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7 Billion. 1 Challenge. Count me in.

Von Sabine Minninger am
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Sabine Minninger Referentin Klimapolitik
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Emotional wurde soeben die 18. Weltklimaverhandlung (COP) der Vereinten Nationen unter der UNFCCC eröffnet. Das Abdunkeln des riesen Plenary-Saales und nur das Leuchten der Laptops und Handys trugen zu einer festlichen Atmosphäre bei. Unter dem Motto ”7 Billion. 1 Challenge. Count me in.” kommuniziert das Gastgeberland Katar die 18. COP. Bisher war von allen Golfstaaten wenig zu hören bei den letzten Weltklimaverhandlungen – entweder waren sie passiv oder haben aktiv den Verhandlungsprozess gestört. Daher ist es beeindruckend, dass zum ersten Mal eine COP in einem Golfstaat stattfindet und dieses Land sich auch seiner Verantwortung stellen möchte. Die katarische COP-Präsidentschaft ist sich dieser Verantwortung bewusst: COP-Präsident H.E. Abdullah bin Hamad Al-Attiyah sieht den Klimawandel als die schlimmste Gefährdung für die Menschheit und für eine nachhaltige Entwicklung. Er fordert die Staatengemeinschaft auf, ihn dabei zu unterstützen, eine erfolgreiche COP durchzuführen.

Zentrale Ziele seien

  • die 2. Verhandlungsperiode des Kyoto-Protokolls ratifizierbar zu machen (ursprünglich die Industrieländer, jetzt machen wohl nur noch EU, Schweiz, Norwegen und Australien mit).
  • die Bali-Vereinbarungen abzuschließen – also die Beendigung der Arbeit unter der LCA (ad hoc working group for long term cooperation). Dies bezieht alle Länder ein, auch Entwicklungsländer.
  • die Vereinbarungen von Durban (COP17) zu implementieren, namentlich der ADP-Verhandlungsstrang (die Arbeit unter der LCA, die nicht beendet wurde, sollte ein neues Zuhause in der ADP (durban platform for enhanced action) bekommen).

Mit einfachen Worten – ein globales Weltklimaabkommen soll bis 2015 verhandelt und vereinbart werden, das 2020 in Kraft treten soll. Dieses Abkommen wird unter der bei der letzten COP in Durban vereinbarten  ADP verhandelt. Bis 2020 sollen daher die Industrieländer weiterhin ihre Emissionen verpflichtend unter dem Kyoto-Protokoll reduzieren, bis schließlich ab 2020 alle Staaten weltweit mitmachen. Dramatisch ist, dass nur noch sehr wenige Länder mitmachen wollen beim Kyoto-Protokoll. Die USA haben es nie ratifiziert, Neuseeland, Russland, Kanada und Japan machen bei einer neuen Runde nicht mehr mit.

In der Eröffnungsrunde riefen sowohl die vorherige COP-Präsidentin aus Südafrika, Christina Figueres von dem UNFCCC-Sekretariat wie auch der neue katarische COP-Präsident die Vertragsstaaten auf, ambitioniert und ergebnisorientiert zu verhandeln. Katar wird beweisen müssen, ob es in der Lage ist, in den eigenen Reihen für Ruhe und Disziplin zu sorgen und die Golfstaaten zu motivieren, zu den Verhandlungen konstruktiv und nicht destruktiv beizutragen.

Konstruktive Verhandlungen mit sehr guten Resultaten wünscht sich auch UNFCCC-Direktorin Christina Figueres mit einer amüsanten Andeutung auf die chaotisch verlaufenden Abschlussrunden der letzten Verhandlungen: „Let’s make history here in Doha by finishing this COP not on Saturday or on Sunday, but actually on Friday!“

 

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