Fürbitte

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat

Fürbitte für den 17. Sonntag nach Trinitatis, den 24. September 2026

Die Fürbitte nimmt Bezug auf den Wochenspruch aus 1. Johannes 5,4c, „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“, das Evangelium von der kanaanäischen Frau (Matthäus 15,21–28), die Berufung des Gottesknechts zum Licht für die Völker (Jesaja 49,1–6) und die Worte des Paulus über den Glauben, der aus dem Hören kommt (Römer 10,9–17).

 

Sprecher*in:

Paulus fragt: „Wie sollen sie hören, wenn niemand ihnen verkündet?“ Es gibt ein Hören, das Worte braucht. Und es gibt ein Hören, das beginnen kann, wenn wir die Not eines Menschen nicht mehr überhören können.

In vielen Teilen der Welt sind Menschen auf Hilfe angewiesen: Menschen, die vor Krieg fliehen, die Naturkatastrophen erlebt haben, die hungern, die ihre Häuser verloren haben, die medizinische Versorgung brauchen. Doch die Mittel für humanitäre Hilfe werden knapper. Im vergangenen Jahr erreichte die Unterstützung Millionen Menschen weniger als zuvor. Was für den einen eine Kürzung im Haushalt ist, kann für den anderen bedeuten, dass Medikamente fehlen, Nahrung nicht ankommt oder ein sicherer Ort unerreichbar bleibt.

Liturg*in:

Gott, du hörst, bevor wir unsere Stimme erheben. Du kennst die Namen der Menschen, deren Not keine Schlagzeile erreicht, und derer, deren Leben davon abhängt, dass jemand hinsieht.

Wir bitten dich: Lass uns nicht taub werden gegenüber dem Ruf derer, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Gib den Verantwortlichen in Regierungen und Organisationen Weisheit und einen weiten Blick. Bewahre sie davor, Menschen nur noch nach Dringlichkeit, Kosten und Zahlen zu sehen.

Stärke alle, die helfen, die Verletzte und Kranke versorgen, Hungernde ernähren, Geflüchtete begleiten und in zerstörten Regionen ausharren. Und wo unsere Kräfte begrenzt sind, zeige uns, was wir tun können. Lass uns deinen Ruf hören: dass kein Mensch vergessen wird, weil seine Not zu weit entfernt ist.

Gemeinde (gesungen): Kyrie eleison!

 

Sprecher*in:

Eine Frau kommt zu Jesus. Sie gehört nicht zu seinem Volk. Sie kommt von außen
und bittet dennoch um Erbarmen. Sie lässt sich nicht abweisen. Sie bleibt. Sie vertraut darauf, dass Gottes Barmherzigkeit größer ist als die Grenze zwischen denen, die dazugehören, und denen, die draußen stehen.

Auch heutzutage wird darüber entschieden, wer Schutz suchen darf, wer als sicher gilt und wer mit seiner Geschichte gehört wird. Deutschland überprüft derzeit erneut, für welche Staaten die Einstufung als sichere Herkunftsstaaten gelten soll. Hinter solchen rechtlichen Kategorien stehen immer Menschen: mit ihrer Angst, mit ihrer Hoffnung, mit ihrer persönlichen Geschichte.

Liturg*in:

Gott, du kennst die Wege der Menschen. Du kennst die Gründe, warum jemand seine Heimat verlässt, und du kennst die Angst dessen, der nicht weiß, ob er bleiben darf.

Wir bitten dich für alle, die Schutz suchen: Lass sie Zuflucht finden. Lass sie Menschen finden, die ihnen zuhören, statt vorschnell über sie zu urteilen. Schenke denen Weisheit, die über Asyl und Aufenthalt entscheiden. Lass Recht und Menschlichkeit nicht zu Gegensätzen werden. Bewahre uns davor, in Menschen zuerst Fremde zu sehen. Erinnere uns daran, dass wir alle nur Gäste auf dieser Erde und auf deine Barmherzigkeit angewiesen sind. Und wenn wir Grenzen brauchen, dann lass sie niemals unsere Herzen verhärten. Gib uns den Mut, den Menschen anzusehen, wo wir versucht sind, nur noch über ihn zu sprechen. Denn dein Erbarmen reicht weiter als unsere Grenzen.

Gemeinde (gesungen): Kyrie eleison!

 

Sprecher*in:

Jesaja hört Gottes Zusage: „Ich habe dich auch zum Licht der Völker gemacht, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde. Ein Licht zu sein, heißt manchmal auch, sich dorthin zu stellen, wo es dunkel geworden ist.

Weltweit setzen sich Menschen für ihre Heimat, für Wälder, Flüsse und Land ein. Sie schützen, was ihnen anvertraut ist – und bringen sich damit in Gefahr. Im vergangenen Jahr wurden über 120 Menschen getötet, die sich für Land und Umwelt einsetzten. Viele von ihnen waren indigene Menschen, Kleinbauern und Menschen, deren Lebensgrundlage unmittelbar mit dem Land verbunden ist. Allein in Kolumbien wurden 39 solcher Tötungen dokumentiert, in Brasilien 26.

Liturg*in:

Schöpfer des Himmels und der Erde, du hast die Erde nicht gemacht, damit wenige über sie verfügen und viele von ihr ausgeschlossen werden.

Wir bitten dich für die Menschen, die ihre Heimat bewahren: für diejenigen, die Wälder schützen, Flüsse verteidigen und für das Recht auf ihr Land eintreten. Bewahre sie vor Gewalt. Stärke diejenigen, die ihnen Schutz geben können. Gib Verantwortlichen die Weisheit, nicht nur auf wirtschaftlichen Gewinn zu sehen, sondern auf die Grundlagen unseres Lebens. Vergib uns, wo wir mit der Erde umgehen, als wäre sie unser Besitz und nicht deine Gabe.

Lehre uns, deine Schöpfung mit offenen Augen zu sehen: das Land, das uns trägt, das Wasser, das wir brauchen, die Menschen, mit denen wir diese Erde teilen. Mach uns zu Menschen, die Licht weitergeben, ohne selbst im Mittelpunkt stehen zu müssen. Und lass unseren Glauben nicht nur Worte bleiben. Lass ihn zu einer Kraft werden, die der Welt standhält, weil sie aus deiner Liebe lebt.

Gemeinde (gesungen): Kyrie eleison!

 


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Kleinbäuerin Claudine Hashazinyange mit Avocados vom Baum ihres Schwiegervaters. Schülerinnen in Äthiopien

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