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Brückenschlag zwischen Christen aus sechs Ländern - Konzert „Weite wirkt“ in Wetzlarer Kreuzkirche

Von Sandra Stanger am
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Sandra Stanger Referentin Event
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Wetzlar (bkl). Botswana, Burkina Faso, Deutschland, Indonesien, Kongo, Namibia – wie es gelingen kann, junge Menschen aus unterschiedlichen kulturell-konfessionellen Traditionen in Afrika, Asien und Deutschland in einen lebendigen Austausch miteinander zu bringen, das hat das „Weite wirkt-Konzert“ in der Wetzlarer Kreuzkirche mit den 19 Musikern der Gruppen „Live my Life“, „Mélodies d` éspoir“ und „Terangapi“ auf eindrückliche Weise gezeigt. Rund 150 Besucher, unter ihnen auch Stadtrat Norbert Kortlüke (Grüne) in Vertretung für Oberbürgermeister Manfred Wagner und Altsuperintendent Rainer Kunick waren gekommen, um sich unter dem Motto „Die Welt bei uns“ musikalisch und inhaltlich mit dem Jahresthema der EKD-Reformationsdekade auseinanderzusetzen.

Eingeladen hatten die Evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar in Kooperation mit der rheinischen Kirche. „Vergnügt, erlöst, befreit können wir im Namen Jesu durchs Leben ziehen mit weitem Blick für unsere Partner in aller Welt und die anvertraute Zeit miteinander teilen“, sagte der Braunfelser Superintendent Roland in seinem Grußwort.

Ein Grußwort gab es zudem von Oberkirchenrätin Barbara Rudolph aus der Landeskirche, das Moderatorin Pfarrerin Alexandra Hans (Wißmar), Vorsitzende der kreiskirchlichen Ökumene-Ausschüsse, verlas und von Heide Wegat, Referentin für Entwicklungszusammenarbeit von „Brot für die Welt“, die aus Berlin gekommen war.

Pfarrerin Hans begrüßte unter den Anwesenden auch Heidi Stiewink, kreiskirchliche Beauftragte für Partnerschaft und Ökumene und TIKATO-Vorsitzende, die die Veranstaltung mit viel Engagement vorbereitet hatte sowie Pfarrer Joachim Dührkoop (Wied) vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene.

Die versierten Musiker aus drei Erdteilen präsentierten mit Percussion, Gitarren und Keyboard ein breit gefächertes Programm, das durchweg mit großem Applaus honoriert wurde.

Tanz, Instrumentalmusik sowie eine ausdrucksstarke Körpersprache, die den Inhalt der gesungenen Texte anschaulich unterstrich, präsentierte die Gruppe „Mélodies d` éspoir“ aus Ougadougou in Burkina Faso. Mit ihren „Melodien der Hoffnung“, christlichen Lob- und Dankliedern, vermittelten die drei Künstler mit ihrer Leiterin Adonija Bazié (Gesang), Joel Manassé Bazié (Gesang und Klavier) und Eldad Kaboré (Percussion) nicht nur ein Stück afrikanische Lebensart, sondern auch ein tief empfundenes Gottvertrauen, gleichzeitig mit dem Ziel, die Zuhörer anzurühren inmitten einer unmenschlichen Welt. Die Lieder hatten Eldad Kaboré und dessen Vater, Pastor David Kaboré, selbst getextet und komponiert, zum Teil eigens für das Konzert zum Reformationsjubiläum.

Einen Vorgeschmack auf das Musicalprojekt „Live my Life“ gab der gleichnamige Partnerschaftschor im Rahmen des Konzertes mit christlichen Songs im Rock- und Popgewand wie „Center of life“ oder provokant: „All that I am“, ein Liebeslied ans Handy. Die zwölfköpfige Gruppe unter Leitung von Thomas Fricke aus Katzenfurt ist gerade dabei, ein trilaterales Workcamp vorzubereiten, bei dem sich junge Erwachsene aus Namibia, Botswana und Deutschland in einem gemeinsamen musikalischen Projekt der Frage stellen, welche Alltagserfahrungen Jugendliche in je ihrem Land haben, mit welchen Problemen sie sich auseinandersetzen müssen und wie sie voneinander lernen können. Mit dabei schon in der Kreuzkirche auch zwei afrikanische Künstler: Hitjivirue Nunuhe aus Namibia und Michel Sanya Mutambala. Der Kongolese animierte die Besucher gekonnt zum Mitklatschen und –tanzen.

Mit traditionellem Liedgut prominenter indonesischer Komponisten und Musiker, in dynamischem Jazz dargeboten, verstand es die Gruppe „Terangapi“ aus Jakarta, das Publikum zu begeistern. Inhaltlich beschrieben die Songs aus den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die indonesische Landschaft wie den „Solo River“, den längsten Fluss auf Java, die Genderproblematik und eine traurig endende Liebesgeschichte. Die jungen Musiker Clara Marianna Siregar (Gesang), Randy H.M. Siregar (Gitarre), Melvin M.R. Silalahi (Klavier und Gitarre) und Satria Astungkara (Percussions), deren Bandbezeichnung „Licht des Feuers“ bedeutet, präsentierten ihren Zuhörern zudem mehrere bekannte christliche Lieder aus Indonesien, die von dem Glück erzählen, Gott als ständigen Lebensbegleiter an der eigenen Seite zu wissen.

In der „Zeit der Begegnung“ vor dem Konzert gab es Informationen aus den beteiligten Partnerschaftsländern. Die Anwesenden legten helle und dunkle Steine auf Tücher aus Botswana, Burkina Faso, Indonesien und Deutschland. Sie erzählten dabei, worauf sie in ihrem Land stolz sind, was sie belastet und welche Wünsche sie an die Partner aus anderen Ländern haben. Für kompetente Übersetzung aus dem Französischen sorgten Silvia von Verschuer und Schulpfarrer Andreas Engelschalk.

Am Ende versammelten sich spontan alle Musiker zum gemeinsam gesungenen „Amazing grace“ und „O happy day“ auf der Bühne – ein schönes Zeichen des Brückenschlags zwischen Christen aus sechs Ländern.

Mit herzlichen Worten dankte die Wetzlarer Superintendentin Ute Kannemann den Musikern und Organisatoren. Ein besonderer Dank sowie ein Blumenstrauß gingen von beiden Superintendenten an Heidi Stiewink für die gute Vorbereitung der Veranstaltung. Zu Anfang begrüßt hatte Pfarrer im Probedienst Thomas Weckbecker als Vertreter der Kirchengemeinde.