Pressemeldung
Vom 4. bis 8. August 2026 findet das Weltsozialforum (WSF) in Cotonou, Benin, statt. In einer Zeit, in der internationale Konflikte und Krisen zunehmen, wollen dort soziale Bewegungen und zivilgesellschaftliche Organisationen aus aller Welt über Wege zu mehr sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden beraten. Nach Angaben der Veranstalter haben sich bereits rund 10.000 Teilnehmende und fast 1.000 Organisationen angemeldet. Rund 500 Veranstaltungen stehen auf dem Programm.
Im Mittelpunkt stehen dabei Agrarökologie, bäuerliche Landwirtschaft und Alternativen zum industriellen Agrarmodell, das auf Monokulturen, chemischen Düngemitteln, Hybridsaatgut und giftigen Pestiziden beruht. Gerade in Afrika verschärfen Krisen, wie zum Beispiel der Irankrieg, Hunger und Mangelernährung. Wegen der gestörten Versorgung mit Nahrungsmitteln und Dünger entwickelt sich eine erneute Ernährungskrise. Dazu Joyce Brown, Programmdirektorin von HOMEF, einer Partnerorganisation von Brot für die Welt in Nigeria: „Mit agrarökologischen Methoden haben wir in unseren Gemeinschaften gute Erfahrungen gemacht: Wir stärken die Bodenfruchtbarkeit, werden zum Beispiel unabhängiger von chemischen Düngern und können unsere Familien und Dörfer besser mit gesunden Lebensmitteln versorgen“.
Ein weiterer thematischer Schwerpunkt wird Migration sein: Brot für die Welt und Partnerorganisationen werden über die weltweite Situation von Migrant*innen beraten und dabei für sichere und legale Migrationswege, den Schutz von Geflüchteten und ihre Rechte eintreten. Angesichts der aktuellen Situation in Spaniens Enklave Ceuta wird das Forum von der Europäischen Union eine konsequent menschenrechtsbasierte Migrationspolitik einfordern. Zugleich thematisiert das Forum, dass sich die Räume für zivilgesellschaftliches Engagement in vielen Teilen der Welt weiter verengen. Immer häufiger wird die Freiheit der Zivilgesellschaft eingeschränkt – besonders von Frauen, indigenen Gemeinschaften, Minderheiten und LGBTQIA+-Personen.
„Das Weltsozialforum steht seit jeher für die Überzeugung, dass eine andere Welt möglich ist. Heute müssen wir deutlicher denn je sagen: Eine andere Welt ist bitter nötig. Die Ursachen von Armut, Hunger, Klimakrise und Demokratieabbau liegen auch in einem ausbeuterischen Wirtschaftssystem, das Profit über Menschenrechte, soziale Teilhabe und ökologische Grenzen stellt“, sagt Francisco Marí, Referent für Welternährung und Vertreter von Brot für die Welt im Internationalen Rat des Weltsozialforums.
Über das Weltsozialforum
Auf dem Programm des WSF stehen rund 500 Veranstaltungen zu Themen wie Demokratie, Landwirtschaft und Fischerei, Klima, Kolonialismus, Konflikte sowie den Rechten von LGBTQIA+-Personen und indigenen Gemeinschaften. In abschließenden thematischen Versammlungen sollen gemeinsame Forderungen und weitere Aktionen beraten werden. Das Weltsozialforum wurde 2001 in Porto Alegre/Brasilien als Gegenpol zum Weltwirtschaftsforum in Davos und Stimme der sozialen Bewegungen gegründet und findet alle zwei Jahre als Austausch- und Diskussionsforum der globalen Zivilgesellschaft statt. Brot für die Welt ist Gründungsmitglied des Weltsozialforums.
Hinweis für die Redaktionen: Von Brot für die Welt reisen zum Weltsozialforum nach Benin: Francisco Marí, Experte für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik; Imke-Friederike Tiemann-Middleton, Referentin Afrikapolitik; Dr. Joost Koks, Berater für Agrarökologie und Barbara Kühlen, Beraterin für Flucht- und Migrationsfragen. Die Delegation ist erreichbar über Francisco Marí: francisco.mari@brot-fuer-die-welt.de/ Telefon: +49 1794621783. Die Pressestelle kann Interviews vermitteln.
Pressekontakt
Prokop Bowtromiuk
Pressesprecher Brot für die Welt
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