Pressemeldung
Laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind derzeit rund 118 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Vor diesem Hintergrund tritt heute das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) in Kraft. Die EU will mit dem Maßnahmenpaket unter anderem die Kontrolle der Außengrenzen weiter verschärfen, Grenzverfahren einführen und Abschiebezentren in Drittstaaten ermöglichen. Damit wird die Verantwortung für den Flüchtlingsschutz einmal mehr in den Globalen Süden verlagert, kritisiert Dagmar Pruin, Präsidentin des evangelischen Entwicklungswerks Brot für die Welt.
„118 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Sie suchen Schutz vor Vertreibung, Kriegen, Gewalt und Katastrophen. Die meisten von ihnen fliehen in Nachbarstaaten des Globalen Südens. Nur ein geringer Teil der Schutzsuchenden kommt nach Europa.
Uganda hat zum Beispiel zwei Millionen Geflüchtete aus den Nachbarländern aufgenommen. Partnerorganisationen von Brot für die Welt berichten von einer angespannten Lage, da internationale Hilfsgelder stark zurückgehen. Anstatt dem afrikanischen Land in dieser schwierigen Lage beiseitezustehen, schmiedet die EU nun Pläne, in Uganda ein Abschiebezentrum einzurichten. Dieses sogenannte Return Hub, könnte die ohnehin angespannte Lage in Uganda zum Kippen bringen und flüchtlingsfeindliche Ressentiments weiter befördern.
Die GEAS-Reform ist die falsche Antwort auf die aktuellen Herausforderungen. Der neue EU-Asyl- und Migrationspakt ist ein Pakt gegen Geflüchtete. Sein primäres Ziel ist es nicht, Menschen Schutz in der EU zu gewähren, sondern möglichst vielen diesen Schutz zu verwehren. Die Pläne zur Etablierung von Return Hubs sind menschenverachtend, extrem teuer, ineffektiv und riskant. In Anbetracht der globalen Herausforderungen braucht es mehr effektiven Flüchtlingsschutz statt Abschottung.“
Pressekontakt
Prokop Bowtromiuk
Pressesprecher Brot für die Welt
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