Pressemeldung

Welternährungstag: Die Welt steuert auf die nächste Hungerkrise zu

Brot für die Welt fordert koordinierte Krisenreaktion und sieht Aus-schuss für Welternährungssicherung (CFS) in der Pflicht

Berlin, 16. Oktober 2026.Am Welternährungstag zeichnet sich eine neue Verschärfung der Hungerkrise ab: Krieg, hohe Energie- und Düngemittelpreise sowie das sich verstärkende Klimaphänomen El Niño drohen, das globale Ernährungssystem zu überfordern - mit dramatischen Folgen für besonders verletzliche Regionen.

Das Zusammenspiel von hohen Weltmarktpreisen und El Niño ist in Asien bereits deutlich spürbar: Auf den Philippinen verteuern hohe Treibstoff- und Düngerkosten die Produktion von Nahrungsmitteln. Viele Bäuerinnen und Bauern konnten ihre Felder wegen hoher Düngerkosten nur unzureichend düngen. El Niño gefährdet die nächste Aussaat durch heißere und trockenere Monate. In mehreren Provinzen sind Reisflächen ausgetrocknet. Die Reisernte ist in der zweiten Jahreshälfte bereits um rund 700.000 Tonnen zurückgegangen. Die Philippinen ernten jährlich rund 18 Millionen Tonnen. Der Höhepunkt der Dürre wird im Januar erwartet. Ähnlich problematisch sieht es in Indien und Bangladesch aus.

Das Schwarze Meer bleibt durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine ein Risikofaktor bei der Preisentwicklung und den Exportmengen bei Weizen und Dünger. Angriffe auf Häfen und Schiffe haben die Getreide- und Düngemittellieferungen beider Länder stark eingeschränkt. Weltweite Weizenpreise liegen dadurch bereits um rund 15 Prozent höher als im Vorjahr. „Die hohen Preise treffen vor allem importabhängige Länder in Afrika, dem Nahen Osten und Asien – das kann mit den Folgen von El Niño zu einem Doppelschock werden“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, und kritisiert: „Diese nächste Welternährungskrise kommt nicht überraschend, und gleichzeitig fehlt eine verbindliche, koordinierte Antwort. Das ist politisches Versagen auf Kosten der Menschen, die am wenigsten zu dieser Krise beigetragen haben.“

Vom 19. - 23. Oktober tagt der Ausschuss für Welternährungssicherung (CFS) in Rom. Es soll auch um koordinierte Maßnahmen gegen neue globale Ernährungskrisen gehen. Ein wirksamer Mechanismus, der frühzeitige Warnungen aufgreift und eine gemeinsame Reaktion organisiert, fehlt weiterhin. „Der CFS muss seine Möglichkeiten als inklusives Gremium nutzen und koordinierte Krisenreaktionen ermöglichen. Dort haben Zivilgesellschaft, Bäuer:innen und Indigene genauso Sitz und Stimme wie Mitgliedsstaaten. Ihre Erfahrungen und Vorschläge müssen in Entscheidungen für eine Krisenvorsorge einfließen. Dazu gehört etwa eine bessere regionale Lagerhaltung von Nahrungsmitteln“, fordert Francisco Marí, Referent für Welternährung und Agrarhandel bei Brot für die Welt. Das Entwicklungswerk fordert die CFS-Mitgliedstaaten auf, in Rom endlich einen verbindlichen Prozess zu beschließen, der Zuständigkeiten, Frühwarnung, Schutz von Ernten und Lieferketten sowie die verbindliche Beteiligung der Betroffenen klärt.

Hinweis an Redaktionen: Francisco Marí, Referent für Welternährung und Agrarhandel, sowie Stig Tanzmann, Referent für Landwirtschaft bei Brot für die Welt, werden ab Freitag, 16. Oktober, an der Tagung des Ausschusses für Welternährung (CFS) in Rom teilnehmen. Sie stehen für Interviews zur Verfügung.

Pressekontakt Brot für die Welt

Tommy Ramm, Pressesprecher i. V., Brot für die Welt

Tel : 030 65211 1225 ; Mobil 0162 255 3859

tommy.ramm@brot-fuer-die-welt.de


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