Beauty Nyathi (45) wässert ihr Feld im Community-Garten.Partnerorganisation: Consorcio

Brunnen sichern Zukunft

Im Zentrum von Simbabwe führt der Klimawandel zu Wasserknappheit und Ernteausfällen. Eine Partnerorganisation von Brot für die Welt errichtet dort solarbetriebene Tiefbrunnen. Dank des sauberen Wassers und umfassender Schulungen verbessern die Menschen ihre Gesundheit, ihre Ernährung und ihr Einkommen.

Wasser: ein kostbarer Rohstoff

„Euer Wasser kommt aus der Tiefe der Erde“, betont Giyani Siwela. „Ihr müsst vorsichtig damit umgehen. Wenn ihr eure Beete eimerweise bewässert, verschwendet ihr diesen kostbaren Rohstoff und spült wichtige Nährstoffe aus dem Boden.“ Der 47-jährige Mitarbeiter der Organisation MEDRA ist nach Mbizwo gekommen, um den Menschen im Dorf die Vorteile der Tröpfchenbewässerung zu erläutern. Er hält eine aufgeschnittene Plastikflasche mit durchlöchertem Boden in die Höhe. „Benutzt diese Dinger“, betont er. „Sie sind viel besser als große Kanister. Oder nehmt einen Schlauch. Den könnt ihr als Gruppe anschaffen. Das ist viel günstiger für jeden Einzelnen.“

Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft und Hygiene

Die Bäuerinnen und Bauern nicken. Mit Kleintierhaltung und Gartenbau erwirtschaften sie inzwischen ein kleines Einkommen. 49 Dorfbewohnerinnen und -bewohner haben sich in fünf Gruppen zusammengeschlossen, die große Mehrheit sind Frauen. Die Männer arbeiten in der Regel außerhalb des Dorfes als Goldsucher, Bauarbeiter oder Erntehelfer. Giyani Siwela und andere Fachkräfte der Partnerorganisation von Brot für die Welt haben die Menschen in nachhaltiger Landwirtschaft, Viehzucht und Gemüseanbau geschult, ebenso wie in Wassermanagement, Hygiene und Gesundheitsfragen. Und vor allem haben sie sie dabei unterstützt, sich als Gemeinschaft besser zur organisieren. „MEDRA hat uns gezeigt: Gemeinsam sind wir stark!“, sagt Beauty Nyathi. Sie leitet eine der fünf Gruppen im Dorf. 

Die Klimakrise verschärft die Lebensbedingungen

Bis vor ein paar Jahren zählte das Dorf Mbizwo zu den ärmsten Gemeinden des Landes. Statt grüner Gemüsebeete bedeckte Dornengestrüpp den staubtrockenen Boden. Da der Grundwasserspiegel hier sehr tief liegt, konnten die Bewohnerinnen und Bewohner keine Brunnen bauen. Das Wasserholen am Fluss oder aus Wasserlöchern dauerte stundenlang. Zudem war das Wasser oft nicht sauber, da es auch von Tieren zum Trinken und Baden genutzt wurde. Die 80 Familien des Dorfes lebten vom Ackerbau und ein paar mageren Rindern. Weil der Regen durch Klimawandel und Wetterphänomene wie El Niño aber nur noch unregelmäßig fällt, ernteten sie immer weniger Mais, Hirse oder Sorghum. „Wir hatten oft nur eine Mahlzeit am Tag“, sagt Beauty Nyathi. 

Tiefbrunnen und Wassertanks

Heute schöpfen die Menschen Wasser aus ihrem solarbetriebenen Brunnen. Bei Projektbeginn 2021 stießen von MEDRA beauftragte Ingenieure bei einer Probebohrung auf Wasservorkommen in über 100 Meter Tiefe. Sie errichteten daraufhin einen Tiefbrunnen. Doch das Pumpen per Hand erforderte viel Kraft; Frauen und Mädchen konnten die Schwengel kaum bedienen. Deshalb vereinbarte MEDRA 2024 mit der Dorfgemeinschaft, auch eine solarbetriebene Pumpe sowie eine Wasserstelle mit zwei Zapfhähnen zu installieren – neben Wassertanks und einem Rohrleitungssystem für den neuen Gemeinschaftsgarten. Doch MEDRA legte Wert darauf, dass die Dorfbewohnerinnen und -bewohner Verantwortung für den Wasserzugang übernehmen: Alle halfen mit. Bis heute zahlt jede Familie einen US-Dollar im Monat als Rücklage für Reparaturen. Und ein gewähltes Wasserkomitee kümmert sich um die Instandhaltung. 

Mehr Geld für Bildung

„Durch das Projekt haben wir viel gelernt“, sagt Gruppenleiterin Beauty Nyathi am nächsten Tag auf ihrem kleinen Gehöft. Am Eingang steht ein Tippy-Tap, eine einfache, aber effektive Handwaschanlage, die sich per Fußpedal bedienen lässt. Auch das Küchenhäuschen und die belüftete Latrine sind neu. „Das alles habe ich allein erwirtschaftet.“ Am Projektbeginn hat ihre Gruppe Ziegen bekommen, die sich dank Impfungen und medizinischer Versorgung schnell vermehrt haben. Inzwischen besitzt Beauty Nyathi neben 20 Ziegen auch sechs Rinder, vier Schweine und ein paar Dutzend Hühner. Ihren Gewinn investiert sie in den Ausbau ihres Betriebes und die Schulbildung ihrer drei Kinder: Abnel, 18, geht auf die Highschool, Alerty, 15, besucht sogar ein Internat. Tawa, mit sieben der Jüngste, soll ihm später unbedingt folgen. Das Projekt hat auch die Geschlechterrollen verändert: „Wir Frauen entscheiden jetzt selbst“, sagt Beauty Nyathi.

Unterstützen Sie uns

Beauty Nyathi (45) beim Ernten von Gemuese im Community-Garten. Khumbulani Nyati (15)  hoert Musik ueber Kopfhoerer und singt mit.

Hinweis: Die Spendenbeispiele sind symbolisch. Durch Ihre zweckungebundene Spende ermöglichen Sie uns dort zu helfen, wo es am dringendsten ist.

Hinweis: Die Spendenbeispiele sind symbolisch. Durch Ihre zweckungebundene Spende ermöglichen Sie uns dort zu helfen, wo es am dringendsten ist.

Spendenbeträge

Bitte eine gültige Eingabe machen

Spendenbeträge

Als Fördermitglied spenden Sie regelmäßig (z. B. monatlich)

Mit Ihrer zweckungebundenen Spende ermöglichen Sie uns dort zu helfen, wo es am dringendsten ist.