Blog

UNESCO Weltbildungsbericht 2026

Der gerade erschienene UNESCO-Weltbildungsbericht 2026 aus der Trilogie „Countdown bis 2030“ steht unter dem Thema Zugang und Chancengerechtigkeit. Er liefert ernüchternde Erkenntnisse: Das Ziel 4 der Sustainable Development Goals - inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung für alle sowie lebenslanges Lernen - wird bis 2030 voraussichtlich nicht erreicht.

Von Dr. Petra Kohts am
Launch Weltbildungsbericht 2026 in Berlin

Nationale Präsentation des UNESCO Weltbildungsberichts

Gleichzeitig zeigt der Bericht aber auch positive Signale. Mehr Kinder melden sich zur Schule an und Investitionen in Infrastruktur haben den Zugang zu Bildung verbessert. Trotzdem ist der Anspruch, dass jedes Kind Zugang zu hochwertiger Bildung hat, noch in weiter Ferne. So hat jedes sechste Kind und jeder sechste Jugendliche weiterhin keinen Zugang zu Bildung. Durch Krisen, Kriege und Konflikte wird dies verschärft. Insgesamt seien jetzt 273 Millionen Kinder und Jugendliche ohne Schulbesuch, und nur rund zwei Drittel schließen die Sekundarbildung ab. 

Bildung als Schlüssel zur Erreichung der SDGs

Bei der diesjährigen Vorstellung des Berichts im Auswärtigen Amt betonten fast alle Rednerinnen und Redner, dass Bildung ein Schlüssel zur Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ist. Besonders hervorgehoben wurden frühe, inklusive Bildungsangebote und die Bedeutung von Lernräumen, in denen alle Kinder und Jugendlichen teilhaben können. Auch die Rolle Deutschlands in der internationalen Bildungsfinanzierung wurden angesprochen, zum Beispiel die Beiträge zu den Fonds "Education Cannot Wait" und der "Global Partnership for Education". Hier zeigt sich allerdings ein Widerspruch: Wenn Mittel gekürzt werden, dann bedeutet es auch, dass weniger getan werden kann, um die SDGs zu erreichen. So konstatiert der Bericht einen Rückgang der öffentlichen Mittel der internationalen Zusammenarbeit insgesamt; der Anteil für Bildung sank auf 7,5 Prozent der sektorbezogenen Ausgaben, den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten. 

Während der Präsentation wurden auch positive Beispiele aus deutschen Schulen gezeigt: Schulen als lebendige Orte der Demokratie, in denen junge Menschen Mitbestimmung lernen. Das ist eine wichtige Botschaft, gerade in diesen Zeiten. Ebenso richtig und wichtig ist die Forderung nach mehr Jugendbeteiligung und nach besseren Rahmenbedingungen, damit junge Menschen wirklich mitreden, mitgestalten und mitentscheiden (!) können.

Bildung bleibt nicht nur eine nationale Aufgabe, sie ist eine Frage globaler Verantwortung

Wenn Klimakrisen, Kriege oder systemische Diskriminierung Menschen den Zugang zu Bildung versperren, sind gemeinsame Lösungen nötig: finanzielle Unterstützung, Wissenstransfer und faire Partnerschaften. Die SDGs sind ausdrücklich als kollektive Aufgabe formuliert. Nationale Maßnahmen allein reichen dabei nicht. Fortschritt braucht auch internationale Solidarität. Wohlhabendere Länder, multilaterale Institutionen und Geber müssen dazu beitragen, strukturelle Ungleichheiten abzubauen, sei es durch Finanzierung, Kapazitätsaufbau oder langfristige Partnerschaften.

Bildung ist ein öffentliches Gut, das globale Verantwortung erfordert. Das betrifft nicht nur Politik und Geld, sondern auch das, was in Schulen gelehrt wird. Bildung sollte früh Kompetenzen vermitteln, die junge Menschen in die Lage versetzen, globale Ungerechtigkeiten zu erkennen und aktiv zu verändern. Curricula und Schulalltag sollten so gestaltet sein, dass globale Gerechtigkeit, das Hinterfragen von Machtstrukturen und konkrete Handlungsoptionen miteinander verknüpft werden. So lernen Kinder und Jugendliche nicht nur Fakten, sondern auch, wie sie sich für eine gerechtere Welt einsetzen können.

Dekolonialität erweitert diese Verantwortung um Fragen der epistemischen Gerechtigkeit, also darum, wer Wissen produziert, validiert und verbreitet. Nur so lassen sich Bildungsangebote schaffen, die wirklich inklusiv sind und die Erfahrungshorizonte der Lernenden respektieren.

Der Weltbildungsbericht 2026 mahnt zur Eile, aber er zeigt auch Wege, wie wir gemeinsam mehr Menschen den Zugang zu guter Bildung ermöglichen können. Dafür brauchen wir politische Entschlossenheit, internationale Solidarität, dekoloniale Sensibilität und Schulen, die junge Menschen zum Mitgestalten befähigen.

Jetzt spenden Unterstützen Sie uns

Kleinbäuerin Claudine Hashazinyange mit Avocados vom Baum ihres Schwiegervaters. Schülerinnen in Äthiopien

Hinweis: Die Spendenbeispiele sind symbolisch. Durch Ihre zweckungebundene Spende ermöglichen Sie uns dort zu helfen, wo es am dringendsten ist.

56 € ( Spendenbeispiel ) Mit 56 € kann zum Beispiel ein Hygiene-Paket für eine geflüchtete Familie finanziert werden.

100 € ( Spendenbeispiel ) Mit 100 € kann zum Beispiel Gemüse-Saatgut für die Bewirtschaftung von ca. 10 Feldern bereitgestellt werden.

148 € ( Spendenbeispiel ) Mit 148 € kann zum Beispiel ein Regenwassertank mit 2.000 Liter Fassungsvermögen gekauft werden.

Hinweis: Die Spendenbeispiele sind symbolisch. Durch Ihre zweckungebundene Spende ermöglichen Sie uns dort zu helfen, wo es am dringendsten ist.

56 € ( Spendenbeispiel ) Mit 56 € kann zum Beispiel ein Hygiene-Paket für eine geflüchtete Familie finanziert werden.

100 € ( Spendenbeispiel ) Mit 100 € kann zum Beispiel Gemüse-Saatgut für die Bewirtschaftung von ca. 10 Feldern bereitgestellt werden.

148 € ( Spendenbeispiel ) Mit 148 € kann zum Beispiel ein Regenwassertank mit 2.000 Liter Fassungsvermögen gekauft werden.

Spendenbeträge

Bitte eine gültige Eingabe machen

Spendenbeträge

Als Fördermitglied spenden Sie regelmäßig (z. B. monatlich)