Termin

Bougainville: Der nächste unabhängige Staat? - Selbstbestimmung, Extraktivismus und Geopolitik im Südpazifik

Datum: 
05.10.2026, 16:00 Uhr - 20:00 Uhr

In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) und dem Pazifik-Netzwerk

Veranstaltungsort: Brot für die Welt, Caroline-Michaelis-Str. 1, Berlin

Im Südpazifik könnte mit der Insel Bougainville demnächst ein neuer unabhängiger Staat entstehen, der 194. Mitgliedstaat der Vereinten Nationen. 2019 stimmten in einem Referendum 97,7% der Bevölkerung der Autonomen Region für die Unabhängigkeit von Papua-Neuguinea. Die Regierung von Bougainville hat sich zum Ziel gesetzt, die Unabhängigkeit in den nächsten Jahren zu vollziehen. Bougainvilles Souveränität würde den vorläufigen Höhepunkt eines bemerkenswert erfolgreichen Friedensprozesses darstellen. Doch noch ist der Ausgang dieses Prozesses offen und ein mögliches Scheitern birgt das Potenzial für ein Wiederaufleben des langjährigen Konfliktes.

Die Geschichte Bougainvilles ist eng mit der deutschen Kolonialvergangenheit verbunden: Von 1886 bis 1914 gehörte die Insel zu Deutsch-Neuguinea. Im Jahre 1949 wurde Bougainville Teil des australischen Mandatsgebiets Papua-Neuguinea, welches 1975 seine Unabhängigkeit erlangte. Zwischen 1989 und 1997 kam es zu einem gewaltsamen Konflikt, bei dem rund 20.000 Menschen ihr Leben verloren. Der Ursprung der Krise lag in den Auseinandersetzungen um den Tagebau der Panguna-Mine, der damals weltweit größten Kupfer- und Goldmine. Die Bundesrepublik Deutschland gehörte zu den wichtigsten Kupferimporteuren. 1989 wurde die Mine aufgrund der Kämpfe geschlossen.

Mit dieser Veranstaltung wollen wir nach zentralen Faktoren im Friedens- und Unabhängigkeitsprozess Bougainvilles fragen, Deutschlands historische Verantwortung hervorheben, den politischen Dialog mit wichtigen Akteuren fördern und die Bundesregierung zu einem aktiveren und verantwortungsvolleren friedenspolitischen Engagement in Bougainville ermutigen. Wir laden Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit ein, zusammen mit hochrangigen Gästen aus Bougainville Perspektiven für die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Insel zu diskutieren.

Wir beginnen mit mehreren Inputs zur Geschichte und aktuellen Situation in Bougainville sowie zur Projektarbeit von PaCSIA vor Ort und gehen nach einer kurzen Pause um 18:15 Uhr in ein Panel mit dem Titel "Bougainville zwischen Abhängigkeit und Selbstbestimmung". Die Veranstaltung wird ab ca. 19:45 Uhr mit einem Empfang ausklingen. 

Die Veranstaltung findet mit deutsch-englischer Simultanübersetzung statt.

Anmeldung bitte bis zum 01.10.2026 unter: 

https://ewde.guestoo.de/public/event/f18f34e2-a54a-4ba7-bef6-63866e8be195 

Ein ausführliches Programm folgt in Kürze. 

 

Beteiligte:

James Tanis, Präsidentialgesandter für Internationale Beziehungen, Autonome Regierung Bougainville

Theonila Roka Matbob, Politikerin und Aktivistin, Bougainville

Dr. Serge Loode, Direktor des Peace and Conflict Studies Institute Australia (PaCSIA), Australien

n.n., Auswärtiges Amt

Ellen Demuth MdB, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

Prof. Dr. Rafael Biermann, Lehrstuhl Internationale Beziehungen, Universität Jena

Corinna Broeckmann, Misereor

Christopher Brucker, Lehrstuhl Internationale Beziehungen, Universität Jena

Oliver Hasenkamp, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN)

Eckart Garbe, Pazifik-Netzwerk

Martin Krieg, Brot für die Welt

Amelie Overmann, Brot für die Welt

 

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