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Deutschland blockiert Richtlinien für mehr Transparenz

In Europa wird zur Zeit über Transparenzanforderungen für große Unternehmen verhandelt. Diese sollen über die sozialen und ökologischen Risiken ihrer Geschäftstätigkeit berichten. Die Richtlinie droht momentan am Widerstand Deutschlands zu scheitern.

 

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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In Europa wird in diesen Tagen über die Einführung einer Offenlegungspflicht von Unternehmen zu sozialen und ökologischen Aspekten der Geschäftstätigkeit entschieden.Transparenz ist die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen und ökologischen Risiken. Angela Merkel forderte daher auf dem evangelischen Kirchentag in Hamburg zurecht mehr Transparenz bei den Herstellungsbedingungen von Textilien für den globalen Markt.

Umso verwunderlicher ist die ablehnende Haltung der Kanzlerin zur europäischen Richtlinie. Bislang hat sich die Bundesregierung im EU-Ministerrat bei der Gestaltung der Richtlinie wenig kompromissbereit gezeigt. Insbesondere das Bundeskanzleramt drängt darauf die Anzahl der von der Richtlinie betroffenen Unternehmen so weit wie möglich reduzieren. Darüber hinaus versucht es zu verhindern, dass Unternehmen bei der vorgesehenen Berichterstattung auch die möglichen Risiken in den Zulieferketten mit berücksichtigen müssen. Gerade in den Lieferketten ist das Risiko jedoch besonders hoch, mittelbar zu Schäden für Mensch und Umwelt beizutragen. Deutlich wurde dies zuletzt an dem Fabrikeinsturz in Bangladesch, bei dem mehr als tausend Menschen umkamen.

Das Europäische Parlament wird eine weitere Weichspülung der Richtlinie nicht mitmachen und die Richtlinie droht nun zu scheitern. Die politische Verantwortung für das Zustandekommen der Richtlinie zu Offenlegung liegt jetzt allein bei den Mitgliedstaaten, insbesondere bei Deutschland. Das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, in dem Brot für die Welt aktives Mitglied ist, fordert die Bundeskanzlerin in einem offenen Brief auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben sich für die Einführung einer ausgewogenen unternehmerischen Transparenzpflicht einzusetzen. 

 

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