Isaya Mwita auf seiner Farm vor Bananenpflanzen
Tansania

Ernährungssicherheit trotz Klimawandel

Am Victoriasee in Tansania ist die Klimakrise längst Realität: Unregelmäßige Regenzeiten und wiederholte Dürren haben mehrmals die Ernte vernichtet und viele Familien in Hunger und Schulden gestürzt. Doch das Projekt unserer Partnerorganisation zeigt, wie schnell Menschen sich an den Klimawandel anpassen können.

Klimarisiken erkennen und verringern

Die Dorfbewohner im Misungwi-Distrikt erinnern sich noch gut an Zeiten, in denen viele Bäume Wind und Regen abgefangen haben. Heute sehen sie kahle Flächen, auf denen scharfer Wind den Boden davonträgt oder Regengüsse ihn fortspülen. Durch die Erosion verarmen die Böden und die Erträge sinken. Hier setzt unsere Partnerorganisation an, die mit den Menschen eine Klimarisikoanalyse durchführt.

In Dorfversammlungen untersuchen die Gemeinschaften, wie sich ihre Umwelt verändert hat und wie verwundbar ihre Lebensgrundlagen sind. „Wenn die Menschen verstehen, warum die Erosion zunimmt, schlagen sie selbst vor, wieder Bäume zu pflanzen“, sagt Projektleiterin Rodah Mesha vom Mwanza Rural Housing Programme (MRHP). Gleichzeitig macht die Klimarisikoanalyse sichtbar, welche Ressourcen den Dorfbewohnern helfen können: ihr Wissen, ihre Arbeitskraft und ihre Netzwerke.

„Unser Ziel ist vor allem die Ernährungssicherheit auf Haushaltsebene“, sagt Mesha. Viele Böden in der Nähe des Victroriasees sind wenig fruchtbar und der Klimawandel verschärft die Situation. Um die Risiken besser zu verstehen, unterstützt MRHP die Dorfgemeinschaften dabei, solche Klimarisikoanalysen durchzuführen – mit dem von Brot für die Welt mitentwickelten PACDR-Tool. Die Abkürzung steht für „Participatory Assessment of Climate and Disaster Risks“, also die gemeinschaftliche Beurteilung der Klimagefahren. „Dieses Instrument hilft den Menschen selbst zu erkennen, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind – und eigene Lösungen zu finden“, erklärt Projektleiterin Mesha.

Die Dorfgemeinschaft entwickelt einen Plan

Am Ende dieses Prozesses steht ein Anpassungsplan, den die Dorfgemeinschaft selbst erarbeitet – mit Ideen für Wasserspeicher, Schutzdämme oder neue Anbaumethoden. „Die Entscheidungen liegen bei den Dorfbewohnerinnen und -bewohnern. Wir sorgen dafür, dass sie ihre Vorhaben auch umsetzen können – etwa durch Trainings, Kontakte zu Baumschulen oder Gespräche mit Behörden“, so die Projektleiterin.

Mit der Unterstützung von MRHP haben die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern klimaresiliente Anbaumethoden entwickelt. Anstatt zum Beispiel die Samen wie gewohnt auf den gepflügten Boden zu säen, graben sie kleine Löcher, geben etwas Tierdung dazu und setzen die Samen dort hinein. Das Loch bleibt oben leicht offen, damit sich Regenwasser im Boden sammelt. So haben die Pflanzen auch in langen Trockenzeiten genug Feuchtigkeit. „Das ist eine einfache Technik, aber sie macht den Unterschied zwischen Hunger und einer gesicherten Ernte“, betont Mesha.

Besonders stolz ist sie darauf, dass sich in den Dörfern traditionelles Wissen und moderne Wissenschaft ergänzen. „Wir verknüpfen das lokale Wissen der Menschen mit dem der Meteorologie“, erklärt sie. Offizielle Wetterberichte sind oft zu allgemein für einzelne Dörfer. Die Bewohner*innen achten dagegen seit Generationen auf Naturzeichen – etwa auf Blüten oder das Verhalten von Vögeln. Dieses Wissen ist wertvoll, wird durch den Klimawandel jedoch unsicher. „Früher stimmten die Zeichen fast immer, heute verschieben sich Regenzeiten oder bleiben ganz aus“, sagt Mesha. Deshalb gleichen die Menschen ihre Beobachtungen inzwischen mit den Prognosen der Meteorologiebehörde ab. „Aus dieser Kombination entsteht eine Vorhersage, die besser zu ihrem Dorf passt. Damit können sie viel besser entscheiden, wann und was sie anpflanzen.“

Ernährungssicherheit dank Anpassung

Die Wirkungen sind deutlich sichtbar: Der Anbau von dürreresistenten Sorten wie Hirse oder Sorghum verbessert die Ernährungssicherheit. Wasserspeicher sichern die Versorgung in Trockenzeiten. Energiesparöfen, die im Rahmen der Anpassungspläne eingeführt wurden, senken den Holzverbrauch und schonen die Wälder. Zusätzlich erschließen die Dorfgemeinschaften neue Einkommensquellen: Aus den Klimarisikoanalysen entstanden Ideen für Seifenproduktion, Hühnerhaltung und Fischteiche. „Viele Familien, die früher während einer Dürre Hunger litten, können heute ihre Ernährung sichern“, berichtet Mesha. „Manche haben sogar Überschüsse, die sie verkaufen.“ Mit dem zusätzlichen Einkommen bezahlen Eltern Schulgeld oder tätigen kleine Investitionen. Frauen berichten, dass sie durch die Öfen weniger Zeit fürs Holzsammeln brauchen – Zeit, die sie nun für ihre Kinder oder den Anbau nutzen können.

Für Mesha ist entscheidend, dass die Dorfgemeinschaften selbst aktiv werden. „Am Ende stehen sie auf und sagen: ,Wir pflanzen 100 Bäume‘, oder: ,Wir bauen einen Wasserspeicher‘. Es kommt nicht jemand von außen und macht es für sie. Sie gestalten ihre Zukunft selbst.“

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