Pressemeldung
Mit Vorfreude fiebern viele dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, den USA und Mexiko entgegen. Im Fokus stehen das sportliche Großereignis und die Begegnungen der Fans. Die Menschenrechtslage in den USA und in Mexiko ist in den Hintergrund gerückt. Dabei kann die internationale Aufmerksamkeit auch eine Chance für die Zivilgesellschaft und damit den Menschenrechtsschutz in den beiden Staaten sein, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin des evangelischen Entwicklungswerks Brot für die Welt:
„Die Fußball-Weltmeisterschaft ist eine Chance für die Gastgeberländer, sich zu präsentieren. Zugleich ist die Menschenrechtssituation in den USA und Mexiko kritisch. Die diskriminierende Politik der Trump-Administration wirkt sich zum Beispiel mit Einreiseverboten unmittelbar auf die Weltmeisterschaft aus. In den USA selbst gehen Migrant*innen teils nicht mehr auf die Straße, weil sie Sorge vor Abschiebungen und den Hetzjagden der Polizei- und Zollbehörde ICE haben. Partner von Brot für die Welt berichten von den katastrophalen Folgen der US-Abschiebepolitik: In Mexiko und Zentralamerika landen viele der Abgeschobenen in Hochsicherheitsgefängnissen, ohne Kontakt zur Außenwelt und unter menschenunwürdigen Umständen.
Die restriktive Migrationspolitik der USA hat in Mexiko zudem zur Folge, dass Schutzsuchende auf dem Weg in die USA feststecken und Opfer von organisierter Kriminalität werden. Entführungen, Erpressung, interne Vertreibung und Folter sind weit verbreitet. Partnerorganisationen von Brot für die Welt leisten lebenswichtige psychosoziale, rechtliche und praktische Hilfe.
Auch sonst ist die Menschenrechtslage in Mexiko sehr kritisch. Menschenrechtsorganisationen und Angehörige haben angekündigt, während der Weltmeisterschaft auf das gewaltsame Verschwindenlassen von nach offiziellen Angaben über 133.000 Menschen aufmerksam machen zu wollen. Die Einschränkungen des Protests mit der Begründung, das Image des Fußballfests nicht zu beschädigen, sind nicht hinnehmbar.
Die Bundesregierung sowie andere politische Gäste sollten die Gelegenheit und die internationale Aufmerksamkeit der Weltmeisterschaft nutzen, um sich deutlich für die Menschenrechte auszusprechen und die Zivilgesellschaft zu unterstützen. Die deutschen Delegationen konzentrierten sich bisher vor allem auf Aspekte der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Das reicht nicht. Mit dem Anpfiff der Weltmeisterschaft dürfen die Menschenrechte nicht ins Abseits geraten.“
Pressekontakt
Prokop Bowtromiuk
Pressesprecher Brot für die Welt
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