Pressemeldung
Angesichts der Klimakrise fordern Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe von der Bundesregierung bei der Weltklimakonferenz COP31 in Antalya verbindliche und konkrete finanzielle Zusagen zur internationalen Klimafinanzierung. Deutschland muss außerdem seine bisherigen Finanzierungszusagen einhalten. Besonders die Anpassungsfinanzierung ist entscheidend, um die ärmsten und besonders betroffenen Länder im Globalen Süden dabei zu unterstützen, sich gegen die Folgen der Klimakrise zu wappnen.
„Menschen, die am stärksten unter der Klimakrise leiden und am wenigsten zu ihr beigetragen haben, sollen nicht länger auf die notwendige Unterstützung warten müssen. Deutschland hat versprochen, ab dem Jahr 2025 jährlich sechs Milliarden Euro für Maßnahmen zum Klimaschutz und Anpassung im Globalen Süden bereitzustellen. Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung aber nur 4,7 Milliarden Euro als Beitrag zur Klimafinanzierung bereitgestellt - 1,3 Milliarden Euro zu wenig. Deutschland muss bei der COP31 zu seinem Wort stehen. Die Zusage muss verlässlich eingehalten werden - und zwar mit zusätzlichen Haushaltsmitteln statt mit Umschichtungen zulasten der Entwicklungszusammenarbeit oder Humanitären Hilfe. Das wäre ein wichtiges Signal an die COP31, dass Deutschland auch seine Verantwortung zur globalen Klimaanpassung ernst nimmt“, erklärt Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. „Die Anpassungsfinanzierung braucht einen verbindlichen und glaubwürdigen Fahrplan, damit die Mittel, wie von den Entwicklungsländern und unseren Partnerorganisationen gefordert, bis 2035 auf jährlich 120 Milliarden US-Dollar erhöht werden.“
Brot für die Welt fordert, die Verursacher der Klimakrise stärker in die Verantwortung zu nehmen. Mit Initiativen wie der Global Solidarity Levy, die beispielsweise eine Abgabe auf Luxus-Flüge vorsieht, können zusätzliche Mittel für die internationale Klimafinanzierung mobilisiert werden. Der Initiative unter der Leitung von Frankreich, Kenia und Barbados haben sich bereits zehn Staaten angeschlossen. Sie verfolgen das Ziel, die Kosten der Klimakrise gerechter zu verteilen. Deutschland sollte sich dieser Initiative anschließen.
Die Klimaverhandlungen in Antalya haben auch Folgen für die humanitäre Hilfe. Die zunehmenden Extremwetterereignisse, aktuell verstärkt durch einen Super-El-Niño, verschärfen humanitäre Krisen weltweit. Gleichzeitig reichen die verfügbaren Mittel der Humanitären Hilfe schon heute nicht aus, um auf bestehende Krisen angemessen zu reagieren. „Humanitäre Hilfe ist chronisch unterfinanziert und kann nicht zusätzlich auch noch die wachsenden Folgen der Klimakrise auffangen. Dafür braucht es zwingend neue Mittel für die Bewältigung von klimabedingten Schäden und Verlusten“, betont Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.
Neben den Finanzierungsfragen müssen während der COP31 auch die Verhandlungen zum Globalen Anpassungsziel (Global Goal on Adaptation, GGA) entscheidend vorangebracht werden. „Es muss messbar gemacht werden, wie gut sich Staaten und Gesellschaften auf die Folgen der Klimakrise vorbereiten und wie Fortschritte bei der Anpassung bewertet werden können“, sagt Sabine Minninger, Klimaexpertin von Brot für die Welt. „Die Indikatoren müssen sich an den Lebensrealitäten besonders verletzlicher Bevölkerungsgruppen orientieren und menschenrechtliche Kriterien berücksichtigen. Bis zur nächsten Weltklimakonferenz 2027 in Addis Abeba muss eine Einigung über die weitere Umsetzung des Globalen Anpassungsziels erreicht werden.“
Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, ist mit Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, und Sabine Minninger, Klimaexpertin von Brot für die Welt, in Antalya vor Ort. Francisco Mari, Ernährungs- und Fischereiexperte von Brot für die Welt, wird ebenso bei der COP31 dabei sein.
Für Hintergrundgespräche, Interviews und Anfragen zur COP31 vor Ort in Antalya, wenden Sie sich an sabine.minninger@brot-fuer-die-welt.de /+49 152 22701676 oder an Tini von Poser +49 179 7752561.
Pressekontakt
Prokop Bowtromiuk
Pressesprecher Brot für die Welt
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