Fürbitte
Der dritte Sonntag nach Trinitatis steht im Zeichen der weit ausgebreiteten Arme Gottes. Die Fürbitte nimmt Bezug auf den Wochenspruch: Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lukas 19,10), die Epistel (1. Timotheus 1, 12-16) und das Evangelium (Lukas 15, 11-32).
Sprecher*in:
Jesus erzählt von einem Vater, der seinem verlorenen Sohn entgegenläuft. Noch bevor ein Wort der Rechtfertigung gesprochen ist, öffnet er die Arme.
So erzählt Jesus von Gott: einem Gott, der sucht, statt aufzugeben, der vergibt, statt abzurechnen, der Menschen ihre Würde zurückgibt.
Und doch erleben viele Menschen heute das Gegenteil: Sie werden ausgegrenzt, abgeschoben, vergessen.
Liturg*in:
Barmherziger Gott,
du suchst, was verloren ist, und dein Erbarmen kennt keine Grenzen.
Wir bitten dich für Menschen auf der Flucht, für Frauen, Männer und Kinder,
die Schutz suchen und an verschlossenen Grenzen stranden.
Sei bei denen, die in Lagern, Haftzentren oder auf gefährlichen Wegen leben müssen. Stärke alle, die ihnen beistehen, sie begleiten und ihre Rechte verteidigen. Öffne die Herzen der Verantwortlichen, dass Angst nicht größer werde als Menschlichkeit und politische Interessen nicht wichtiger als die Würde des Menschen. Bewahre unsere Gesellschaften davor, Schutzsuchende vor allem als Problem wahrzunehmen.
Hilf deiner Kirche, ein Ort offener Türen und offener Herzen zu sein.
Gemeinde (gesungen): Kyrie eleison
Sprecher*in:
Der Vater im Gleichnis hält Ausschau nach seinem verlorenen Sohn. Er sieht den Menschen, noch bevor andere ihn wahrnehmen.
In diesen Tagen schauen Millionen Menschen auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA. Sie freuen sich auf spannende Spiele, auf Begegnungen über Grenzen hinweg und auf die verbindende Kraft des Sports.
Zugleich erinnert uns das Evangelium daran, auch die wahrzunehmen, die im Umfeld großer Ereignisse leicht übersehen werden: Menschen auf der Flucht, Menschen ohne Stimme, Menschen, die um ihre Würde und ihre Zukunft kämpfen.
Liturg*in:
wir danken dir für die Freude des Sports bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft, für Begegnungen über Grenzen hinweg und für alles, was Menschen miteinander verbindet.
Wir bitten dich auch für die Menschen, die in den Gastgeberländern im Schatten dieses großen Ereignisses leben: für Migrantinnen und Migranten, für Schutzsuchende an den Grenzen, für alle, die in Angst leben müssen, weil sie verfolgt, ausgegrenzt oder entrechtet werden.
Stärke alle, die ihnen beistehen, und schenke den politisch Verantwortlichen den Mut,
für die Würde jedes Menschen einzutreten. Lass nicht zu, dass Menschenrechte ins Abseits geraten, wenn die Aufmerksamkeit der Welt auf anderes gerichtet ist. Lass nicht zu, dass Feste, wirtschaftliche Interessen oder politische Macht wichtiger werden als die Menschen, deren Leben bedroht ist.
Gemeinde (gesungen): Kyrie eleison
Sprecher*in:
In der Schrift heißt es: „Mir ist Barmherzigkeit widerfahren.“ Kein Mensch lebt allein von seiner eigenen Stärke. Wir alle sind angewiesen auf Vergebung, auf neue Wege und neue Anfänge.
Unsere Welt aber scheint immer tiefer in Konflikte zu geraten. Kriege dauern an,
Misstrauen wächst, und technische Möglichkeiten schaffen neue Formen der Gewalt.
Liturg*in:
Gott des Friedens,
wir bitten dich für eine Welt, die von Kriegen und Spannungen geprägt ist. Für die Menschen in den Kriegsgebieten, für die Verletzten, Vertriebenen und Trauernden. Für alle, die politische Verantwortung tragen, für Diplomatinnen und Diplomaten, für Friedensfachkräfte und Vermittler.
Bewahre die Menschheit davor, Entscheidungen über Leben und Tod an Maschinen und Algorithmen zu delegieren. Stärke alle Bemühungen, das Recht zu achten, Gewalt zu begrenzen und Wege der Verständigung offen zu halten. Lehre uns, andere nicht als Gegner, sondern als Mitmenschen zu sehen.
Gemeinde (gesungen): Kyrie eleison