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In den wahren Wert von Land investieren

Anlässlich des Weltwüstentags am 17. Juni warnt die UN: Ein Drittel der weltweiten Böden sind degradiert. Der Grund dafür sind die Ausbreitung der Intensivlandwirtschaft aber auch der unkontrollierte Ausbau von Siedlungen und Städten. Jährlich gehen so rund 75 Mrd. Tonnen wertvollen Bodens verloren.

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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Aufgrund von Überweidung und Entwaldung stark degradierte Böden in Chaseyama/Simbabwe

Das Motto des diesjährigen Weltwüstentags ist: „Land hat einen wahren Wert. Investieren Sie in ihn.“  Damit wird für Landbewirtschaftungspraktiken geworben, die das Land produktiv und fruchtbar halten. Angesprochen sind Investoren, Politiker*innen bis hin zu Konsument*innen. Es geht nicht um Investments für reine Rendite, sondern darum wahre Werte als Leitprinzipien wirtschaftlichen Handelns zu verankern, darunter vorne weg Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen.  Das Engagement von Julious Piti, Begründer der Brot für die Welt Partnerorganisationen PORET in Simbabwe, zeigt, wie Investments dieser Art aussehen können.

Pitis Erfolge sind weit über Simbabwes Grenzen hinaus anerkannt

Der Agrarökologe schafft es, in von Trockenheit und Bodenübernutzung geplagten Gemeinden, Wasserkreisläufe wiederherzustellen und damit Klima und Landwirtschaft deutlich zu verbessern. In Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort unterstützt er Aufbau und Arbeit von lokalen Permakulturvereinen. Durch den Bau von Wasserauffangbecken, Gräben und den Anbau von wasserspeichernden Pflanzen und Bäumen wird der Wasserrückhalt in den Böden ermöglicht. So entsteht ein besseres Mikroklima für das Pflanzenwachstum -  Lebensgrundlage der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die Erfolge der zwei Jahrzehnte währenden Arbeit sind heute weit über die Grenzen Simbabwes hinaus anerkannt.

„Die Prinzipien der Agrarökologie und Permakultur ähneln stark dem Wissen und den Praktiken unserer Vorväter. Der Schutz heiliger Wälder und Bäume zum Beispiel hat nicht nur einen spirituellen Wert, sondern ist auch wichtig für die Bewahrung von lokalen Wasserkreisläufen.“ Dies erklärt Piti bei einem Fachgespräch, welches in Kooperation mit dem Weltfriedensdienst und dem Forum Umwelt und Entwicklung in Berlin organisiert wurde. „Altbewährte Landwirtschaftspraktiken erlauben es Kleinbauernfamilien mit weniger als 2 Hektar Land sich selbst zu ernähren. Der großflächige Anbau von Mais, Soja und intensive Viehhaltung nach dem US-Vorbild sind für uns keine Option! Hier profitieren nur einige Wenige, während Böden und Wasserkreisläufe über die Grenzen der Nachhaltigkeit zerstört werden.“

Wasserkrise abwenden - Permakultur und Agrarökologie bieten Lösungen

Best-Practice-Methoden wie die von Julious Piti sind unabdingbar, um die drohende Wasser- und Ernährungskrise abzuwenden. Das gilt nicht nur für den Globalen Süden, sondern auch für Deutschland, die EU, oder USA. Denn auch hier stehen Frischwasser-Ökosysteme unter zunehmendem Druck und damit besteht die Gefahr der Verwüstung ganzer Agrar-Regionen.  Nach neusten Daten der UN wird bis 2050 jeder zweite Mensch vom Wassermangel bedroht sein. 45 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts und 40 Prozent der globalen Getreideernte sind gefährdet. Diese düstere Prognose stellt der aktuelle UN-Water Report zum Status des UN-Nachhaltigkeitsziels zu Wasser und Sanitärversorgung (SDG 6).  Brot für die Welt hat den von der UN vorgestellten Bericht und Maßnahmen Katalog gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen hier kommentiert.

 

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