Fischerboot in der Dämmerung auf dem Meer
Nachhaltigkeit

Grundlage für Gerechtigkeit und sichere Ernährung

Nachhaltigkeit bedeutet mehr als Umweltschutz: Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass alle Menschen sich dauerhaft selbst ernähren und ein Leben in Würde führen können. Denn Nachhaltigkeit erhält die natürlichen Lebensgrundlagen, sichert die Ernährung und stärkt zugleich die Gerechtigkeit.

Nachhaltigkeit: Starke Strukturen für eine gerechte Zukunft

Nachhaltigkeit heißt: Die Wirkung soll bleiben. Das ist das Ziel aller Projekte von Brot für die Welt. Deshalb denken wir soziale Gerechtigkeit, faires Wirtschaften und Umweltschutz zusammen. Statt kurzfristiger Hilfe setzen wir auf Lösungen, die Menschen langfristig stärken – etwa durch nachhaltige Landwirtschaft, Bildung und gerechte Wertschöpfungsketten. Dies schafft Resilienz vor Ort, auch gegen Krisen wie den Klimawandel.

Gemeinsam mit lokalen Partnern arbeiten wir weltweit daran, dass Menschen ihre Zukunft selbst gestalten können – orientiert an der Agenda 2030, den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Unsere Handlungsfelder der Nachhaltigkeit sind:

  • Umwelt und Klima
  • Soziale Gerechtigkeit und Teilhabe
  • Nachhaltige Lebensgrundlagen
  • Starke Strukturen und Mitbestimmung

Umwelt und Klima

Intakte Ökosysteme sichern unsere Ernährung. Sie liefern fruchtbare Böden, sauberes Wasser und stabile Klimabedingungen. Werden sie durch Übernutzung oder Abholzung zerstört, sind Ernten langfristig gefährdet. Agrarökologische Landwirtschaft erhält die natürlichen Ressourcen und macht Gemeinschaften durch wassersparende und klimaangepasste Methoden widerstandsfähiger gegen Klimafolgen wie Dürren oder Überschwemmungen – besonders in Regionen, die ohnehin von Hunger bedroht sind. Die Partnerorganisationen von Brot für die Welt unterstützen Gemeinschaften in über 80 Ländern bei der Einführung umweltfreundlicher Anbaumethoden, beim Bau von Brunnen und Wasseraufbereitungsanlagen und bei der Bewältigung der Folgen der Klimakrise.

Vor Ort: Extremwetter und Rohstoff-Ausbeutung

Bäuer*innen im Bergland der indonesischen Insel Sulawesi erleben starke Veränderungen: Dürre, wenn Regen die Reisfelder längst mit Wasser fluten sollte. Dann wieder regnet es viel zu viel. Ein Forschungsprojekt testet gemeinsam mit fast 7.500 Bauernfamilien, wie sich der landwirtschaftliche Anbau an die veränderten Klimabedingungen anpassen lässt. Alte Reissorten beispielsweise sind widerstandsfähiger als die neuen, schnell wachsenden Züchtungen. Fruchtbarer Kompost, nur zeitweise Nutzung von Wasser bei Reisanbau und Setzlinge in größerem Abstand erhöhen die Erträge trotz schwieriger Bedingungen. Inzwischen können die Familien sich wieder versorgen und von ihren Erlösen sogar das Schulgeld für die Kinder bezahlen.

Am Rande der weltberühmten Uyuni-Salzwüste im Südwesten Boliviens in Südamerika sehen sich die Bäuerinnen und Bauern mit einem anderen Problem konfrontiert: In den Salzseen lagert fast ein Viertel der globalen Lithium-Vorkommen. Beim geplanten Abbau drohen Umweltvergiftung und starker Wassermangel. Unsere Partnerorganisation CEDIB untersucht mögliche Auswirkungen und hilft der Bevölkerung, ihre Rechte einzufordern.

Umwelt schützen, Klimawandel bekämpfen

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Soziale Gerechtigkeit und Teilhabe

Mehr als 1,1 Milliarden Menschen weltweit leben in Armut. Sie entsteht weniger durch einen allgemeinen Mangel an Ressourcen, sondern durch deren ungleiche Verteilung. Besonders häufig sind Frauen und benachteiligte Gruppen betroffen. Armut hat viele Ursachen, zum Beispiel:

  • Ungerechte Strukturen: unsichere Landrechte, Landraub, Korruption oder gesetzliche Hürden, die Frauen den Zugang zu Krediten verwehren.
  • Politische Rahmenbedingungen: zu geringe Investitionen in Bildung, Gesundheitsversorgung und sauberes Wasser, besonders in ländlichen Regionen.
  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Märkte, in denen große Konzerne Preise diktieren und kleinbäuerliche Betriebe oft keine fairen Einnahmen erzielen.

Nachhaltige Entwicklung stärkt die Teilhabe, baut Ungleichheiten ab und eröffnet Perspektiven. Unsere lokalen Partnerorganisationen arbeiten gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften daran, ihre Rechte zu stärken. Zusammen setzen wir uns für besseren Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ein – zentrale Voraussetzungen, um Armut zu überwinden – und engagieren uns dafür, bestehende Benachteiligung von Frauen abzubauen.

Vor Ort: Frauenrechte in der Textilindustrie und Bildung trotz Krieg

Fast 120.000 Frauen setzen in Textilfabriken in Honduras für internationale Modefirmen ihre Gesundheit aufs Spiel. Für einen Hungerlohn arbeiten sie im Akkord und buchstäblich bis zum Umfallen. Das „Kollektiv der honduranischen Frauen“, eine von Brot für die Welt unterstützte Organisation, setzt sich gemeinsam mit Frauen dafür ein, ihre Rechte zu stärken und gegen Ausbeutung sowie Diskriminierung vorzugehen.

Bildung bedeutet Zukunft, doch Kriege und Armut nehmen Millionen von Kindern genau diese Chance. Beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo. Es mangelt an Schulen, Ausstattung, Materialien und Lehrkräften. Unser lokale Partnerorganisation RIO versorgt Schulen mit Laptops, Büchern und Schulbänken, bildet Lehrkräfte fort und vergibt Stipendien.

Nachhaltige Lebensgrundlagen

Ein verlässliches Einkommen ist ein sicherer Weg aus der Armut. Viele kleinbäuerliche Betriebe und Kleingewerbetreibende haben jedoch nur einen eingeschränkten Zugang zu Märkten, erzielen oft geringe Preise für ihre Produkte und stehen im Wettbewerb mit großen Unternehmen, die große Ackerflächen aufkaufen und bewirtschaften. Gleichzeitig leisten gerade kleinbäuerliche Familienbetriebe einen zentralen Beitrag zur weltweiten Ernährungssicherung. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen setzen wir uns für nachhaltige Landwirtschaft ein und stärken lokale Kreisläufe, damit die Wertschöpfung in der Region bleibt.

Vor Ort: Fraueninitiative und Fair Trade

Es sind vielerorts Frauen, die ihre Familie ernähren und Wissen über traditionelle, nachhaltige Anbaumethoden weitergeben. Sie müssen deswegen besonders gestärkt werden.
Im Nordwesten Vietnams entwickeln Frauen mit Unterstützung unserer lokalen Partnerorganisation Ideen für neue Einkommensmöglichkeiten. Sie setzen dabei auf den Anbau von Zimt und den Aufbau lokaler Infrastruktur.

Im Norden Perus haben heute viele Familien ein stabiles Einkommen durch Fair-Trade-Bananen. Früher bauten sie Maniok oder Mais an, doch die Erträge reichten nicht für eine vielfältige und ausreichende Ernährung. Unsere lokale Partnerorganisation unterstützt deshalb Familien mit Anschubfinanzierungen, Saatgut und dabei, Zugang zu Fair-Trade-Märkten zu erhalten.

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Starke Strukturen und Mitbestimmung

Nachhaltige Entwicklung braucht klare Gesetze, transparente Entscheidungen und gut arbeitende Institutionen. Und Menschen, die mitreden und entscheiden können. Korruption und Unterdrückung verschärfen dagegen Ungleichheit und Armut. Brot für die Welt stärkt rund um den Globus zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für Bildung, soziale Rechte und politische Teilhabe einsetzen. Schulungen und Austauschformate befähigen lokale Akteur*innen, ihre Interessen zu vertreten. 

Vor Ort: Zivilcourage gegen Bergbau-Unternehmen und Drogenkartelle

Südafrika ist reich an Bodenschätzen. Doch ihr Abbau belastet Menschen und Umwelt stark. Arbeiter*innen arbeiten unter gefährlichen und unwürdigen Bedingungen, die lokale Bevölkerung leidet massiv unter den ökologischen Folgen. Unsere Partnerorganisationen vor Ort machen gemeinsam mit Betroffenen auf Verstöße aufmerksam, um gesetzlich verbriefte Rechte gegenüber den Bergbau-Unternehmen durchzusetzen.

In Mexiko leiden viele Menschen unter der Gewalt der Drogenkartelle und der oft unzureichenden Reaktion von Polizei und Regierung darauf. Tausende Familien suchen nach verschwundenen Angehörigen, die entführt und oft umgebracht wurden – und bleiben dabei meist auf sich allein gestellt. Partnerorganisationen von Brot für die Welt stehen ihnen bei und bieten psychologische Unterstützung. Sie informieren über gerichtsmedizinische Methoden, begleiten bei Behördengängen und vernetzen Betroffenengruppen miteinander.

Wie nachhaltig Brot für die Welt arbeitet

Nachhaltigkeit beginnt mit Selbstbestimmung. Brot für die Welt arbeitet deshalb Hand in Hand mit einem großen Netzwerk lokaler Gruppen und Organisationen. Diese wissen am besten, was ihre Gemeinschaften brauchen. Langfristig wirksame Lösungen entstehen dort, wo Menschen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen.

Eine langfristige Planung unserer Projekte ist Grundlage dafür. Nach Ende der Projekte führen lokale Partner*innen und Gemeinschaften diese fort. Wir überprüfen regelmäßig, was wirkt und was nicht und entwickeln unsere Arbeit kontinuierlich weiter. Auch mögliche Risiken wägen wir genau ab. Entwicklungszusammenarbeit kann nur dann wirksam sein, wenn sie keine neuen Abhängigkeiten erzeugt und bestehende Konflikte nicht verschärft. Wir legen transparent Rechenschaft über unsere Förderungen ab. So wird nachvollziehbar, wie Mittel eingesetzt werden und was sie konkret bewirken.

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Was Sie tun können

Jede und jeder in Deutschland kann im Alltag zu mehr Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit beitragen. Das beginnt bereits beim Einkaufen: Wer bewusst auf faire Produktionsbedingungen achtet – etwa bei Kleidung, Lebensmitteln oder technischen Geräten – unterstützt bessere Arbeitsbedingungen und trägt dazu bei, dass Produzent*innen weltweit gerechter entlohnt werden.

Auch ein informierter Blick auf globale Zusammenhänge hilft, eigene Entscheidungen besser einzuordnen. Wer zum Beispiel darauf achtet, Lebensmittel nicht zu verschwenden, Ressourcen sparsam zu nutzen und Produkte länger zu verwenden, reduziert den eigenen ökologischen Fußabdruck spürbar.

Darüber hinaus kann Engagement über den eigenen Alltag hinausgehen: Sich über globale Ungleichheiten zu informieren, Gespräche im eigenen Umfeld anzustoßen oder Initiativen für mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen, trägt dazu bei, Bewusstsein zu schaffen und Veränderungen zu fördern. Wer möchte, kann auch die Arbeit von Organisationen unterstützen – etwa durch eine Spende oder ehrenamtliches Engagement – und so konkrete Projekte für nachhaltige Entwicklung stärken.

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Kleinbäuerin Claudine Hashazinyange mit Avocados vom Baum ihres Schwiegervaters. Schülerinnen in Äthiopien

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