Die Auswirkungen des Klimawandels wie auch des Wetterextrems El Niño treffen Menschen hart. Brot für die Welt unterstützt zusammen mit vielen Partnerorgansiationen vor Ort die Menschen in der Bewältigung der Folgen: Durch angepasste Landwirtschaft, effiziente Wassernutzung und Resilienzmaßnahmen. Seien Sie dabei.
El Niño trifft Klimawandel
El Niño ist ein Wetterphänomen, das für Millionen Menschen weltweit verheerende Folgen hat. Alle paar Jahre erwärmt sich der Pazifik ungewöhnlich stark. Die Folge: ein Wetterextrem, das Dürren, Fluten und Missernten auslösen kann. Der Klimawandel könnte dieses Phänomen zusätzlich verstärken – für 2026/2027 wird ein besonders starker El Niño erwartet. Doch was ist El Niño überhaupt?
Gibt es 2026 und 2027 einen Super-El-Niño?
Etwa alle zwei bis sieben Jahre ereignet sich auf der Welt ein El Niño. Die Weltwetterorganisation (WMO) prognostiziert für die Saison in den Jahren 2026/2027 einen besonders starken El Niño.
El Niño ist ein Wetterphänomen, das auf ein ohnehin schon aufgeheiztes Klima trifft. Zuletzt ereignete sich ein El Niño erst vor drei Jahren (2023/2024) – und schon damals trug er dazu bei, dass das Jahr 2024 zum bislang wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde. Der El Niño ab 2026 könnte diesen traurigen Rekord brechen.
Denn Klimawandel und El Niño könnten sich zu einem gefährlichen Gemisch vereinen – so dass Journalist*innen und Klimaexpert*innen von einem „Super-El-Niño“ sprechen. Es ist der Versuch zu verdeutlichen, was die Welt bei diesem El Niño erwartet: Ein besonders ausgeprägtes Ereignis, bei dem sich die Meeresoberfläche bereits besonders stark erwärmt (auf dem Satellitenbild oben auf dieser Seite sichtbar).
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„El Niño steht nicht nur vor unserer Haustür – er ist bereits im Haus und dreht die Heizung auf. Und das ist erst die Vorstufe. El Niño gewinnt an Stärke – und gießt Öl ins Feuer eines Planeten, der ohnehin schon in Flammen steht.“
António Guterres
UN-Generalsekretär
Was ist El Niño?
El Niño ist ein natürliches Wetterphänomen, das im Pazifik entsteht, aber Auswirkungen auf das Wetter der ganzen Welt hat. Es ist Teil des sogenannten ENSO-Systems (El Niño Southern Oscillation), einem Zirkulationssystem im Pazifik, das in drei Phasen unterteilt wird: El Niño, La Niña und eine neutrale Phase.
Normalerweise wehen zwischen der Küste Südamerikas und den Küsten Australiens und Indonesiens starke Winde, die sogenannten Passatwinde. Sie sorgen dafür, dass kalte und warme Meeresströmungen zirkulieren. In der normalen Phase ist alles im Gleichgewicht: Die Winde treiben das warme Oberflächenwasser des Pazifiks Richtung Indonesien. Vor der Küste Südamerikas hingegen steigt kaltes nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben. Die Wassertemperaturen im Pazifik entsprechen etwa dem langjährigen Durchschnitt.
Alle paar Jahre lassen die Passatwinde nach oder kehren sich sogar um. Das warme Wasser treibt dann nicht mehr Richtung Australien, sondern zurück nach Südamerika. Die Folge: Kaltes Wasser kann nicht mehr aufsteigen, das Wasser vor der Küste Südamerikas erwärmt sich stark. Die Zirkulation kommt zum Erliegen, wodurch sich sowohl Meer als auch Luft weiter erwärmen.
La Niña ist sozusagen das Gegenteil von El Niño: Die Passatwinde wehen kräftiger als üblich, wodurch sich das Meerwasser im zentralen und östlichen Pazifik stärker abkühlt. Über Australien und Indonesien regnet es dann besonders viel, während es im mittleren Pazifik trockener wird.
Welche Auswirkungen hat El Niño weltweit?
Auch wenn El Niño und La Niña im Pazifik entstehen, beeinflussen sie das Wetter auf der ganzen Welt – von verheerenden Dürren in Südamerika bis zu starken Regenfällen und Überschwemmungen auf der anderen Seite des Pazifiks in Asien und Australien. Auch in entfernten Gebieten wie der Sahelzone oder Ostafrika sorgt El Niño für Überschwemmungen.
Die Auswirkungen von El Niño spüren Menschen auch in Deutschland, etwa an der Supermarktkasse. Denn das Wetterphänomen trifft wichtige Anbauregionen weltweit. Aufgrund der knapperen Waren steigen die Preise.
Woher kommt der Name El Niño?
Der Name El Niño – spanisch für „das Christkind“ oder „der Junge“ – geht auf peruanische Fischer zurück. Sie beobachteten schon vor Jahrhunderten, dass sich das Meerwasser vor der Küste Südamerikas rund um die Weihnachtszeit in manchen Jahren ungewöhnlich erwärmte. Für die Fischer hatte diese Erwärmung unmittelbare Folgen: Die Fische blieben aus, weil das Plankton – winzig kleine im Wasser lebende Organismen und die Nahrungsgrundlage der Fische – aufgrund der hohen Wassertemperaturen abstarb.
Zerstörte Infrastruktur ebnet Krankheiten den Weg
El Niño richtet Schäden über längere Zeit hinweg an: Wochenlange Regenfälle sorgen beispielsweise für stehendes Wasser, in dem Mücken ideale Brutbedingungen finden. Die Folge: Immer mehr Menschen erkranken an Malaria oder an Dengue-Fieber, da beides über Mücken übertragen wird.
Gleichzeitig sorgt durch El Niño ausgelöster Starkregen für Überschwemmungen von Straßen, sanitären Anlagen und der Wasserversorgung. Durch verunreinigtes Trinkwasser wird die Ausbreitung von Cholera begünstigt. So bleiben die gesundheitlichen Belastungen in den betroffenen Regionen oft noch lange nach dem eigentlichen Wetterereignis bestehen.
Missernten und Hunger drohen
Für Millionen Menschen, die von der Landwirtschaft leben, könnten die Wetterextreme, die El Niño mit sich bringt, über Hunger und Wassermangel entscheiden. Überschwemmungen und Dürren vernichten Ernten, raffen Viehbestände dahin, und beschädigen wichtige Infrastruktur wie Straßen, Lagerhäuser und Bewässerungssysteme – wichtige Grundlagen für die landwirtschaftliche Versorgung.
Die Folge: Die Nahrungsmittelproduktion sinkt, Märkte geraten aus dem Gleichgewicht. Wenn weniger Lebensmittel verfügbar sind, steigen die Preise – und Nahrungsmittel werden für viele Menschen unerschwinglich. Besonders hart trifft es Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie Viehzüchterinnen und Viehzüchter, deren Existenz von verlässlichen Regenfällen abhängt.
Wo Nahrung und Wasser knapp werden, nehmen auch Konflikte um die knappen Ressourcen zu – in vielen Fällen bleibt den Menschen am Ende keine andere Wahl, als ihre Heimat zu verlassen. Millionen Menschen weltweit sehen sich deswegen dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.
Lernen, mit Wetterextremen umzugehen
Der Klimawandel könnte Wetterphänomene wie El Niño zusätzlich verstärken – mit dramatischen Folgen für jene Menschen der Erde, die am wenigsten zu den klimatischen Veränderungen beigetragen haben.
Umso wichtiger, dass die Menschen darauf vorbereitet sind, mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen umzugehen und ihren Lebensunterhalt, ihre Ernährung, ihre Zukunft zu sichern.
So hilft Brot für die Welt
Mit unseren Projekten tragen wir unseren Teil zur Ernährungssicherheit bei. Hier einige Beispiele unserer Arbeit:
In Südindien herrscht derzeit eine extreme Trockenheit: die Niederschläge liegen 60 Prozent unter dem Durchschnitt, begleitet von ungewöhnlich hohen Temperaturen. Nach Einschätzung unserer Partnerorganisationen vor Ort ist das eine Folge von El Niño. Die Organisation ICRA aus der Region Karnataka besprüht ihre Felder derzeit mit Hilfe von mobilen Wasserbehältern, um Ernten zu retten – eine Lösung, die viel Zeit und Geld kostet.
In Peru unterstützt unsere Partnerorganisation CEDEPAS Kleinbäuerinnen und -bauern, mit den Auswirkungen des Klimawandels, wie einem niederschlagsbedingten Pilzbefall, umzugehen. Die Menschen lernen auch, aufgrund früherer Erfahrung mit El Niño Maßnahmen zur Anpassung vorzunehmen, um weiterhin Fair Trade-Produkte erfolgreich anbauen zu können.
Auch auf den afrikanischen Kontinent wirkt sich El Niño aus: Er verstärkt das durch den Klimawandel ohnehin schon hohe Risiko für schwere Dürren und Ernteausfälle. In Simbabwe setzt unsere Partnerorganisation MEDRA auf solarbetriebene Tiefbrunnen und klimaangepasste Landwirtschaft, um die Gesundheit, die Ernährungssicherheit und das Einkommen der Menschen vor Ort zu verbessern.
Diese Beispiele zeigen eindrücklich: Mit gezielter Unterstützung und internationaler Solidarität können Menschen weltweit den Herausforderungen von El Niño und Klimawandel begegnen – für eine sichere Zukunft, für sich und kommende Generationen.
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Hinweis: Die Spendenbeispiele sind symbolisch. Durch Ihre zweckungebundene Spende ermöglichen Sie uns dort zu helfen, wo es am dringendsten ist.
56 € ( Spendenbeispiel ) Mit 56 € kann zum Beispiel ein Hygiene-Paket für eine geflüchtete Familie finanziert werden.
100 € ( Spendenbeispiel ) Mit 100 € kann zum Beispiel Gemüse-Saatgut für die Bewirtschaftung von ca. 10 Feldern bereitgestellt werden.
148 € ( Spendenbeispiel ) Mit 148 € kann zum Beispiel ein Regenwassertank mit 2.000 Liter Fassungsvermögen gekauft werden.
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