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Mit Wissenschaft gegen Mangelernährung

Diana Richard erforscht die Ernährungssituation in der landwirtschaftlich geprägten Region Morogoro im Osten Tansanias. Die 28-jährige Ernährungswissenschaftlerin befragt dazu Mädchen und jungen Frauen, die häufig unter Nährstoffmangel leiden.

Von Michael Billanitsch am
Zwei Frauen stehen vor einem Haus und füllen Fragebögen aus.

Diana Richard (r.) bei einer Feldstudie in der Region Morogoro

Insbesondere fehlen den jungen Frauen Eisen, Vitamin A, Zink und Jod. Dieser Mangel kann zu Anämie, einem geschwächten Immunsystem, Wachstumsstörungen und verminderter Lernfähigkeit führen. Diana Richard bekommt die Daten nicht nur über Fragebögen, sie analysiert außerdem Lebensmittelproben im Labor, um zu untersuchen, ob darin wichtige Mikronährstoffe vorhanden sind.

Die tansanische Regierung setzt seit den 2010er-Jahren auf Programme zur Anreicherung von Lebensmitteln, um Nährstoffmangel entgegenzuwirken. Bei Menschen mit geringem Einkommen – insbesondere in ländlichen Regionen – kommen die Informationen darüber, wie wichtig Nährstoffe für die Gesundheit sind, aber nur selten an – das kann Diana Richard durch ihre Feldforschung nachweisen.

Stipendienprogramm von „Climate Action Network Tanzania“

Ihr Master-Studium wird durch ein Stipendium des „Climate Action Network Tanzania“ (CAN TZ) ermöglicht. Im CAN TZ arbeiten 42 Mitgliedsorganisationen zusammen, die sich mit Umwelt- und Klimaschutz sowie mit nachhaltiger Entwicklung befassen. Neben Nichtregierungsorganisationen (NROs) arbeiten auch Universitäten, die nationale Wetteragentur und verschiedene Regierungsstellen in dem Netzwerk mit. Für NROs ist es wichtig, dass sie gut ausgebildete Mitarbeiter*innen haben. Deshalb hat CAN TZ ein Stipendienprogramm aufgelegt, mit dem sich Mitarbeiter*innen gezielt für bestimmte Aufgaben weiter qualifizieren können. Seit 2024 unterstützt Brot für die Welt das Programm.

Ein Stipendienkomitee wählt die Stipendiat*innen nach gemeinsam festgelegten Kriterien aus. So müssen die Bewerber*innen in ihrem bisherigen Studium gute Leistungen vorweisen und sich gemeinnützig engagiert haben. Es erhalten nur Personen ein Stipendium, die sich ihr Studium nicht selbst finanzieren könnten. Außerdem muss das Studienfach einen Bezug zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) haben, also etwa zu Ernährungssicherheit, zur Anpassung an den Klimawandel oder zu Geschlechtergerechtigkeit beitragen.

Studienbegleitprogramm fördert persönliche Entwicklung

Wie in allen Stipendienprogrammen, die Brot für die Welt unterstützt, werden nicht nur die Studiengebühren und die Lebenshaltungskosten finanziert. Zum Stipendium gehört auch ein Begleitprogramm, in dem sich die Stipendiat* innen untereinander vernetzen können. Durch Seminare zu nachhaltiger Entwicklung und eine obligatorische Initiativarbeit sollen sich Stipendiat*innen in ihren Gemeinden und in ihrer NRO verankern. Damit sinkt auch das Risiko, dass die qualifizierten Mitarbeiter*innen nach dem Studium aus den Organisationen abwandern.

Das Studienbegleitprogramm hat Diana Richard sowohl bei ihrer Forschung als auch in ihrer persönlichen Entwicklung vorangebracht: „Bei den Netzwerkveranstaltungen konnte ich mich mit anderen Forscher*innen aus verschiedenen Fachrichtungen austauschen. Ich habe dabei viel über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft und die Ernährungssituation gelernt. Die Veranstaltungen haben aber auch meine Kommunikationsfähigkeiten gefördert und mir geholfen, das Selbstvertrauen zu gewinnen, um offen und ungezwungen auf Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zuzugehen.“

Langfristiges Engagement für Ernährungssicherheit

Schon vor ihrem Master-Studium hat Diana Richard ehrenamtlich bei der „Morogoro Saving the Poor Organization“ (MOSAPORG) gearbeitet: „Ich möchte mich für diejenigen engagieren, die besonders gefährdet sind und denen Informationen über eine gesunde Ernährung fehlen.“ Wenn sie ihre Forschungsarbeit und damit auch ihr Master-Studium abgeschlossen hat, möchte sie wieder bei MOSAPORG arbeiten. Langfristig könnte sie sich auch vorstellen, zu einer internationalen Organisation zu wechseln.

Für Diana ist wichtig, dass junge Menschen mit wenig Einkommen durch das Stipendienprogramm weiterhin die Möglichkeit haben, zu studieren. Sie denkt dabei bereits an die nächste Generation: „Ich möchte Brot für die Welt ermutigen, das Programm weiter zu unterstützen.“

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Kleinbäuerin Claudine Hashazinyange mit Avocados vom Baum ihres Schwiegervaters. Schülerinnen in Äthiopien

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