Menschenrechte verteidigen und Aktivist*innen schützen
Die Menschenrechtslage in Kenia verbessert sich, doch gerade Frauen und LGBTQIA+-Personen sind weiterhin von Diskriminierung und Gewalt betroffen. Peace Brigades International (PBI) unterstützt Projekte, damit Menschenrechtsverteidiger*innen ihnen besser helfen können.
Wie PBI Menschenrechtsverteidiger*innen unterstützt
Peace Brigades International (PBI) setzt sich in Kenia gemeinsam mit dem Zivilen Friedensdienst (ZFD) dafür ein, dass Menschenrechtsverteidiger*innen ihre wichtige Arbeit fortführen können. Ziel ist es, ihre Sicherheit zu stärken, ihren Handlungsspielraum zu vergrößern und ihre Wirkung in den Gemeinschaften zu erhöhen. Durch Mentoring, Sicherheitstrainings, Fortbildungen, Vernetzung sowie Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit werden die MRV gezielt unterstützt. So können sie besser zu positiven Veränderungen in ihren Gemeinden beitragen und spielen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen soziale Ungleichheit.
Ein konfliktsensibler Ansatz stellt sicher, dass alle Maßnahmen an den jeweiligen Kontext angepasst sind und marginalisierte Gruppen aktiv einbezogen werden. Auf diese Weise soll soziale Gerechtigkeit nicht nur gefördert, sondern langfristig verankert werden.
Benachteiligung von Frauen und LGBTQIA+-Personen
Trotz einiger Fortschritte sind Mädchen, Frauen und LGBTQIA+-Personen in Kenia weiterhin strukturell benachteiligt. Sie sind überproportional von Armut, Konflikten und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Traditionelle Rollenbilder und patriarchale Strukturen im familiären und gesellschaftlichen Umfeld verstärken diese Ungleichheit zusätzlich.
Gerade LGBTQIA+-Personen erleben aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität massive Diskriminierung. Viele sehen sich Anfeindungen, Angriffen und sozialem Ausschluss ausgesetzt. Nicht selten bleibt ihnen nur die Flucht aus ihren Gemeinden, um ihr Überleben zu sichern. Deshalb ist es entscheidend, dass Menschenrechtsverteidiger*innen (MRV) ihre Arbeit sicher, wirksam und möglichst unbehelligt ausüben können – trotz der ständigen Bedrohungen.
Die Rolle der ZFD-Fachkraft
Eine Fachkraft des Zivilen Friedensdienstes koordiniert das Programm zur Stärkung von Verteidiger*innen der Frauenrechte (WHRDs – Women Human Rights Defenders). Sie organisiert die Rekrutierung neuer Teilnehmer*innen und begleitet sie über einen Zeitraum von drei Jahren. Der Ansatz ist ganzheitlich angelegt und umfasst:
- Schutz und physische Sicherheit
- Digitale Sicherheit
- Organisationsentwicklung und -weiterentwicklung
- Psychosoziale Resilienz und Selbstfürsorge
Die ZFD-Fachkraft moderiert Peer-Learning-Prozesse, fördert den Dialog mit staatlichen Stellen und lokalen Autoritäten und trägt dazu bei, den Zugang zu Schutzmechanismen und -ressourcen abzusichern. Sie koordiniert außerdem den Wissenstransfer zwischen Mentor*innen und Mentees, vernetzt die MRVs auf nationaler und internationaler Ebene und arbeitet eng mit ZFD-Partnerorganisationen zusammen, um Synergien zu nutzen und die langfristige Wirkung des Projekts zu stärken.
So funktioniert das Projekt
Auswahl und Begleitung: Auswahl einer neuen Gruppe von 15 WHRDs pro Projektzyklus in Nairobi und Kilifi mit einem strukturierten dreijährigen Begleitmodell.
Kapazitätsaufbau und Schutz: Stärkung durch Schutzbegleitung, Organisationsentwicklung, digitale Sicherheit, psychosoziale Betreuung, Ressourcenmobilisierung und Aufbau lokaler Schutzmechanismen sowie Dialog mit Gemeinschaften und Behörden.
Vernetzung und Nachhaltigkeit: Übernahme von Mentor*innenrollen für die neue Gruppe durch die aktuelle Gruppe, nationale und internationale Advocacy, Solidaritätsnetzwerke und Einbindung neuer WRHDs zur Verstetigung der Ergebnisse.