Erntedank im Wandel
Jedes Jahr im Herbst feiern wir Erntedank, eines der wichtigen Feste im christlichen Jahreskreis. Es erinnert uns daran, dass unsere Ernährung keine Selbstverständlichkeit ist.
Was ist Erntedank
Erntedank ist das christliche Fest der Dankbarkeit. Wir danken Gott für die Früchte der Erde: für Getreide, Obst, Gemüse, für fruchtbare Böden und Wasser und für die vielen Menschen, deren Arbeit unsere Nahrung ermöglicht. All das zeigt uns, dass wir das, was uns ernährt, nicht nur uns selbst verdanken.
Dankbarkeit kann uns dafür öffnen, Verantwortung zu übernehmen. Denn die Gaben der Schöpfung sind reich, aber nicht gerecht verteilt. Erntedank erinnert uns daran, zu teilen und Strukturen zu verändern: Menschen weltweit brauchen faire Handelsbedingungen, Zugang zu Land und Saatgut, klimaresiliente Landwirtschaft und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen.
Die Wurzeln des Festes reichen weit zurück. Schon vorchristliche Kulturen kannten Erntedankriten. Die Sehnsucht nach einer guten Ernte und der Dank für die Gaben der Erde finden sich in vielen Kulturen und Religionen. Im christlichen Verständnis geht damit die Verantwortung einher, Gottes Schöpfung zu bewahren und die Früchte der Erde gerecht miteinander zu teilen.
Erntedank lädt uns deshalb ein, Dankbarkeit im Alltag sichtbar werden zu lassen: Lebensmittel wertzuschätzen und Verschwendung zu vermeiden, bewusst und fair einzukaufen, solidarisch zu handeln und Menschen dabei zu unterstützen, ihre Lebensgrundlagen selbstbestimmt zu sichern. So wird aus dem Dank für Gottes Schöpfung auch ein Einsatz für eine gerechtere Welt.
Wie wird Erntedank gefeiert?
In Deutschland feiern wir Erntedank traditionell am ersten Sonntag im Oktober. In manchen Regionen auch am Michaelistag, dem 29. September. An diesem Tag schmücken Christ*innen die Altäre der Kirchen mit Getreideähren, Äpfeln, Kürbissen, Kartoffeln und bunten Sträußen. Manchmal wird eine aus Ähren geflochtene Erntekrone über die Gaben gehängt.
Wir feiern Gottesdienste, lesen Dankgebete und Fürbitten, singen Lieder wie beispielsweise „Wir pflügen und wir streuen“ von Matthias Claudius. Darin heißt es:
„Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn,
drum dankt Ihm, dankt, drum dankt Ihm, dankt,
und hofft auf Ihn.“
Einige Gemeinden veranstalten zusätzlich zum Gottesdienst ein Fest, zu dem alle Gemeindemitglieder eingeladen sind, auch Umzüge durch die Gemeinde sind in manchen Regionen üblich.
Erntedank im Ausland
Nicht nur in Deutschland feiern die Menschen Erntedank. In vielen Ländern feiern Menschen um den Zeitpunkt der Ernte herum.
In Nigeria und anderen westafrikanischen Ländern werden Yam-Feste gefeiert, bei denen die Ernte der Yamswurzel im Mittelpunkt steht. In Indien, aber auch in Nepal, Laos und Kambodscha, markiert das Pongal-Fest die Reisernte. Es wird Mitte Januar gefeiert. Die jüdische Kultur kennt zwei Erntefeste: Schawuot zu Beginn der Erntesaison und Sukkot im Herbst. Sukkot wird auch Laubhüttenfest genannt. Diese Vielfalt zeigt, dass der Wunsch, für eine gute Ernte zu danken uns alle eint.
Erntedank in Zeiten des Klimawandels
Die Fülle, für die wir am Erntedankfest dankbar sind, ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Landwirtschaft und das Wachstum von Pflanzen und Früchten hängen von Faktoren ab, auf die der Mensch nur begrenzt Einfluss hat – vom Wetter über die Qualität der Böden bis hin zu bestäubenden Insekten.
Um eine reiche Ernte einzufahren, brauchen Menschen überall auf der Welt fruchtbare Böden, verlässliche Niederschläge und Zugang zu Saatgut. Der Klimawandel stellt Landwirtinnen und Landwirte auf der ganzen Welt vor Herausforderungen: Erfolgreiche Ernten sind zunehmend beeinflusst von Wetterextremen. Steigende Temperaturen bestimmen, welche Pflanzen überhaupt noch wachsen können. Immer schwerere und länger anhaltende Dürren trocknen Böden aus. Starkregen und Überschwemmungen zerstören Felder und ganze Ernten innerhalb weniger Stunden.
Die Probleme und Sorgen, die der Klimawandel für die Menschen in der Landwirtschaft mit sich bringt, ähneln sich weltweit. Eine Dürre kann Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland genauso treffen wie eine Familie in Burkina Faso. Die Möglichkeiten, diese Herausforderungen abzufedern und beispielsweise Felder zu bewässern, sind jedoch regional sehr unterschiedlich.
Für Kleinbäuerinnen und -bauern auf der ganzen Welt bedeutet das: Existenzangst. Wer keine finanziellen Rücklagen hat, kann Ernteausfälle nicht einfach überbrücken. Hunger, Flucht und Verschuldung sind häufige Folgen.
Was wir tun können
Brot für die Welt unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen seit fast 70 Jahren Kleinbauernfamilien im Kampf gegen den Hunger.
Jede Spende an Brot für die Welt stärkt Menschen weltweit darin, ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft zu verbessern und Zukunftsperspektiven zu schaffen. Dazu zählen auch Projekte, die Menschen dabei unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen und ihre Ernährung langfristig zu sichern, wie beispielsweise mit dürreresistentem Saatgut, Wassermanagement und Bewässerungssystemen sowie nachhaltigen Anbaumethoden.
Projekt in Burkina Faso
So wie in Burkina Faso: Dort kämpfen viele Kleinbauernfamilien ums Überleben, weil immer weniger Regen fällt. Boubaka Sieba, Mitarbeiter von ODE, einer Partnerorganisation von Brot für die Welt, testet gemeinsam mit Kleinbäuerinnen und -bauern alte, heimische Hirsesorten. Mit Erfolg: die traditionellen Hirsepflanzen gedeihen tatsächlich besser und bringen auch bei wenig Regen vollen Ertrag.
Auch in vielen anderen Ländern der Welt arbeiten Partnerorganisationen von Brot für die Welt mit Kleinbauernfamilien auf ähnliche Weise. Unterstützen Sie die Arbeit von Brot für die Welt mit Ihrer Spende und senden Sie ein Zeichen der Zuversicht.
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Hinweis: Die Spendenbeispiele sind symbolisch. Durch Ihre zweckungebundene Spende ermöglichen Sie uns dort zu helfen, wo es am dringendsten ist.
56 € ( Spendenbeispiel ) Mit 56 € kann zum Beispiel ein Hygiene-Paket für eine geflüchtete Familie finanziert werden.
100 € ( Spendenbeispiel ) Mit 100 € kann zum Beispiel Gemüse-Saatgut für die Bewirtschaftung von ca. 10 Feldern bereitgestellt werden.
148 € ( Spendenbeispiel ) Mit 148 € kann zum Beispiel ein Regenwassertank mit 2.000 Liter Fassungsvermögen gekauft werden.
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