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Was hat der Klimawandel mit Diktaturen gemeinsam?

Und was sollte die Rolle der Kirchen sein in Zeiten von Diktaturen und Klimawandel?

 

Diesen und weiteren Fragen ging die internationale ökumenische Konferenz „In Zeiten der Diktatur Kirche sein, und die Verkündigung der frohen Botschaft in Zeiten des Klimawandels“ vom 29.-31. Oktober 2015 in Montevideo (Uruguay) nach.

 

Von Dr. Joachim Fünfgelt am
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Dr. Joachim Fünfgelt Referent Energiepolitik
Telefon: +49 (0) 30 65211-1054 joachim.fuenfgelt@brot-fuer-die-welt.de
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Vom 29. bis zum 31. Oktober 2015 fand im Crandon-Institut, Montevideo, Uruguay die internationale ökumenische Konferenz mit dem Thema „In Zeiten der Diktatur Kirche sein, und die Verkündigung der frohen Botschaft in Zeiten des Klimawandels“ statt. Daran haben dreizehn verschiedene Kirchen und vier ökumenische Institutionen teilgenommen, eine Delegation der Methodistischen Kirche in Deutschland sowie Brot für die Welt.

Diktatur und Klimawandel? Jedenfalls ist das eine Kombination, die nicht allzu häufig auf Konferenzen als Thema zu finden ist. Sowohl Diktaturen als auch der Klimawandel führen zu Ungerechtigkeit. In Beidem wird die Freiheit einer Mehrheit eingeschränkt. In Beidem bereichert sich eine Minderheit auf Kosten einer Mehrheit. In Beidem werden Chancen zukünftiger Generationen zerstört. In Beidem wird sich die Minderheit wehren, wenn man sich gegen die Ungerechtigkeit auflehnt. Und beides kann man leider ignorieren, bis man selbst von den Folgen betroffen ist.

Vor diesem Hintergrund hat die methodistische Kirche Uruguays dazu eingeladen, über die Rolle der Kirche in Zeiten von Diktaturen und Klimawandel zu diskutieren. Die meisten vertretenen Kirchen hatten ihre Erfahrungen mit Diktaturen machen müssen, so auch die Methodistische Kirche in Deutschland (Ost). Das Ergebnis der Diskussionen ist ein Brief an die Gemeinden der teilnehmenden Kirchen. In der deutschen Übersetzung des Briefs, die sie unten finden, heißt es unter anderem: "Unsere Verpflichtung ist der Kampf um die Wertschätzung des Lebens und der Menschenwürde, und zugleich, gemeinsam mit den jungen Menschen die Erinnerung an die Geschehnisse wachzuhalten und theologisch und biblisch neue Paradigmen für die Demokratie zu erdenken, in denen auch Gerechtigkeit, Gleichheit, Inklusion und Verteilung des Reichtums enthalten sind."

Brot für die Welt hat die Diskussionen durch Fachbeiträge zu politischen Dimensionen des Klimawandels unterstützt. Hierzu hielten die Teilnehmenden in ihrem Brief fest: "Was den Klimawandel und den Schutz unserer Umwelt angeht, darf die Kirche sich ihrer Verantwortung nicht entziehen. Sie muss daher so handeln, dass der Umweltschaden  möglichst gering gehalten wird und das Bewusstsein der eigenen Gemeinschaft für die Bedeutung dieser Themen gefördert wird. Daher empfehlen wir unseren Glaubensgemeinschaften [...] ökumenisch mit allen sozialen Kräften zusammenzuarbeiten, in dem Bestreben, auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene Einfluss zu gewinnen." Wir hoffen, dass diese Zusammenarbeit schon sehr bald Früchte trägt, wenn in Paris ein neues Klimaabkommen verhandelt wird.

Weitere Informationen zur Konferenz (auf spanisch), sowie zur methodistischen Kirche Uruguays finden sich hier: www.imu.org.uy