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Mit Risiken und Nebenwirkungen…

Der WHO fehlt aufgrund des Austritts der USA ein Viertel ihres bisherigen Budgets. Sie ist deshalb gezwungen, alternative Finanzierungsquellen zu suchen und mobilisiert Gelder von privaten Akteuren. Doch zahlreiche Analysen weisen darauf hin, dass deren Einbindung mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden sind. Deshalb sollte dieser Weg der Mittelmobilisierung stets sorgfältig geprüft werden.

Von Julia Stoffner am
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus beim Launch der WHO Investment Round

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus beim Launch der WHO Investment Round im Rahmen der Weltgesundheitsversammlung 2024

Vom 18. bis 23. Mai treffen sich die Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu ihrer jährlichen Versammlung. Mit auf der Tagesordnung steht die Reform der WHO. Diese ist aufgrund des Austritts der USA gezwungen, ihre Aufgaben zu priorisieren, Personal zu reduzieren und neue Geldgeber zu suchen. Die Einschnitte sind enorm, da die USA der größte Geber waren. Es fehlen 1,28 Milliarden Euro, ein Viertel des bisherigen Budgets der WHO. Bei einem Pressegespräch bezeichnete der Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, die US-Maßnahmen als „die größte Umwälzung in der globalen Gesundheitsfinanzierung seit Menschengedenken“.

Dabei war die WHO bereits vor dem Stopp der US-Zahlungen gezwungen, nach alternativen Geldquellen zu suchen. Bereits 2024 hatte die WHO eine sogenannte Investment Round gestartet, um für die nächsten Jahre die dringend benötigten Mittel zur Finanzierung globaler Gesundheitsaufgaben zu mobilisieren, auch mit Hilfe von privaten Akteuren. Auf diese Weise soll die Planungssicherheit erhöht werden. Die WHO schätzte schon damals die Finanzierungslücke für die Jahre 2025-2028 auf über sieben Milliarden Euro – den Austritt der USA nicht miteinberechnet.

Sorgfältige Prüfung neuer Wege der Mittelmobilisierung

Eine Chance sehen viele, nicht nur die WHO, in der stärkeren Einbindung von Unternehmen und philanthropischen Stiftungen, um private Investitionen für Entwicklungsziele zu mobilisieren. Auch die Bundesregierung greift diesen Ansatz im Koalitionsvertrag auf.Mit dem Aktionsplan „Starke Partnerschaften für eine erfolgreiche Wirtschaft weltweit“ und dem Reformplan „Zukunft zusammen global gestalten“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung konkretisiert die Bundesregierung die angekündigten Maßnahmen zur Stärkung von Kooperationen mit der Privatwirtschaft im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Zahlreiche Analysen weisen jedoch darauf hin, dass eine stärkere Einbindung privater Akteure, seien es Unternehmen, ihre Interessengruppen oder philanthropische Stiftungen, in die globale Gesundheitspolitik Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Daher sollte dies sorgfältig geprüft und gestaltet werden, damit sie tatsächlich eine nachhaltige Wirkung insbesondere für die ärmsten und marginalisierten Bevölkerungsgruppen weltweit entfaltet und nicht vorwiegend den Interessen der privaten Akteure Folge leistet.

Sechs Thesen zur Rolle privater Akteure in der Globalen Gesundheit

Brot für die Welt, Global Policy Forum Europe und Misereor haben vor diesem Hintergrund sechs Thesen zur Rolle privater Akteure in der Globalen Gesundheit und Handlungsansätze für die Bundesregierung und den Bundestag formuliert.

Demokratische Kontrolle, menschenrechtsbasierte Politik, starke öffentliche Institutionen und echte Beteiligung der Zivilgesellschaft sind entscheidend, um das Recht auf Gesundheit weltweit zu verwirklichen. Nur durch eine Stärkung der WHO, mehr Transparenz, Regulierung privater Einflussnahme und Investitionen in öffentliche Gesundheitssysteme und durch soziale Sicherungssysteme kann eine gerechte globale Gesundheitsordnung für alle erreicht werden.

Das „Briefing Paper“ von Brot für die Welt, Global Policy Forum Europe und Misereor können Sie hier lesen.

Dieser Blog erscheint auch im Politik-Brief, Ausgabe Mai 2026

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Kleinbäuerin Claudine Hashazinyange mit Avocados vom Baum ihres Schwiegervaters. Schülerinnen in Äthiopien

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