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Tourismusrelevante Aussagen des 5. Weltklimaberichtes

Der Tourismussektor ist von verschiedenen direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Die wesentlichsten dieser sind steigender Meeresspiegel, Versauerung der Meere, Temperaturerhöhung und Wasserknappheit. Diese führen einzeln oder in Kombination zur Zerstörung touristischer Strukturen und deren Angebote und haben dauerhafte Veränderung von Küstenlinien und zahlreicher Ökosysteme wie Mangroven oder Korallenriffe zur Folge.

 

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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Zwischen September 2013 und Oktober 2014 veröffentlicht der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) seinen fünften Sachstandsbericht. Seit April dieses Jahres liegen alle drei Teilberichte vor und bieten damit eine Übersicht des aktuellen Wissens zu naturwissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Aspekten des Klimawandels und bewertet diese aus wissenschaftlicher Sicht. Ziel des Berichtes ist es Ursachen, Folgen und Risiken des Klimawandels darzustellen sowie Möglichkeiten der Minderung des Klimawandels und der Anpassung an ihn aufzuzeigen. Dabei forscht der IPCC nicht selbst, sondern sichtet die Veröffentlichungen tausender Experten und trägt sie zusammen.

Welche Aussagen lassen sich nun hinsichtlich des Tourismussektors treffen?

Dazu hat die Cambridge University die wesentlichen tourismusrelevanten Daten des 5. Sachstandberichtes des Weltklimarates zusammengetragen. Damit gelingt es, die häufig sehr wissenschaftlichen Aussagen des Berichtes verständlich zu kommunizieren.

  1. Der Tourismussektor ist von verschiedenen direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels betroffen.
    Die wesentlichsten dieser sind steigender Meeresspiegel, Versauerung der Meere, Temperaturerhöhung und Wasserknappheit. Diese führen einzeln oder in Kombination zur Zerstörung touristischer Strukturen und deren Angebote und haben dauerhafte Veränderung von Küstenlinien und zahlreicher Ökosysteme wie Mangroven oder Korallenriffe zur Folge.
  2. Anpassungsmaßnahmen existieren zwar, sind jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden und von kurzfristigem Charakter.
    Plakatives Beispiel sind Wintersportgebiete, in denen Anpassungsmaßnahmen wie der Umzug in höhere Regionen oder der Einsatz von Schneekanonen diskutiert werden. Weitere Optionen bieten die Umstellung auf Ganzjahresangebote oder Saisonverlängerungen oder Verschiebungen dieser. Zudem werden Investitions- und Versicherungskosten im Tourismussektor künftig deutlich ansteigen.
  3. Stetig steigender Beitrag des Tourismus an den globalen Treibhausgasemissionen.
    Laut IPCC ist der Tourismus für 3,9% bis 6% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Die wesentlichsten Posten sind hierbei der Flug- und Schiffsverkehr und der Bereich der Unterbringung im Tourismus. Gehen die Entwicklungen wie bisher weiter, dann ist mit einem Anstieg der tourismusbedingten Emissionen um 130% zwischen 2005 und 2035 zu rechen.
  4. Reaktionen der Touristen auf die Auswirkungen des Klimawandels im Tourismus sind schwierig einzuschätzen.
    Kenntnisse über wahrscheinliche Auswirkungen und mögliche klimabedingte Änderungen im Tourismus liegen vor. Jedoch lassen sich Einschätzungen zu möglichen Chancen oder Risiken auf Seiten der Tourismusdestinationen und der Tourismuswirtschaft schwer abgeben.

Wie andere gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche muss sich auch der Tourismus mit dem Klimawandel auseinandersetzen. Nur so kann sich die Branche langfristig auf die neuen Herausforderungen einstellen und die nötige Widerstandsfähigkeit entwickeln. Frühwarnsysteme und Katastrophenvorsorge werden künftig an Bedeutung gewinnen.

Weitere Informationen unter: www.cisl.cam.ac.uk/Resources/Climate-and-Energy/Climate-Change-Implications-for-Tourism.aspx

 

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