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Konferenz-Dokumentation "Win-Win oder Win-Lose?"

Dokumentation der Fachtagung „Win-win oder Win-lose? Öffentlich-Private Partnerschaften in der Globalen Gesundheit“ der Deutschen Plattform für globale Gesundheit, die im November 2019 unter Beteiligung von Brot für die Welt in Berlin stattfand.

 

Von Mareike Haase am
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Mareike Haase Referentin Internationale Gesundheitspolitik
Telefon: +49 (0) 30 65211-1814 mareike.haase@brot-fuer-die-welt.de
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Globale Gesundheit hat es in den letzten 20 Jahren vom Nischendasein zu einem der zentralen Themen auf der politischen Agenda geschafft. In Deutschland zeigt sich dies unter anderem in der neu entstehenden Globalen Gesundheitsstrategie der Bundesregierung und dem kürzlich gegründeten Global Health Hub Germany. Grade aktuell in der Corona-Pandemie erhält das Thema einen erneuten Aufschwung.

Mit dem Bedeutungsgewinn von Global Health treten aber auch inhaltlich-konzeptionelle Differenzen stärker zu Tage. Diese haben wir in einer Fachkonferenz der Deutschen Plattform für Globale Gesundheit, unter Beteiligung von Brot für die Welt, näher beleuchtet.

Private Akteure in der globalen Gesundheit

Eine besondere Dynamik ist nicht zuletzt durch die wachsende Bedeutung großer, internationaler Privatstiftungen wie Bill & Melinda Gates Foundation, Open Society Foundations und Wellcome Trust entstanden, die zu wichtigen gesundheitspolitischen Akteuren geworden sind. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik, der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft und dem Umfeld der Stiftungen, haben wir das Gesundheitsverständnis der neuen Akteure beleuchtet und nach ihrer Prioritätensetzung bei der Lösung globaler Gesundheitsprobleme gefragt.

Öffentlich-Private Partnerschaften als Allerheilmittel

Am Beispiel von öffentlich-privaten Partnerschaften, die mittlerweile als Modell für die Überwindung globaler gesundheitlicher Herausforderungen staatliche und überstaatliche Ansätze verdrängen, wurden dabei mögliche inhärente Interessenskonflikte thematisiert, wie jene der Kooperation des UN Global Compact mit Nestlé oder dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria mit Coca Cola. Dieses Partnerschaftsmodell wirft grundlegende Fragen auf: Wollen Politik, Wirtschaft, Philanthropie und Zivilgesellschaft dasselbe? Welche Probleme produziert die oftmals asymmetrische Zusammenarbeit in Multistakeholder-Initiativen? Und wie ist es um deren Transparenz, Rechenschaftspflicht und Legitimität bestellt?

Öffentlich-Private Partnerschaften aktueller denn je

Die Fachkonferenz der Deutschen Plattform für Globale Gesundheit hat die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Globalen Gesundheit kritisch beleuchtet um die strukturellen Umwälzungen in Deutschland und anderswo zu thematisieren und an konkreten Beispielen aufzeigen. Heute, in Zeiten der Corona-Pandemie treten die bestehenden und auch neue öffentlich-private-Partnerschaften als wesentliche Akteure auf und es gilt immer, den Wert für die globale Gesundheit zu erfragen um am Ende dem Ziel "Gesundheit für Alle" näher zu kommen.  

Anbei finden Sie die Dokumentation der Fachkonferenz, die die Vorträge der Referentinnen und Referenten, sowie die Zusammenfassung der spannenden Diskussion enthält.