Blog-Beitrag

Standards in der Wirtschaft: Warum nur die Textilbranche?

Von Online-Redaktion am

Deutschland will auf dem G7-Gipfel über Standards in Wertschöpfungsketten reden und dabei besonders den Textilbereich herausgreifen. Was ist geplant? Und warum liegt der Fokus auf Textilien? Wäre es nicht wichtiger, den Agrarbereich zu beleuchten, Subventionen anzugehen und über Standards für Agrarexporte und -importe zu reden?


Prof. Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik:

Anstrengungen, Umwelt und soziale Menschenrechtstandards in Wert-schöpfungsketten mit Unternehmen möglichst verbindlich zu vereinba-ren sind sinnvoll. Genauso sinnvoll ist es natürlich, Agrarsubventionen zu reduzieren. Dies sind keine gegeneinander gerichteten Initiativen. Beide Ansätze sind wertvoll.


Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Ziel sind gemeinsame bzw. koordinierte Maßnahmen der G7 u.a. zur Schaffung von mehr Transparenz für Verbraucher in den eigenen Märk-ten, die Gründung von Multi-Stakeholder Netzwerken und die Unter-stützung von Herstellerländern durch technische Zusammenarbeit. Angesichts der großen Unterschiede zwischen den Wertschöpfungsket-ten bilden unsere Arbeiten im Textilsektor einen wichtigen Ausgangs-punkt für die Initiative. Einige der geplanten Maßnahmen, v.a. auch in den Herstellerländern, gehen aber schon jetzt weit über diesen Sektor hinaus. Selbstverständlich ist mittelfristig eine Ausweitung auf andere Sektoren geplant.


Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt:

Am besten, das eine tun und das andere nicht lassen: mit dem Textil-bereich anfangen und dann auch versuchen, in allen anderen Wert-schöpfungsketten zu möglichst verbindlichen Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards zu kommen. Und auch der Abbau von den Handel verzerrenden Agrarsubventionen – dazu zählen nicht nur die klassischen Agrarexportsubventionen, die kaum noch eine Rolle spielen – ist ein Thema, das auf die Tagesordnung gehört, wenn es um mehr Gerechtigkeit in den internationalen Beziehungen gehen soll.


Auf unserer Veranstaltung am 26. Februar

zur Rolle Deutschlands im Superentwicklungsjahr (2015) konnten aus Zeitgründen nicht alle Fragen von den drei

Panelisten – Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, DIE-Direktor Prof. Dr. Dirk Messner und Brot für die

Welt-Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel – direkt beantwortet werden. Sie haben aber alle Fragen aus dem

Publikum, die auf die Kärtchen geschrieben worden waren, im

href="http://info.brot-fuer-die-welt.de/event/super-entwicklungsjahr-2015">Nachgang schriftlich beantwortet.

 

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