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Malaria — kleiner Biss, große Wirkung

Heute, am 25. April 2019, findet der 12. Weltmalariatag statt. Dieses Jahr richtet die WHO ihn unter dem Motto „Zero malaria starts with me“ aus. Doch nicht nur Malaria sollte von der Öffentlichkeit beachtet werden.

Von Mareike Haase am
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Mareike Haase Referentin Internationale Gesundheitspolitik
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Malaria ist eine Infektionskrankheit, die typischerweise in den Tropen und Subtropen vorkommt. Sie wird durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragen, welche nachtaktiv ist. Das Risiko ist also besonders hoch, sich in der Zeit zwischen der Abend- und der Morgendämmerung zu infizieren. Durch den Stich werden Parasiten übertragen, die zu Malaria führen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ausgeschlossen.

Prägnant für Malaria ist das damit einhergehende akut auftretende Fieber. Da die ersten Symptome sehr unspezifisch sind (Kopfschmerzen, Fieber, Krankheitsgefühl) wird die Krankheit oft nicht schnell genug erkannt. Behandelt man Malaria allerdings nicht rechtzeitig, kann sie tödlich verlaufen. Das muss nicht sein, denn Malaria ist eine vermeidbare und heilbare Erkrankung.

Armut macht krank

Malaria, wie alle vernachlässigten Krankheiten, hängt eng mit Armut zusammen. Die prekären Lebensbedingungen im Kontext von Armut, wie mangelhafte Abwassersysteme und Wohnräume, die nicht durch Fenster oder ähnliches Schutz bieten, fördern die Verbreitung von Malaria. So brütet die Anopheles-Mücke beispielsweise in offenen Wasserstellen. Hinzu kommt, dass es den betroffenen Menschen oftmals an nützlichen Informationen und Wissen über Malaria und Präventionsmöglichkeiten mangelt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass verbesserte Lebensbedingungen und Bildung wesentliche Faktoren im Kampf gegen Malaria sind und das Potential besitzen, diese Krankheit erfolgreich einzudämmen.

Trotzdem gab es 2017 weltweit immer noch 219 Millionen Fälle von Malaria, die in 87 Ländern auftraten. 92% der Betroffenen lebten in Afrika, was diesen Kontinent als Hochrisikogebiet kennzeichnet. 435.000 Menschen mussten im gleichen Jahr an dieser Infektionskrankheit sterben, etwa 2/3 davon waren Kinder unter fünf Jahren.

Malaria ist somit eine ernstzunehmende Fiebererkrankung und ursächlich für eine Vielzahl von Krankheits- und Todesfällen weltweit. Deshalb ist es wichtig, dass die WHO mit diesem Tag auf die Krankheit aufmerksam macht und weiterhin aktiv dagegen vorgeht.

Im Schatten von Malaria — vernachlässigte Fieberkrankheiten

Allerdings liegt der Fokus so stark auf Malaria, dass zahlreiche andere Fieberkrankheiten, beispielsweise das Chikungunyafieber oder das Tsutsugamushi-Fieber, vernachlässigt werden. Auch wenn diese nicht so häufig auftreten, leiden und sterben jährlich vor allem Kinder in Afrika darunter. Kinder gelten als besonders vulnerable Gruppe, da ihr Immunsystem noch nicht komplett entwickelt und somit anfälliger ist. Wenn diese mit unspezifischen Symptomen untersucht werden, wird oftmals direkt von Malaria ausgegangen, ohne weitere Infektionskrankheiten in Betracht zu ziehen.

Ein essentielles Problem, um vernachlässigte Krankheiten wie Malaria und auch andere Fiebererkrankungen zu bekämpfen, ist das Fehlen von angemessenen Diagnosemöglichkeiten. Das führt zu Fehlbehandlungen, die Kinder leiden noch mehr und es können Medikamentenresistenzen entstehen. Diese Resistenzen verhindern, dass lebensrettende Medikamente wirken und vermeidbare Infektionskrankheiten therapiert werden können. Weltweit stellen antimikrobielle Resistenzen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar, nicht ohne Grund zählt die WHO sie zu den „Ten threats to global health in 2019“. Problematisch ist auch, dass nicht selten Malaria-PatientInnen zusätzlich eine weitere Infektionskrankheit aufweisen — wird diese nicht entdeckt, verschlimmert sich der Krankheitsverlauf.

Engagement im Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten

Diesem Problem widmete sich Professor Dr. Jürgen May vom Bernhard-Noch-Institut. Er führte unter anderem Studien zu den verschiedenen Ursachen für Fiebererkrankungen und verbesserten Diagnosemöglichkeiten in Afrika durch. So ermittelte er beispielsweise, dass bei betroffenen Kindern in Ghana neben Malaria auch häufig eine Sepsis ursächlich für Fieber ist, die durch Salmonellen ausgelöst wurde. Durch seine Arbeit verdeutlichte Prof. May, dass eine schnelle, korrekte Diagnose notwendig ist, um Fieberkrankheiten effektiv zu behandeln. Sein Team gründete daraufhin Labore in betroffenen Regionen, in denen die verschiedenen Infektionskrankheiten diagnostiziert werden können und somit die Basis für eine angemessene Therapie gegeben ist.

Für sein Engagement erhielt Prof. May deshalb dieses Jahr den Memento Preis. Dies ist eine Auszeichnung für Personen, die sich besonders im Kampf gegen vernachlässigte und armutsassoziierte Erkrankungen engagieren, auf journalistischer, politischer und wissenschaftlicher Ebene. Der Preis wird von Brot für die Welt gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen, der BUKO Pharma-Kampagne und der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe einmal jährlich verliehen.

Wir sollten den heutigen Weltmalariatag nutzen, um auch all der anderen Fiebererkrankungen zu gedenken und sie mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen!

Von Hannah Eger

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