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Gewalt gegen Frauen beenden: Ansatz aus DR Kongo

Geschlechtsspezifische Gewalt findet in jedem Land dieser Welt statt – eine Schatten-Pandemie, die viel mehr Aufmerksamkeit benötigt. Das „Kompetenzzentrum Denis Mukwege“ in der Demokratischen Republik Kongo erforscht Wege, die Gewalt gegen Frauen zu beenden.

Von Isabelle Uhe am
Orange Day 2022

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Warum muss heute noch jede dritte Frau weltweit Gewalt erleben? Allein in Deutschland erfahren jährlich über 100.000 Frauen vor allem im häuslichen Umfeld Gewalt und bringen dies zur Anzeige. Die wahre Zahl bleibt uns verborgen. Jeden dritten Tag wird hierzulande eine Frau getötet, und weltweit sind jetzt, in diesem Moment, Millionen von Frauen körperlicher und seelischer Grausamkeiten ausgesetzt. Die Ursachen sind vielfältig: es geht um Macht und Rollenbilder in patriarchal geprägten Gesellschaften, es geht um Gefühle der Ohnmacht in schwierigen ökonomischen Verhältnissen. Man spricht auch von einer Schatten-Pandemie. Doch im Gegensatz zu anderen Pandemien steht diese zu wenig im Zentrum der Aufmerksamkeit!

Eine Form der Gewalt gegen Frauen ist die sexualisierte Kriegsgewalt - Folter, die als Waffe und Strategie, eingesetzt wird, um Menschen zu vertreiben, um Dörfer und Gemeinschaften zu zerstören und Widerstand zu brechen. Jeden Tag überleben Frauen in Kriegsgebieten systematische Vergewaltigungen. Wenn sie keine medizinische und psychologische Unterstützung erhalten, leiden sie anschließend unter lebenslangen körperlichen und psychischen Folgen. Wir haben zuletzt von Fällen in der Ukraine gehört. Doch ein Land wird meist vergessen: die Demokratische Republik (DR) Kongo mit ihrer großen Zahl an Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt. Der langjährige Konflikt im Osten des Landes geht uns alle etwas an. Denn bei der dort ausgeübten Gewalt geht es oft um den Zugriff auf Ressourcen, die wir in unseren Konsumgütern nutzen. Frauen leiden besonders unter diesem Konflikt; vor allem sie sind die Opfer dieser sexualisierten Gewalt. Doch die Täter kommen meist ungestraft davon, die Weltgemeinschaft schaut zu – oder wissentlich weg.

Auszug aus der Rede von Denis Mukwege

Der kongolesische Gynäkologe, Dr. Denis Mukwege, der sich seit mehr als zwei Jahrzehnten dem Kampf gegen sexuelle Gewalt widmet, formulierte es in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Friedens-Nobelpreises an ihn im Jahr 2018 so:

„Ich komme aus einem der reichsten Länder der Welt. Und doch gehören die Menschen in meinem Land zu den Ärmsten der Welt. Das kongolesische Volk wird seit mehr als zwei Jahrzehnten vor den Augen der internationalen Gemeinschaft gedemütigt, missbraucht und massakriert. Mein Land wird systematisch geplündert, […] während die Gewinne aus unseren Bodenschätzen in den Taschen räuberischer Oligarchen landen.

Seit zwanzig Jahren sehe ich im Krankenhaus von Panzi Tag für Tag die erschütternden Folgen dieses widerlichen Missmanagements des Landes: Babys, Mädchen, junge Frauen, Mütter, Großmütter, aber auch Männer und Jungen, die grausam vergewaltigt werden, oft öffentlich und kollektiv. Nicht nur die Gewalttäter sind für ihre Verbrechen verantwortlich, sondern auch diejenigen, die lieber wegschauen. Heute, wo die leistungsfähigste Kommunikationstechnologie aller Zeiten zur Verfügung steht, kann niemand mehr sagen: Ich habe es nicht gewusst.“

Ursachen erforschen, Frauen stärken, Gewaltspirale beenden

Das von Brot für die Welt geförderte „Centre d’Excellence Denis Mukwege“ in Bukavu teilt die Vision des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen: eine gleichberechtigte Gesellschaft, in der alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen beseitigt sind. Am 1. November wurde das Forschungszentrum in Bukavu feierlich eröffnet. Das Forschungszentrum wird daran arbeiten, die Ursachen, Formen und Hintergründe für geschlechtsspezifische Ungleichheit und sexualisierte Gewalt in der DR Kongo, vor allem in den beiden Kivu-Provinzen, in der Tiefe zu verstehen. Daraus sollen Ansätze für konkrete und nachhaltige Veränderungen entwickelt werden. Dabei geht es nicht nur um die vielfach thematisierte sexualisierte Kriegsgewalt, sondern um weietre vielfältige Formen von geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt.

Zugleich wird das Zentrum zur Förderung der Führungskompetenzen von Frauen, mit dem Ziel von mehr politischer und gesellschaftlicher Teilhabe, beitragen. Dabei ist es wichtig, die Rechte und die Würde der Frauen in der Bevölkerung so zu stärken, dass sich das Rollenbild der Frauen, wie auch das der Männer, in der Gesellschaft wandeln und sich vermehrt Frauen in Führungspositionen etablieren können. „Wir alle haben die Macht, den Lauf der Geschichte zu verändern“, sagte Denis Mukwege in seiner Rede. Geschichte, die auch von Frauen geschrieben werden kann und muss.

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