Das Bildungsmaterial wurde zusammen mit Partnerorganisationen aus Sambia und weltwärts-Freiwilligen entwickelt. Im Mittelpunkt steht unsere Partnerorganisation SCOPE. Der Name steht dabei für Schools, Colleges and Communities for permaculture. Das Ziel von SCOPE ist, Schulen, Hochschulen und Gemeinden dabei zu unterstützen, in Fülle zu leben, indem sie ihr gesamtes Land kreativ nutzen, um eine vielfältige Auswahl an nahrhaften Lebensmitteln und anderen nützlichen Produkten zu produzieren, vielfältige Lernmöglichkeiten zu bieten und zur Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft sowie zur ganzheitlichen Entwicklung des Menschen beizutragen. Der besondere Ansatz von Reli fürs Klima – Lernen von Partnerorganisationen im Globalen Süden und ins Handeln kommen im eigenen Umfeld - wird auch in diesem Material verfolgt.
Perspektiven von jungen weltwärts-Freiwilligen aus Sambia
Careen Samatemba beschreibt aus ihrer persönlichen Perspektive, wie sich der Klimawandel auf Kinder und Jugendliche auswirkt. „Für Kinder in Sambia beginnt der Klimawandel oft mit Hunger. Wenn der Regen ausbleibt und die Ernte ausfällt, sind die Haushalte mit Ernährungsunsicherheit, Unterernährung und Armut konfrontiert. Kinder sind gezwungen, längere Wege zurückzulegen, um Wasser zu holen, müssen die Schule schwänzen, um ihre Familien zu unterstützen, oder ganz aus der Schule aussteigen, wenn die Ausbildung unerschwinglich wird. Der Klimawandel raubt Kindern Stabilität, Sicherheit und Chancen. Er erhöht die Anfälligkeit für Kinderarbeit, Frühehen und schlechte Gesundheit. Diese Auswirkungen sind nicht vorübergehend, sondern prägen die gesamte Zukunft eines Kindes.“ Sie hebt hervor, wie wenig Sambia zur Klimakrise beigetragen hat und fordert, dass die Verursacher der Klimakrise Verantwortung übernehmen.
Auch Matongo Matondo zeigt die Dringlichkeit zum Handeln auf. „Für uns ist die Auswirkung des Klimawandels nicht abstrakt – es betrifft uns persönlich. Unsere Community steht täglich vor wachsenden Herausforderungen:
- Ernährungssicherheit (Fehlgeschlagene Ernten und abnehmender Viehbestand führen zu alarmierenden Nahrungsmittelknappheiten.)
- Wasserknappheit (Da viele Wasserquellen austrocknen, müssen Frauen und Kinder immer längere Wege unter immer härteren Bedingungen zurücklegen.)
- Verlust der Artenvielfalt (Die rasante Abholzung zerstört natürliche Lebensräume und führt zu einem drastischen Rückgang einheimischer Vögel und Tiere.)
Clarence Mwangala gibt Einblicke in den Alltag von Kindern und Jugendlichen in Sambia. „In den ländlichen Gebieten Sambias besitzt fast jede Familie ein Stück Land. Die Landwirtschaft ist nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder Teil des Alltags. Schon von klein auf lernen Jungen und Mädchen, wie man auf den Feldern arbeitet, Mais anbaut, Unkraut jätet, erntet oder das Gemüse im Familiengarten gießt.“
Alick Mambwe erklärt Permakultur und erzählt von seinen persönlichen Erfahrungen. „Zum Beispiel habe ich zu Hause in Sambia einen kleinen Bio-Garten angelegt, in dem ich verschiedene Gemüsesorten angebaut habe, wie Auberginen, Kürbisblätter (Chibwabwa), Paprika und Gurken. Zu manchen Zeiten hatten wir mehr, als wir brauchten, sodass unser Nachbar ebenfalls von Auberginen und Chibwabwa-Blättern profitierte. Das zeigt, dass Permakultur nicht nur einem Haushalt hilft, sondern Menschen in der Gemeinschaft unterstützen kann.
Genug für alle – eine theologische Perspektive
Genug für alle – diesem Anspruch gehen wir nach und fragen, wieviel braucht es, damit alle Menschen ein gutes Leben haben können. „Genug bedeutet nicht, dass man selbst über eine ausreichende Menge verfügt, bevor man anderen etwas gibt, sondern es bezeichnet nach „Ubuntu“ – die Bereitschaft und Verpflichtung, das zu teilen, was vorhanden ist, [...] „Genug“ wird daher nicht an Überfluss gemessen, sondern an Inklusion. … Es wird nicht erwartet, dass man wartet, bis man einen Überschuss hat, bevor man teilt. Stattdessen wird Teilen unter allen Umständen gefordert, selbst unter Bedingungen der Knappheit. Ob alle Beteiligten vollständig zufrieden sind, ist zweitrangig. Vordergründig ist, dass niemand vom gemeinsamen Tisch ausgeschlossen wird. (Hoyce Jacob Lyimo-Mbowe, Theologin, Geschäftsführerin der Mindolo Ecumenical Foundation, Sambia)
Methodisch vielfältig
Ab Klasse 3 eröffnen kreative Zugänge mit dem Erste-Hilfe-Koffer Ernährung spielerisch Einblicke in nachhaltige Ernährung und globale Zusammenhänge. In der Sekundarstufe I lernen Schüler*innen den Alltag Gleichaltriger in Sambia kennen, entdecken die Grundideen der Permakultur und entwickeln Projektideen, die Klimagerechtigkeit im eigenen Umfeld erfahrbar machen.
In der Sekundarstufe II bieten vertiefende Materialien eine anspruchsvolle Auseinandersetzung mit der Ethik des Genug, globalen Landwirtschaftssystemen, theologischen Perspektiven und Fragen der Klimagerechtigkeit – für ein umfassendes Verständnis, das Denken und Handeln verbindet.
Das komplette Bildungsmaterial können Sie herunterladen.


