„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ – dieser Vers aus dem Buch des Propheten Amos zog sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. So wie Amos, der nicht mit ansehen konnte, wie die Menschen zu seiner Zeit unter Armut, Gewalt und Unterdrückung litten, und der im Glauben Hoffnung fand, seien auch wir heute aufgerufen, uns für mehr Gerechtigkeit zu engagieren und darauf zu vertrauen, dass sich die Welt zum Besseren verändern lasse, so Pfarrerin Dr. Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt, in ihrer Predigt. Dies gilt nicht zuletzt auch für das Thema Wasser. Denn obwohl sauberes Wasser die Grundlage für Leben, Nahrung und Gesundheit ist, haben mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang dazu. Das dürfen wir so nicht hinnehmen! „Kraft zum Leben schöpfen – Gemeinsam für Wasser, Ernährungssicherung und Klimagerechtigkeit“ lautet daher das Motto der 67. Spendenaktion von Brot für die Welt.
Weltweite Solidarität so wichtig wie nie
Dass Wasser nicht nur ein Segen ist, sondern auch Tod und Zerstörung bringen kann, machte Reverend James Bhagwan deutlich, der Generalsekretär der Pazifischen Konferenz der Kirchen. Er erinnerte an den Anstieg des Meeresspiegels, der insbesondere die Bewohner*innen der pazifischen Inselstaaten bedroht. Bhagwan rief die Menschen in Deutschland dazu auf, CO2-Emissionen zu reduzieren, das Klima zu schützen und die internationale Zusammenarbeit zu stärken. Und er betonte, dass die weltweite Solidarität den Menschen im Globalen Süden Kraft und Halt gebe, gerade auch in schwierigen Zeiten. Letzteres zeigte dann auch der Film über ein Projekt unserer Partnerorganisation FCOSS. Sie baut auf Fidschi sturmsichere Häuser.
Selbst aktiv werden
Hoffnungsvoll waren schließlich auch die Worte von Pfarrerin Prof. Dr. Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden. In ihrer Predigt sagte sie, sie vertraue darauf, dass Gott an die „tiefsten Punkte auf dieser Welt“ komme: „Dorthin, wo Kinder Durst haben. Dorthin, wo Land geraubt, Zukunft verbaut, Gerechtigkeit verweigert wird. Dorthin, wo Menschen sich ausgeliefert fühlen.“ Zugleich rief sie dazu, die Hände nicht in den Schoß zu legen, sondern selbst aktiv zu werden.
Den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes bildeten neben klassischen Adventsliedern wie „Mach hoch die Tür“ und „Tochter Zion, freue dich“ auch Stücke aus dem Pazifikraum und anderen Teilen der Welt. Dargebracht wurden sie vom Kinderchor der Durlacher Singschule, der Durlacher Kantorei und einigen Solist*innen. Vielen Dank an alle Beteiligten!







