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Memento-Preis für Engagement gegen vernachlässigte Krankheiten

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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Brot für die Welt vergab am 25. Feburar 2015 gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen, der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe und der BUKO Pharma-Kampagne den Memento-Preis für Engagement gegen vernachlässigte Krankheiten. Den Memento Forschungspreis 2015 erhielt die Arbeitsgruppe um Prof. Achim Hörauf vom Universitätsklinikum Bonn für die Entwicklung einer Therapie gegen lymphatische Filariose. Der Politiker Uwe Kekeritz wurde für sein Engagement für bessere politische Rahmenbedingungen im Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten geehrt. Der Memento Journalistenpreis, der dieses Jahr zum ersten Mal vergeben wurde, ging an die freie Journalistin Merle Schmalenbach.

Der Arbeitsgruppe von Prof. Hörauf ist es gelungen, ein innovatives und wirksames Therapiekonzept gegen die lymphatische Filariose, eine vernachlässigte Wurmerkrankung, zu entwickeln. Mittels einer antibiotika-basierten Therapie sowie einer verbesserten Diagnostik werden dabei nicht nur die Filarienwürmer bekämpft, sondern auch der schmerzhaften und entstellenden Elephantiasis vorgebeugt.

Uwe Kekeritz setzte sich als Vorsitzender des Unterausschusses "Gesundheit in Entwicklungsländern" in der vergangenen Legislaturperiode unermüdlich für mehr Forschungsförderung im Bereich vernachlässigter Krankheiten ein. Dabei betonte er stets die öffentliche Verantwortung, nicht nur in Deutschland, sondern auch auf europäischer und internationaler Ebene.

Die freie Journalistin Merle Schmalenbach wurde für den Artikel "Zauberberg hinter Stacheldraht" geehrt, der am 20. Januar 2014 in DIE ZEIT erschienen ist. Mit Tuberkulose behandelt der Artikel eine vor allem in Entwicklungsländern verbreitete Krankheit, erzählt dazu aber eine Geschichte aus Deutschland.

Die gesundheitlichen Bedürfnisse von Milliarden von Menschen in ärmeren Ländern werden seit langem übergangen. Diagnostika, Medikamente und Impfstoffe für Krankheiten wie Tuberkulose, Dengue-Fieber oder Malaria sind entweder überhaupt nicht vorhanden oder aber veraltet und ungeeignet für den Gebrauch in infrastrukturschwachen Gegenden. Der Memento-Preis für vernachlässigte Krankheiten soll auf diesen Notstand hinweisen. Er würdigt besonderes Engagement in Deutschland und will mehr Öffentlichkeit für Aktivitäten und Forschungsarbeiten schaffen. Dabei steht die Rolle der öffentlichen Forschungsförderung im Vordergrund. Anders als die private, kommerzielle Forschung, kann sie die Prioritäten tatsächlich nach den Bedürfnissen und nicht nach Profit setzen - damit Medikamente und Gesundheitsdienstleistungen für alle, unabhängig von der persönlichen finanziellen Situation, zur Verfügung stehen.

 

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