miteinander sprechen ist wichtig. Unser Denken, Handeln und unsere Entscheidungen sind aber auch stark durch Emotionen geprägt. Wie schaffen wir es, Gefühlen Raum zu geben, um bessere Zuhörer*innen zu sein? Dass dies gelingen kann, habe ich vor zwei Wochen erfahren, als ich für Brot für die Welt den Abend Starke Stimmen – Starke Welt im Theaterhaus Stuttgart mitgestalten durfte. Zentraler Bestandteil des Abends war das gemeinsame Singen mit dem Publikum, angeleitet von Musiker und Mitsingkünstler Patrick Bopp am Flügel. Es entstand eine Verbindung, die uns alle durch den Abend trug und uns durchlässiger machte für die Berichte unserer Gäste, die ihre Erfahrungen aus dem Engagement für eine gerechtere Welt mit uns teilten. Die Klimaanwältin YiYi Prue aus Bangladesch erzählte, wie sie als Teil eines Anwält*innenkollektivs beim Bundesverfassungsgericht erfolgreich einklagte, dass sich die deutsche Regierung zu mehr Klimaschutz verpflichten muss. Marcela Martino Aguilar, Menschenrechtsexpertin und -aktivistin aus Costa Rica, teilte bewegende Einblicke in die Arbeit von Aktivist*innen, die aus den USA nach Zentralamerika deportierte Migrant*innen unterstützen. Dazu zeigten sieben Vertreter*innen von Initiativen aus dem Raum Stuttgart, wie der Einsatz für eine zukunftsfähigere und menschenwürdigere Welt vor Ort ganz konkret aussehen und beginnen kann. Der eine oder die andere mag an diesem Abend gefühlt und entschieden haben, dass wir mit Zynismus oder Resignation nicht weiterkommen und es sich (doch) lohnt, sich an irgendeiner Stelle für eine gerechtere Welt einzusetzen. Andere mögen einfach nur ein bisschen beflügelter als sonst in die Woche gegangen sein. Beides ist wunderbar. Zur Inspiration noch zwei Hinweise. Am 8. März ist Frauentag. In einer Zeit, in der Influencer*innen (die traurige Wahrheit ist: auch weibliche) heranwachsenden Männern einreden, sie müssten hart sein und Frauen in die Schranken weisen, wäre es toll, wenn an dem Tag – und nicht nur dann – so viele Männer wie Frauen auf die Straße gehen würden für Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit. US-Außenminister Marco Rubio sprach auf der Münchner Sicherheitskonferenz von der „größten Zivilisation der menschlichen Geschichte“ und meinte damit die der USA und Europas. Nach diesem Vortrag empfehle ich Ihnen umso mehr die kritische Analyse meines Kollegen Daniel Belalcázar zur viel gelobten Rede des kanadischen Premiers Mark Carney in Davos in diesem Politik-Brief.
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