Christi Himmelfahrt steht im Zeichen der Erhöhung Christi und der Verheißung seiner bleibenden Gegenwart. Die Fürbitte nimmt Bezug auf den Wochenspruch: „Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen“ (Johannes 12,32), auf das Evangelium (Lukas 24,44–53), die Epistel (Apostelgeschichte 1,3–11) und die alttestamentliche Lesung (1. Könige 8,22–28).
Sprecher*in:
Jesus wird vor den Augen der Jünger emporgehoben. Sie sehen ihn nicht mehr – und bleiben doch nicht verlassen zurück.
Die Engel fragen sie: „Was steht ihr da und seht zum Himmel?“
Auch wir stehen zwischen Himmel und Erde: voller Fragen, voller Sehnsucht nach Frieden, Orientierung und Hoffnung.
In diesen Wochen erleben viele Menschen die Welt als unsicher und zerrissen. Kriege dauern an, Hass und Lüge nehmen zu, humanitäre Hilfe gerät unter Druck, und viele verlieren das Vertrauen, dass sich Gerechtigkeit und Verständigung noch durchsetzen können.
Liturg*in:
Jesus Christus,
wir sehen dich nicht, und doch bleibst du gegenwärtig.
Ziehe die Menschen zu dir, wo Hass und Gewalt das Zusammenleben zerstören.
Ziehe die Mächtigen zur Verantwortung und den Verzagten gib Hoffnung.
Bewahre uns davor, wie gebannt auf das zu starren, was uns Angst macht und lähmt.
Hebe unseren Blick für dein kommendes Reich.
Sende deinen Geist in die Herzen derer, die Frieden suchen,
die vermitteln, versorgen und schützen.
Lass deinen Segen unter uns bleiben, wie du die Jünger segnend verlassen hast.
Gemeinde (gesungen):
Komm Heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und leben schafft.
Sprecher*in:
König Salomo betet im Tempel:
„Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen.“
Gott ist größer als alles, was Menschen bauen, besitzen oder beherrschen können.
Und doch versuchen Menschen immer wieder, Grenzen zu setzen: zwischen Nationen, zwischen Arm und Reich, zwischen denen, die dazugehören, und denen, die draußen sind.
Liturg*in:
Gott des Himmels und der Erde,
kein Ort ist fern von dir.
Sieh auf die Menschen, die auf der Flucht sind, die Schutz suchen
und auf Menschlichkeit hoffen.
Bewahre uns vor hartherzigen Worten und vor einer Politik,
die Angst über Mitgefühl stellt.
Öffne Räume der Begegnung und schenke Weisheit allen,
die Verantwortung tragen.
Lass uns erkennen, dass deine Gegenwart größer ist
als unsere Grenzen.
Gemeinde (gesungen):
Komm Heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und leben schafft.
Sprecher*in:
Die Jünger kehren nach der Himmelfahrt Jesu mit großer Freude nach Jerusalem zurück.
Sie warten auf den Geist Gottes. Und sie bleiben beieinander, beten und hoffen.
Viele Menschen sehnen sich heute nach neuer Kraft:
Menschen, die Angehörige pflegen,
die erschöpft sind von Sorge und Verantwortung,
die sich ohnmächtig fühlen angesichts der Krisen dieser Zeit.
Liturg*in:
Treuer Gott,
du lässt uns nicht allein zurück.
Stärke alle, die müde geworden sind. Richte auf, die keine Hoffnung mehr sehen.
Segne die Arbeit derer, die heilen und helfen, die Kinder begleiten,
Kranke pflegen und Trost spenden.
Lass deine Kirche ein Ort der Hoffnung sein: nicht weltfremd, sondern der Erde zugewandt und offen für deinen Himmel.
Denn du ziehst die Menschen zu dir durch Liebe, die bleibt,
durch Hoffnung, die trägt, durch deinen Frieden.
Gemeinde (gesungen):
Kyrie eleison. Komm Heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und leben schafft.