Blog-Beitrag

Corona in Zentralasien

Wir stellen die Folgen der Corona-Pandemie in Kirgisistan vor und wie unsere Partnerorganisationen darauf reagieren.

Von Charlotte Spiewok am
Charlotte Spiewok Projektkommunikation
Telefon: +49 (0) 30 65211-1934 charlotte.spiewok@brot-fuer-die-welt.de
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Die Länder im Kaukasus sind geprägt durch schwache Sozialsysteme und meist unterfinanzierte Gesundheitssysteme. Wir fördern in dieser Region fünf Projektpartner, die wiederum rund 50 kleinere Organisationen unterstützen. Alle Projektträger, die durch Brot für die Welt oder Kirchen helfen Kirchen finanziert werden, arbeiten mit marginalisierten Bevölkerungsgruppen, die durch die Corona-Pandemie zusätzlich belastet sind.

Corona in Kirgisistan

In Kirgisistan hat die Regierung den Ausnahmezustand Ende März ausgerufen, nächtliche Ausgangssperren verhängt und umfangreiche Bewegungseinschränkungen bei Tage eingeführt. Große Die kirgisischen Partnerorganisationen haben auf Onlinebetrieb umgestellt und führen so wichtige Beratungs- und Begleitungsaufgaben mit ihren Zielgruppen fort.

Nahrungsmittel sind knapp

Einige Partner wie Women’s Public Union Erayim und die Stiftung Fair & Sustainable Development Solutions (FSDS) haben bereits die verletzlichsten Familien aus ihren Zielgruppen mit den nötigsten Nahrungsmitteln versorgt. So hat FSDS im Rahmen eines durch Brot für die Welt finanzierten Projektes Nahrungsmittelpakete für 110 der ärmsten Familien seiner Zielgruppe bereitgestellt. Das Ziel des Projektes sind bessere und ausgewogene Ernährungspraktiken für Familien mit unterernährten Kindern. ERAYIM hat im Süden des Landes, der zu den ärmsten Regionen Kirgisistans gehört und die meisten der ersten Covid-19-Fälle aufwies, 64 Familien aus der Zielgruppe unterstützt, weiteren Familien möchte der Partner über externe Unterstützung Hilfe zukommen lassen.

Nach Angaben des Partners von Brot für die Welt, Center for the Protection of Children (CPC), wird die Lage von Migrant*innen aus informellen Siedlungen rund um Bischkek immer prekärer, da diese meist in informellen Beschäftigungsverhältnissen auf Märkten und Baustellen arbeitetn, welche zur Prävention der Ausbreitung von Covid-19 geschlossen wurden. CPC arbeitet online sowohl mit Eltern als auch Kindern dieser Familien weiter, um notwendige Beratungs- und Therapiegespräche weiterführen zu können. Viele Familien sehen sich nicht mehr in der Lage ihre Mieten zu zahlen und ausreichend Essen zu kaufen.

Internet ermöglicht Kontakt und Betreuung

CPC setzt sich auch bei den lokalen Behörden und dem Sozialministerium dafür ein, dass Bewohner*innen dieser Siedlungen humanitäre Hilfeleistungen erhalten. Ein Teil der Projektgelder wurde nun dazu genutzt, 45 Familien und Kindern den Zugang zum Internet zu ermöglichen, um mit ihnen weiterhin Projektaktivitäten durchführen zu können, und um alleinerziehende Eltern bei der Miete zu unterstützen. Auch in der Mietfrage ist CPC mit den lokalen Behörden im Gespräch, denn viele Familien laufen Gefahr, ihre Wohnungen verlassen zu müssen.

Corona-Pandemie hat Kirgisistan zurückgeworfen

Es zeichnet sich ab, dass auch in den nächsten Monaten und Jahren neue Herausforderungen auf unsere Partnerorganisationen zukommen werden. Bereits erarbeitete Fortschritte etwa in der Umweltpolitik und bei sozialen Fragen sind durch die drohende Wirtschaftskrise gefährdet und müssen gegebenenfalls neu mit der Regierung verhandelt werden.

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