Blog-Beitrag

Mehr Geld von Deutschland für den Klimaschutz?

Von Online-Redaktion am

Wird Deutschland noch vor dem Gipfel in Paris deutliche Signale senden und mehr Geld für den Klimaschutz zusagen – sowohl im eigenen Land als auch zur Unterstützung der Entwicklungsländer, damit sie nachhaltiger wirtschaften und besser mit den Folgen den Klimawandels umgehen können? (Bzw. was erwarten Sie von der Bundesregierung?)


Prof. Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik:

Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie sich vor Paris deutlich dazu äußert, in welcher Größenordnung die Bundesrepublik zukünftig den anwachsenden Klimafond unterstützen wird.


Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Deutschland sieht sich in der Pflicht, ab 2020 einen Aufwuchs in der Klimafinanzierung für Entwicklungsländer auf jährlich 100 Mrd. USD gemäß den Beschlüssen von 2009 in Kopenhagen zu befördern und seinen fairen Anteil zu tragen. Dabei wollen wir im laufenden Jahr im Rahmen der internationalen Gipfeltreffen (G7, Financing for Development, VN-Gipfel zur Post-2015-Agenda) geeignete Signale auf dem Weg bis zu den Klimaverhandlungen im Dezember 2015 setzen.

Die Bundesregierung ist der zweitgrößte Geber in der Klimafinanzierung weltweit. Allein 2013 stellte sie 1,98 Milliarden für den Klimaschutz in Entwicklungs- und Schwellenländern bereit.

Bei der Erstauffüllung des Grünen Klimafonds (GCF) hat Deutschland einen Beitrag von 750 Millionen Euro zugesagt. Diese Zusage mit beträchtlicher Signalwirkung trug maßgeblich zum Erreichen eines Zusagevolumens von insgesamt über 10 Milliarden Euro bei.

Zugleich setzt sich die Bundesregierung für ambitionierte Klimaschutzziele ein und arbeitet an konkreten Klima-Initiativen im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft, die für Klimaschutzmaßnahmen und Anpassungsmaßnahmen auch private Mittel mobilisieren sollen. Auf der Ebene der bilateralen Zusammenarbeit sind dieses Jahr weitere substantielle Zusagen im Klimabereich geplant, so zum Beispiel in Indien oder Brasilien.


Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt:

Deutschland muss mit den Staaten voranschreiten, die wirklich eine ambitionierte Klimapolitik einfordern und das sind die ärmsten und verletzlichsten Staaten. Deutschland und die EU sind auch dringend auf die Unterstützung dieser Staaten für ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen angewiesen. Jedoch muss Deutschland mit der EU auch auf die Bedürfnisse dieser Länder, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind, eingehen und sie in der Erhöhung ihrer Klimaresilienz unterstützen. Das erfordert auch finanzielle Unterstützung. Um das Vertrauen der ärmsten und verletzlichsten Länder in die internationale Klimapolitik zu stärken, müssen Klimafinanzierungszusagen im Vorfeld von Paris signalisiert werden.


Auf unserer Veranstaltung am 26. Februar

zur Rolle Deutschlands im Superentwicklungsjahr (2015) konnten aus Zeitgründen nicht alle Fragen von den drei

Panelisten – Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, DIE-Direktor Prof. Dr. Dirk Messner und Brot für die

Welt-Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel – direkt beantwortet werden. Sie haben aber alle Fragen aus dem

Publikum, die auf die Kärtchen geschrieben worden waren, im

href="http://info.brot-fuer-die-welt.de/event/super-entwicklungsjahr-2015">Nachgang schriftlich beantwortet.

 

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