Karfreitag steht ganz im Zeichen des Kreuzestodes Jesu Christi. Die Fürbitte nimmt Bezug auf die alttestamentliche Lesung (Jesaja 53, 13-15; 53, 1-12), Epistel und Predigttext (2. Korinther 5, 14-21) und das Evangelium (Johannes 19, 16-30)
Sprecher*in:
Jesus wird verurteilt, verspottet und ans Kreuz geschlagen.
Er ist ausgeliefert – der Gewalt, dem Spott, der Gleichgültigkeit.
Die, die Macht haben, entscheiden über ihn. Die, die ihn sehen, wenden sich ab.
Auch heute erleben Menschen,
dass über ihr Leben entschieden wird,
ohne dass sie gehört werden.
Schutzsuchende werden abgewiesen, ausgelagert,
abgeschoben – oft weit weg von dem Ort,
an dem ihre Not gesehen werden könnte.
Liturg*in:
Gekreuzigter Christus,
du wurdest verworfen und kanntest das Leid derer, die keinen Ort haben.
Wir bitten dich für alle Menschen auf der Flucht,
für die, die Schutz suchen und doch abgewiesen werden.
Wo durch politische Entscheidungen Menschen entrechtet und ausgegrenzt werden,
wo ihr Leid verwaltet statt gelindert wird: Sei du ihnen nahe.
Rufe uns heraus aus Gleichgültigkeit und Angst.
Lehre uns, die Menschen zu sehen, denen wir begegnen.
Bewege alle, die Verantwortung tragen, Wege zu suchen,
die zu Gemeinschaft und Leben in Fülle führen, für alle Menschen.
Gemeinde (gesungen): Kyrie eleison.
Sprecher*in:
„Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden“, heißt es beim Propheten.
Unrecht geschieht – und wird doch hingenommen.
Macht setzt sich durch, Wahrheit wird verdreht,
und wer widerspricht, gerät unter Druck.
Weltweit wachsen autoritäre Strukturen.
Rechte werden eingeschränkt,
Zivilgesellschaft wird bedrängt, und Menschen,
die sich für Gerechtigkeit einsetzen, leben gefährdet.
Liturg*in:
Jesus Christus, du bist den Weg der Wahrheit gegangen
und hast dem Unrecht nicht das letzte Wort gelassen.
Du hast gelitten unter menschlicher Gewalt
und bist doch bei der Wahrheit geblieben.
Wir bitten dich für alle, die in Unrechtssystemen leben,
für die, die verfolgt werden,
weil sie für Gerechtigkeit eintreten.
Stärke ihren Mut, Bewahre ihre Hoffnung.
Und wo Macht missbraucht wird,
wo Recht gebeugt und Wahrheit unterdrückt wird: Richte auf, was zerbrochen ist.
Erneuere den Sinn für Recht und Gerechtigkeit unter den Völkern.
Und lass uns nicht schweigen,
wo Menschen in ihrer Würde verletzt werden.
Gemeinde (gesungen): Kyrie eleison.
Sprecher*in:
Jesus stirbt am Kreuz.
Er schreit seine Verlassenheit hinaus
– und vertraut sich doch Gott an.
Im Kreuz verdichtet sich das Leid der Welt:
Unschuldige leiden, Gewalt setzt sich durch,
und Hoffnung scheint zu zerbrechen.
Auch heute erfahren Menschen Leid, Krankheit, Krieg und Verlust.
Sie sind ausgeliefert an Kräfte, die sie nicht kontrollieren können.
Liturg*in:
Gott, du hast deinen Sohn nicht bewahrt vor dem Leiden,
aber du warst ihm nahe im Dunkel. In ihm hast du die Welt mit dir versöhnt.
Wir bitten dich für alle, die leiden
– sichtbar oder verborgen, für die Kranken,
die Sterbenden, für die Opfer von Gewalt und Krieg, für die,
die keinen Ausweg sehen und deren Hoffnung zerbricht:
Sei ihnen nahe. Halte sie in deiner Hand.
Wo Schuld trennt und Leben zerstört, schenke Versöhnung,
wo Tod das letzte Wort zu haben scheint, bewahre die Hoffnung auf dein Leben.
Führe uns durch das Dunkel hindurch auf deinen Weg – den Weg, der zum Leben führt.
Gemeinde (gesungen):
Kyrie eleison.