Pressemeldung
Vor einem halben Jahr verhängten die USA unter der Trump-Administration hohe Strafzölle für alle Staaten, die Öl an Kuba liefern. Unter der andauernden Blockade Kubas leidet nach Angaben von Partnerorganisationen von Brot für die Welt insbesondere die Zivilbevölkerung. Sie lebte zuvor bereits unter Mangel und wirtschaftlichem Stillstand – mittlerweile spitzt sich die humanitäre Versorgungslage stark zu. Die noch instabilere Stromversorgung und der Treibstoffmangel infolge der Blockade erschweren den Zugang zu Lebensmitteln, Trinkwasser und medizinischer Versorgung.
Kuba prägt seit 1959 ein autoritäres Einparteiensystem und die Bevölkerung leidet unter US‑Sanktionen. Durch die verschärften Maßnahmen der aktuellen US‑Regierung haben sich die strukturellen Probleme erheblich zugespitzt. Die ohnehin hochgradig instabile Stromversorgung steht vor dem Kollaps: mehrtägige Stromausfälle bringen den Alltag zum Erliegen. Sie machen die Kühlung und Lagerung von Lebensmitteln, die Wasserversorgung sowie den Betrieb grundlegender Gesundheitsdienste nahezu unmöglich. Hinzu kommt ein Mangel an Medikamenten.
Zum 1. Juni 2026 verschärfte die Trump-Administration außerdem die Handelssanktionen gegen den Inselstaat. So werden internationale Unternehmen, die unter anderem in den Bereichen Energie und Finanzdienstleistungen mit Kuba kooperieren, in den USA sanktioniert. In Folge der Sanktionen ist auch der Tourismus, eine der Haupteinnahmequellen des Landes, eingebrochen.
Von der Blockade und den Sanktionen ist auch die Arbeit von Partnern von Brot für die Welt in Kuba betroffen. Aufgrund des Treibstoffmangels ist die Begleitung der Projekte deutlich erschwert, der Alltag der Mitarbeitenden selbst ist ebenfalls stark eingeschränkt. Die Preise für Güter des alltäglichen Bedarfs, aber auch Materialien für Projekte sind stark gestiegen, bei gleichzeitig extrem geringen Einkommen. Finanztransaktionen sind kaum möglich. Die Kommunikation mit den Partnerorganisationen ist nur noch sehr begrenzt möglich, ebenso wie die Kommunikation vor Ort.
„Der Zugang zu Lebensmitteln stellt für alle eine große Herausforderung dar. Die meisten Kubaner und Kubanerinnen, die früher drei Mahlzeiten am Tag zu sich nahmen, müssen nun mit einer einzigen Mahlzeit von geringer Qualität pro Tag auskommen. In vielen Gemeinden ist die Trinkwasserversorgung eingeschränkt und kein sauberes Trinkwasser verfügbar“, so Joel Ortega Dopico, Präsident des Kubanischen Kirchenrates (CIC), einer Partnerorganisation von Brot für die Welt. „Die Sanktionen treffen die Ärmsten. Es sind diejenigen, die bereits zuvor am stärksten unter der wirtschaftlichen und politischen Krise in Kuba gelitten haben“, ergänzt Kathrin Strobel, Direktorin Internationale Programme bei Brot für die Welt.
Partnerorganisationen von Brot für die Welt in Kuba koordinieren Hilfssendungen und setzen vor Ort Hilfsmaßnahmen um. Dazu zählt psychosoziale Unterstützung. Außerdem installieren sie Solarmodule, um auch ohne Öl und Treibstoff unterstützen zu können.
Hinweis für die Redaktionen:
Brot für die Welt kann Kontakt zu Partnerorganisationen vor Ort vermitteln.
Pressekontakt
Prokop Bowtromiuk
Pressesprecher Brot für die Welt
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