Meine Ankunft in Sambia
Als ich vor einem halben Jahr in Sambia ankam, war ich unglaublich aufgeregt. Ein anderes Land, ein für mich neuer Kontinent und neue Menschen. Selbst meine Mitfreiwilligen kannte ich nur aus der Woche im Vorbereitungsseminar in Berlin. Doch schnell habe ich gemerkt, dass ich mich gut auf sie verlassen kann und dass es unglaublich viel Halt gibt, sie dabei zu haben.
Nach einer Woche in Lusaka mit den anderen Freiwilligen ging es dann so richtig los. Mein Mentor holte mich ab und wir fuhren gemeinsam acht Stunden nach Kitwe. Es war ein seltsames Gefühl, denn ich bin die einzige Freiwillige von Brot für die Welt in Kitwe. Zudem lebe ich auf einer Farm, die etwas außerhalb liegt. In den ersten paar Tagen war das schon etwas schwierig für mich, da ich in meinem neuen Umfeld noch niemanden kannte. Doch das hat sich schnell geändert. Die Menschen auf der Farm, insbesondere meine Nachbarin, haben mich unglaublich liebevoll aufgenommen. Meine Nachbarin Evelyn hat mich vom ersten Augenblick an in ihre kleine Familie aufgenommen. Da sie auch meine Kollegin war, habe ich sehr viel Zeit mit ihr verbracht. Mittlerweile ist sie leider umgezogen, aber wir haben immer noch viel Kontakt.
Neue Freundschaften auf der Farm
Im Allgemeinen hat sich meine Situation in Bezug auf Freundschaften mittlerweile sehr geändert. Ich bin nicht mehr darauf angewiesen, dass mich andere Menschen mitnehmen. Seit einiger Zeit habe ich einen kleinen Freundeskreis, mit dem es sich anfühlt, als würden wir uns schon sehr lange kennen.
Auf der Farm gibt es in der Freizeit nicht viel zu unternehmen, da wir sehr abgeschottet sind. Dafür ist es umso schöner, dass immer jemand da ist, mit dem man sich unterhalten kann. Auch die Wochenenden kann ich mir nicht mehr ohne meine Freund*innen vorstellen.
Mein neues Zuhause
Während ich mit den anderen Freiwilligen von Brot für die Welt im Urlaub und beim Zwischenseminar war, habe ich meine Freund*innen von der Farm unglaublich vermisst und war froh, wieder zurück zu sein. Ich finde es verrückt, wie schnell man einen neuen Wohnort mit den richtigen Menschen als Zuhause wahrnehmen kann, wenn man Heimweh hat.
Freundschaften zu den anderen Freiwilligen
In den letzten sechs Monaten habe ich auch die anderen Freiwilligen viel besser kennengelernt. Es sind richtige Freundschaften entstanden, obwohl ich sie nicht so oft persönlich sehe. Wir haben viel Kontakt über WhatsApp, schreiben uns und helfen einander. Das ist auch bei den Freiwilligen der Fall, die nicht von Brot für die Welt sind. Wir machen halt sehr ähnliche Erfahrungen und es macht Spaß und tut gut, sich darüber auszutauschen.
Ich finde es wirklich beeindruckend, wie einfach es in meinem Umfeld ist, neue Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen. Das hilft mir sehr – auch, dass ich mich mit meinen Kolleg*innen so gut verstehe und dass ich so nett aufgenommen wurde!
Meine Arbeit auf der Farm
Auf der Farm mache ich die unterschiedlichsten Dinge. Ich helfe auf dem Feld beim Maisanbau, im Garten beim Gemüseanbau, bei der Schweinehaltung und ein bisschen im Büro. Besonders gefällt mir, dass ich so viel draußen bin und auf dem Feld mitarbeiten kann. Am meisten Spaß macht mir jedoch die Arbeit im Gemüsegarten. Wir bauen die unterschiedlichsten Dinge an. Zum Beispiel Tomaten, Karotten, Rape und Okra. Es ist schön zu sehen, wie die kleinen Pflanzen, insbesondere jetzt in der Regenzeit, jeden Tag wachsen und ich bin stolz darauf, einen Beitrag zum Gedeihen der Pflanzen zu leisten. Außerdem macht es mir großen Spaß, mit den Schüler*innen, die hier auf der Farm ökologische Landwirtschaft lernen, Beete anzulegen. Normalerweise läuft bei der Arbeit Musik und wir unterhalten uns. So powert man sich aus und verbringt gleichzeitig noch Zeit mit seinen Freund*innen. Das ist wirklich toll. Für mich ist die Arbeit hier auf der Farm genau das Richtige für meinen Freiwilligendienst.
Von Sarah Brunzel



