Pressemeldung

Brot für die Welt zum UN-Bericht zur Klimaanpassungslücke: „Industriestaaten stehen nicht zu ihrem Wort“


Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat heute seinen jährlichen sogenannten Adaptation Gap Report veröffentlicht. Unter dem bezeichnenden Titel „Ready? Not“ analysiert der Bericht den Fortschritt der Staatengemeinschaft bei der Schließung der Klimaanpassungslücke. Sabine Minninger, Klimaexpertin bei Brot für die Welt, kritisiert vor allem die mangelnde Finanzierung der Anpassungsmaßnahmen durch die Industriestaaten. Der Bericht verdeutlicht die Dringlichkeit des Themas für die Verhandlungen während der COP31.

„Der Bericht ist der traurige Beweis dafür, dass die Industriestaaten als Hauptverursacher der Klimakrise den Globalen Süden mit den Folgen im Stich lassen. Sie werden weder ihrer Verantwortung gerecht noch stehen sie zu ihren Zusagen.

Deutschland trägt zu dieser Misere bei, auch wenn es bisher der größte Geber im Bereich Anpassung ist. Statt wie zugesagt ab dem Jahr 2025 jährlich sechs Milliarden für Klimaschutz und Anpassung bereitzustellen, flossen bisher nur 4,7 Milliarden Euro durch die Bundesregierung. Dabei sind gerade die ärmsten und verletzlichsten Staaten auf die dringend benötigten Hilfsmittel angewiesen, damit sie sich gegen die Folgen der Klimakrise wappnen können und sich dabei nicht weiter verschulden müssen. Deutschland muss deshalb die Anpassungsfinanzierung massiv ausbauen und sich auf der COP31 für eine Schließung der Anpassungslücke einsetzen. 

Während die Anpassungsmaßnahmen zu kurz greifen, sind die Länder des Globalen Südens schon jetzt schwer von klimabedingten Schäden und Verlusten betroffen. Jüngstes tragisches Beispiel war die Sturzflut in Nepal, ausgelöst durch die globale Gletscherschmelze. Deshalb braucht auch die Finanzierung von klimabedingten Schäden und Verlusten mehr Aufmerksamkeit. Die sogenannten Mittel für ‘Loss and Damage‘ müssen zusätzlich zur Anpassungsfinanzierung und humanitären Hilfe bedarfsgerecht aufgestockt werden. 

Brot für die Welt und seine weltweiten Partnerorganisationen unterstützen die Aussage des Berichts, dass die direkt betroffenen Bevölkerungsgruppen mehr Mitsprache in den Entscheidungsprozessen zur Bewältigung von Klimaschäden erhalten sollten.“

Hintergrund:

Der UNEP Adaptation GAP Report 2026 macht deutlich, dass sich die Mittel für die Klimaanpassung - anders als im Glasgow Pakt von 2021 vereinbart - von 2019 bis zum Jahr 2025 wahrscheinlich nicht auf 40 Milliarden US-Dollar verdoppeln werden. Denn im Jahr 2024 wurde nur ein Aufwuchs auf rund 30 Milliarden US-Dollar erreicht. Der Aufwuchs stagniert vor allem durch die Einsparungen im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Eine dringend benötigte weitere Verdreifachung der zugesagten Mittel bis 2035, wie die Geberstaaten, darunter auch Deutschland, es noch beim letzten Klimagipfel COP30 in Brasilien versprochen haben, ist daher auch nicht in Sicht. Selbst wenn die Geberstaaten ihre Zusagen basierend auf dem Glasgow Pakt bis 2035 einhalten und 120 Milliarden US-Dollar bereitstellen, würde das laut dem Bericht bestenfalls 29% des Anpassungsbedarfs im Globalen Süden decken. Dieser wird im Bericht auf durchschnittlich 305 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt. 

Hinweis für die Redaktionen:
Für Interviewanfragen an Sabine Minninger wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.

Pressekontakt
Prokop Bowtromiuk
Pressesprecher Brot für die Welt
Telefon 030 65211 1599
Mobil 0172 58213 13
prokop.bowtromiuk@brot-fuer-die-welt.de


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