In einer Vielzahl von Projekten stärkt Brot für die Welt zusammen mit den lokalen Partnerorganisationen die Rechte von Frauen und verbessert Lebensbedingungen. In Mexiko und in vielen anderen Ländern weltweit. Seien Sie dabei: Gemeinsam können wir die Welt zu einem besseren Ort für Frauen machen.
Mexikos Frauen kämpfen für ihre Rechte
Jährlich werden in Mexiko Hunderte Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet. Gerechtigkeit erfahren sie und ihre Hinterbliebenen kaum. Zu groß sind Korruption und Diskriminierung. Eine feministische Initiative im Bundesstaat Oaxaca ist angetreten, das zu ändern.
„Wenn es nach dem Staat geht, ist es hier friedlich. Aber wir zeigen öffentlich, dass dies nicht so ist!“ María Elena Belmonte verfolgt bei unserer mexikanischen Partnerorganisation Consorcio Oaxaca Fälle von sexuellem Missbrauch, häuslicher Gewalt und von verschwundenen und ermordeten Frauen. Denn seitens der Behörden fehlt es an ausreichender Prävention, Opferschutz, Unterstützung und konsequenter Strafverfolgung.
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„Irgendwann kam der Tag, an dem ich den Schmerz nicht mehr aushalten konnte.“
Minerva Ramírez
51 Jahre, aus Oaxaca
Mut machen, Leben retten
Mut zu fassen, die eigenen Rechte zu kennen und auf Unterstützung vertrauen zu können – das ist für Frauen, die selbst Gewalt erfahren haben, ebenso entscheidend wie für Angehörige ermordeter Frauen.
Die 51-jährige Minerva Ramírez verlor ihre Schwester durch einen Femizid: Quedma wurde von ihrem Partner erschossen, während die gemeinsame zwölfjährige Tochter neben ihr schlief. Ohne die Unterstützung von Consorcio hätte Minerva den Mord nach eigenen Worten nicht angezeigt. „Bei Consorcio habe ich gelernt, dass ich nicht unterwürfig sein und mir die Gewalt meines Mannes nicht gefallen lassen muss“, erzählt sie. „Dank der Organisation konnten wir auch das Leben meiner anderen Schwester und ihrer Kinder retten. Ihr Mann hatte sie misshandelt und gedroht, sie umzubringen. Mit Hilfe von Consorcio kam sie in ein Schutzprogramm und zog in einen anderen Bundesstaat.“
Schutz und Rechte für Frauen in Oaxaca
Der Bundesstaat Oaxaca im Südwesten Mexikos verzeichnet eine der höchsten Raten an Femiziden und geschlechtsspezifischer Gewalt des Landes. Seit mehr als 20 Jahren setzt sich dort die Organisation Consorcio para el Diálogo Parlamentario y la Equidad Oaxaca für Frauen ein, die Gewalt erfahren haben. Viele von ihnen gehören indigenen Gemeinschaften an.
Consorcio begleitet Betroffene mit rechtlicher und psychosozialer Unterstützung. Denn nicht nur die Übergriffe selbst hinterlassen tiefe Spuren. Auch langwierige Verfahren und der Kampf um Gerechtigkeit sind eine enorme Belastung.
Karte macht Gewalt gegen Frauen sichtbar
In einer digitalen Datenbank erfasst Consorcio seit Jahren Misshandlungen und Femizide, sowie verschwundene Frauen und Suizide infolge von Gewalt. Die Plattform steht öffentlich zur Verfügung, macht das Ausmaß der Gewalt sichtbar und hilft, Gerechtigkeit einzufordern.
Gewalt als koloniales Erbe
Drei Viertel der Bevölkerung des Bundesstaates Oaxaca gehören indigenen Gemeinschaften an. Viele indigene Frauen erleben Gewalt als Teil ihres Alltags – eine traurige Folge kolonial geprägter Patriarchalstrukturen, systematischer Verarmung und rechtlicher Unsichtbarkeit.
Die Frauen Oaxacas nehmen das keineswegs schweigend hin. Doch fehlendes Vertrauen in die Justiz und die Angst vor Repressalien oder gesellschaftlichem Ausschluss halten viele davon ab, Anzeige zu erstatten. Hinzu kommen geografische Abgeschiedenheit, fehlender Zugang zu Bildung und Sprachbarrieren.
Damit Frauen ihre Rechte wahrnehmen können
„Ich konnte damals kein Spanisch, wir sprachen nur Zapotekisch. Ich konnte auch nicht lesen und schreiben“, erzählt die 55-jährige Yolanda Pérez Cruz über ihren ersten Kontakt mit den Behörden. Sie stammt aus der indigenen Gemeinde San Isidro Aloápam in den bewaldeten Bergen Oaxacas. „Consorcio stellte mir einen Dolmetscher zur Seite, der mich begleitete. Ich lernte Spanisch, nahm an Workshops teil und wurde von einer Psychologin unterstützt. Ich war nicht mehr allein!“
Neben der juristischen Begleitung von Betroffenen informiert Consorcio Frauen und Jugendliche über ihre Rechte – in Workshops, an Schulen und über Gemeinschaftsradios, auch in indigenen Sprachen. Die Organisation unterstützt lokale Netzwerke und stärkt Menschenrechtsverteidigerinnen, die sich öffentlich gegen Gewalt und Ungerechtigkeit einsetzen – und dadurch oft selbst bedroht werden.
Kampf gegen den „Ehrenmord“!
Der vollständige Name von Consorcio bedeutet übersetzt „Vereinigung für parlamentarischen Dialog und Gleichstellung“. Übergeordnetes Ziel ist es, patriarchal geprägte Strukturen zu verändern und Frauenrechte dauerhaft zu stärken. Durch beharrliche politische Arbeit hat Consorcio beispielsweise dazu beigetragen, dass Femizid als eigener Straftatbestand anerkannt wurde. Ein bedeutender Schritt, denn nicht selten sind in Mexiko Urteile und Entscheidungen von tief verwurzelter Geringschätzung gegenüber Frauen geprägt.
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„Wir haben uns dafür eingesetzt, dass der juristische Begriff des „Ehrenmords“ aus dem Gesetzbuch verschwindet, weil er in aller Regel zu Strafminderungen führte.“
Yésica Sánchez Maya
Direktorin bei Consorcio
Aus abgeschiedenen Bergdörfern ins ganze Land
Begonnen hat die Arbeit von Consorcio in den zerklüfteten Bergen und abgelegenen indigenen Gemeinden der Mixe-Region im Süden Mexikos. Doch der Bedarf war groß und Schritt für Schritt weitete die Organisation ihre Arbeit aus. Heute stärken Consorcio und die entstandenen Netzwerke Frauen weit über Oaxaca hinaus auch in anderen Teilen Mexikos und bis nach Zentralamerika.
Brot für die Welt unterstützt Consorcio para el Diálogo Parlamentario y la Equidad Oaxaca seit Beginn und ermöglicht damit verlässliche, langfristige Arbeit. Denn Veränderungen im Kampf gegen Gewalt entstehen nicht über Nacht. Sie brauchen Zeit, Vertrauen und Menschen, die bleiben. Unterstützen Sie die Arbeit vor Ort mit einer Spende an Brot für die Welt.
Unterstützen Sie uns
Hinweis: Die Spendenbeispiele sind symbolisch. Durch Ihre zweckungebundene Spende ermöglichen Sie uns dort zu helfen, wo es am dringendsten ist.
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