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Migration: Gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen

„Churches Witnessing with Migrants“ (CWWM; übersetzt etwa „Kirchen legen mit MigrantInnen Zeugnis ab“) so lautet der ein wenig irreführende Titel von mittlerweile jährlich stattfindenden Konsultationen zum Thema Migration, Entwicklung und Menschenrechte.

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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Gemeinsam die Rahmenbedingungen für Migration verbessern.

„Churches Witnessing with Migrants“ (CWWM; übersetzt etwa „Kirchen legen mit MigrantInnen Zeugnis ab“) so lautet der ein wenig irreführende Titel von mittlerweile jährlich stattfindenden Konsultationen zum Thema Migration, Entwicklung und Menschenrechte. Hier kommen einige Dutzend VertreterInnen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften – nicht nur christlicher Kirchen, wie der Name suggeriert -, MigrantInnen, Entwicklungsakteure und Menschenrechtsaktivisten zusammen, um die Realität der vielen Wanderarbeiternehmenden und ihrer Familien weltweit, die Gründe für erzwungene Migration und Flucht, das Schicksal von Millionen Vertriebenen besser zu verstehen. MigrantInnen teilen ihre Erfahrungen, sie gewähren Einblick in ihre Schicksale und die politischen Rahmenbedingungen, die ihre Situation prägen. Durch die Konsultationen wird einerseits ein Raum geschaffen, in dem Bedürfnisse und Recht artikuliert werden. Sie dienen andererseits dazu gemeinsame Strategien zu entwickeln, die politisch, rechtlich und praktisch zu einer Verbesserung der Lebenssituationen der MigrantInnen beitragen. Die Konsultationen ermöglichen es, Migration nicht isoliert zu betrachten, sondern einzubetten in ein umfassenderes Entwicklungsverständnis. Dieses weist weit über die Kontrolle und Steuerung von Migrationsbewegungen und über den ökonomischen Mehrwert, der durch Migrantinnen und Migranten generiert wird, hinaus. Das Entwicklungsverständnis konzentriert sich auf die einzelne Person, auf die Umstände, die sie dazu bringt, sich zur Migration zu entscheiden und die Rahmenbedingungen, die diese Menschen prägen. Es ist ein rechtebasiertes Entwicklungsverständnis, das den Menschen als Subjekt und Träger von Rechten in den Mittelpunkt rückt. „Churches Witnessing with Migrants“ ist damit auch ein Gegenentwurf zum „Global Forum on Migration and Development“ einer Staatenkonferenz, die wesentlich allgemeiner darauf abzielt, globale Migrationsbewegungen zu managen und ihren Nutzen für die Volkswirtschaften zu steigern. Seit 2009 findet die CWWM unmittelbar im Vorfeld des Global Forum on Migration and Development statt. Im Rahmen der Konsultationen sind mehrere Positions- und Forderungspapiere entstanden, die für Lobby- und Advocacyarbeit während der folgenden Staatenkonferenzen genutzt werden. Im Dezember 2016 wurde die Konsultation in Dhaka, Bangladesch abgehalten. Thematischer Schwerpunkt war, neben den UN Global Compacts zu Migration und Flucht, die Auseinandersetzung mit dem Handel von Menschen zum Zweck der schweren Ausbeutung. Fallbeispiele aus Asien, Afrika und Nordamerika verdeutlichten, dass die oft besonders verletzliche Situation von MigrantInnen grausam ausgenutzt wird und in Leibeigenschaft, Sklaverei und Schuldknechtschaft münden kann. Die Dokumentation der Konsultation wird demnächst hier verfügbar sein. nccphilippines.org/cwwm/ . Im Juni 2017 soll das Global Forum on Migration and Development in Berlin stattfinden und auch Churches Witnessing with Migrants wird sich erneut dafür einsetzen, dass Kirchen und andere religiöse Gemeinschaften, mit Menschenrechtsakteuren, Entwicklungs- und MigrantInnenorganisationen gemeinsam eintreten für rechtebasierte Migration.

 

 

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