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Zivilgesellschaft in der Friedensförderung

Am 5. Oktober 2016 veranstalteten die Plattform ZKB, das Forum Menschenrechte, der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe und das Konsortium Ziviler Friedensdienst den PeaceLab2016-Workshop „Zivilgesellschaft als Akteur zur Prävention von Gewaltkonflikten und für Friedensförderung.

Von Andreas Dieterich am
Bild von Andreas Dieterich
Andreas Dieterich Ehemaliger Mitarbeiter
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Der Workshop brachte VertreterInnen der Zivilgesellschaft aus Deutschland und aus Partnerländern, der Wissenschaft und der Bundesministerien zusammen, um Fragen nach politischen Rahmenbedingungen und Förderinstrumenten für die Arbeit zivilgesellschaftlicher Akteure nachzugehen. Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft in der Prävention von Gewaltkonflikten und der Friedensförderung? Welche politischen Herausforderungen, welche Dilemmata und Grenzen bestehen bei der Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen? Mit Blick auf die neuen Leitlinien der Bundesregierung zu Krisenengagement und Friedensförderung erarbeiteten die ExpertInnen in drei Arbeitsgruppen Empfehlungen zur Förderung von und Arbeit mit zivilgesellschaftlichen Partnern.

Die Zusammenarbeit mit der lokalen Zivilgesellschaft sei zentral für eine erfolgreiche Arbeit in der Krisenprävention, Stabilisierung und Friedensförderung, so die TeilnehmerInnen. Lokale zivilgesell­schaftliche Akteure hätten in der Regel eine einmalige Expertise und tiefergehendes Wissen zu Konfliktursachen als externe Akteure. In Friedensprozessen seien sie der Schlüssel dafür, dass die Interessen und Bedürfnisse der Bevölkerung repräsentiert und vermittelt würden. Die Bundesregierung und die deutsche Zivilgesellschaft sollten daher lokale zivil­gesellschaftliche Akteure bei ihrer Analyse des Konfliktkontextes einbeziehen und durch das Bereitstellen von Dialogräumen unterstützen, so die TeilnehmerInnen des Workshops. Die Bundesregierung könne durch Druck auf staatliche Akteure vor Ort den politischen Rückhalt für die Arbeit von Zivilgesellschaft stärken und immer wieder darauf hinwirken, dass lokale zivilgesellschaftliche Akteure in politische Entscheidungen einbezogen würden. Angesichts schwindender Handlungsspielräume („shrinking spaces“) für regierungskritisches zivilgesellschaftliches Engagement in vielen Ländern und Regionen der Welt wird eine entsprechende pro-aktive und kohärente Politik und Prioritätensetzung durch die deutsche Regierung immer wichtiger.

Mehr zur Rolle der Zivilgesellschaft in der Krisenprävention und Friedensförderung finden Sie in einer Reihe von PeaceLab2016-Beiträgen, u.a. von Christoph Bongard, Elisabeth Strohscheidt und Bodo von Borries, sowie in einer gemeinsamen Stellungnahme der Verbände zur Friedensdimension in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Den vollständigen Bericht finden Sie unten stehend zum herunterladen.

 

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