Blog-Beitrag

Prävention gegen Naturkatastrophen

Ein Partnerschaftsprojekt das gemeinsam von der guatemaltekischen Organisation FUMEDI und der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Marl umgesetzt wird, stärkt die indigenen Bewohner_innen der Hochlanddörfer im Umgang mit Naturkatastrophen.

Von Jasmin Bergemann am
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Jasmin Bergemann Mitarbeiterin für den Partnerschaftsprojektefonds - Antragsbearbeitung Niedersachsen, Anhalt, Bayern, Bremen, Lippe
Telefon: 030 65211-1273 jasmin.bergemann@brot-fuer-die-welt.de
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Vom Umgang mit Naturkatastrophen – ein Partnerschaftsprojekt

Tagelanger Starkregen begleitet von einem Tropensturm, eingestürzte Häuser, Verletzte, Tote und keine Hilfe in Sicht, das Dorf ist von der staatlichen Versorgung abgeschnitten – mal wieder. Guatemala ist aufgrund seiner geographischen Lage häufiger als andere Regionen der Erde von Naturkatastrophen betroffen. Der Klimawandel verstärkt diese Situation, sodass Erdbeben, Tropenstürme, Starkregen und Schlammlawinen immer wieder zur Gefahr und Herausforderung für die Bewohner_innen des Landes werden. Besonders Dörfer in den abgelegenen Hochlandregionen, in denen überwiegend Indigene leben, sind dann zeitweise auf sich allein gestellt.

Genau auf dieser Realität fußt ein Projekt, dass die staatlich anerkannte NGO FUMEDI in Zusammenarbeit mit ihren Partner der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Marl (ESM) in Westfalen umsetzt. Der Partnerschaftsprojektefonds von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst hat dieses Projekt finanziell gefördert.  Zunächst lernten Interessierte unter dem Slogan „Prävention gegen Naturkatastrophen“ über drei Jahre hinweg in Trainingskursen, wie Häuser gesichert werden, an welchen Stellen Sandsäcke zu platzieren sind und wie Verletze mit einfachen Mitteln versorgt werden können. Parallel dazu wurden 30.000 Bäume als Erosionsschutz angepflanzt. Die dritte Projektkomponente umfasste die Verbreitung der Trainingshinhalte in der Lokalsprache Quiché, was durch eigens produzierte Faltblätter und Radiospots umgesetzt wurde.

In dem gemeinsamen  Auswertungsprozess zwischen FUMEDI, ESM und den Bewohner_innen der Dörfer, die die Zielgruppe des Projektes waren, brachten letztere die Idee ein, Heilpflanzen zu kultivieren, da sie wild kaum noch wachsen. Nach einer intensiven Planungsphase in der auch ein weiterer Antrag beim PPF gestellt und bewilligt wurde, begann die Umsetzung des Vorhabens. Über 200 Hausgärten wurden in Eigenleistung angelegt, um sechs Arten von Heilpflanzen als präventive und kurative Arznei wiederzugewinnen. Zur Bekräftigung der Partnerschaft fand der Anbau nicht nur in Guatemala, sondern im Rahmen eines Besuches der Partner auch in Marl statt. Aus einer gemeinsamen reichen Ernte wurde jedoch nichts.

Im Bericht über das Projekt in Guatemala an den PPF schreiben die Antragstellenden aus Marl: „Der  Regen trat erst verspätet ein, so dass die Keimung der  Heilpflanzen nicht möglich war. Bereits gepflanzt, hörte es plötzlich auf zu regnen, so dass viele Pflanzen verdorrten. Später erzeugte Starkregen Wasserströme, die Erdrutsche auslösten und in einigen Gemeinden gepflanzte Obstgärten und Heilpflanzen mit sich rissen. So wurde eine erneute Aussaat von Pflanzen erforderlich.  Als Schutzmaßnahme für die Aussaat der Heilpflanzen war es notwendig, Schutzbarrieren für die Gärten zu bauen.“ An späterer Stelle steht: „Duplizität der Ereignisse: Auch bei uns (in Marl) hat ein Starkregen die Saat unter Wasser gesetzt und zerstört, nur ein Teil (Bantam-Mais) war nicht betroffen.“ Gleiche Erfahrungen mit unterschiedlich großen Folgen.

In Guatemala gelang es durch das hohe Engagement der Zielgruppe und der Mitarbeitenden von FUMEDI sowie deren Erfahrung und Flexibilität eine ansehnliche, wenn auch verspätete, Ernte zu erzielen und zu verarbeiten.  Davon wird sich die Partnerschaftsgruppe aus Marl demnächst selbst überzeugen.

 

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