrikanischen Staaten. Mit der Unterstützung des Fairen Handels und seiner zahlreichen Projekte auf der ganzen Welt haben wir überzeugende Fakten geschaffen: Benachteiligte Bauern und Produzenten bekommen leichteren Zugang zum Weltmarkt und die Armut wurde nachhaltig verringert. Außerdem engagieren wir uns in Deutschland unter anderem als Gesellschafter bei GEPA, dem größten europäischen Importeur fair gehandelter Lebensmittel.

Was Sie tun können

Kaufen Sie fair gehandelte Produkte. Erzählen Sie Familie, Freunden und Kollegen, dass der Kauf solcher Produkte hilft, das Leben vieler Menschen auf der Welt zu verbessern. Engagieren Sie sich ganz in Ihrer Nähe in einer Fair-Handelsgruppe oder einer Eine-Welt-Gruppe, um ein Zeichen für eine gerechtere Weltwirtschaft zu setzen. Schreiben Sie den Abgeordneten Ihres Wahlkreises und fordern Sie sie auf, sich für einen gerechten Welthandel einzusetzen.

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