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G7 zu Klima: Was geht, was geht – ich sag`s dir UNkonkret

Von Sabine Minninger am
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Sabine Minninger Referentin Klimapolitik
Telefon: +49 (0) 30 65211-1817 sabine.minninger@brot-fuer-die-welt.de
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Vor dem Klimagipfel in Paris lagen große Hoffnungen auf dem Treffen der G7 im bayerischen Elmau und deren Ankündigungen zu Klimaschutz, Klimafinanzierung und der Unterstützung der ärmsten und verletzlichen Menschen gegen den Klimawandel.

Die bahnbrechenden Signale im Vorfeld von Paris sind ausgeblieben, auch wenn es einige dennoch wichtigen Ankündigungen gibt,  wie die langfristige und zukunftsweisende Vision, zu der sich die G7 ausgesprochen haben. Die G7 haben sich für eine Dekarbonisierung der Weltwirtschaft während dieses Jahrhunderts ausgesprochen. Dies ist ein klares und wichtiges Signal gegen die Zukunft der fossilen Energien. Leider ist die zeitliche Zielsetzung vage gehalten, ein Bekenntnis, dass für die Mitte dieses Jahrhundert dies eingeleitet werden muss, fehlt. Außerdem hat man damit auch endgültig das 1,5 Grad-Ziel an den Nagel gehängt. Die G7 hat auch bekräftigt, bis 2050 zwischen 40-70% der Treibhausgasemissionen einzusparen und sich hier auch eher am oberen Ende orientieren. Gefordert sind allerdings die 100% Einsparung der globalen Treibhausgasemissionen und wenn man sich die Zahlen konkret anschaut, hatten die G7 ihre Ambitionen zum Vorjahr nur um 10% gesteigert.

Unglaubwürdig bleiben diese Bekenntnisse auch mit purem Blick auf die kurzfristigen Anstrengungen zum Klimaschutz für das Parisabkommen (INDCs). Hinten und vorne reichen die sogenannten INDCs nicht um an diese langfristige Zielsetzung ranzukommen – hier muss ordentlich angepackt werden, um die Ambitionslücke zu schließen. Vor allem Japan muss ordentlich nachbessern, die doch stark als Blockierer von Klimaschutz wahrgenommen wurden.

Bemerkenswert ist die G7 initiative für Klimarisikoversicherungen. Die Vulnerabilität der ärmsten Menschen im globalen Süden wird anerkannt, das Ziel ist den Zugang für 400 Millionen Menschen zu Klimarisikoversicherungen zu gewährleisten. Dafür hat Deutschland 150 Millionen EUR auf den Tisch gelegt. Falls die Initiative so ausgelegt ist, dass sie wirklich die ärmsten und marginalisierten Bevölkerungsgruppen im globalen Süden erreicht, kann es ein ernstzunehmendes Instrument für eine faire Risikoverteilung sein. Es muss jedoch in der Implementierung verhindert werden, dass es nur dafür dient, dass globale Versicherungen sich daran bereichern können.

Die Basis für alle Maßnahmen zum globalen Klimaschutz und der Unterstützung der ärmsten Menschen im Kampf gegen den Klimawandel ist die Bereitstellung von Klimafinanzierungsmitteln – hier hat die G7 jedoch gar nichts mehr geliefert. Alte Versprechen wurden wiederholt, jedoch keine neuen und wirklich notwenigen Zusagen gemacht bzw einmal erklärt wie sie ihr altes Versprechen einhalten können. Immerhin wurde die Bundeskanzlerin Merkel von den Partnern von Brot für die Welt außerordentlich dafür gelobt, dass sie als einzige die Zusagen für internationale Klimafinanzierung verdoppelt hat. Leider konnte sie die anderen Kollegen von ihrer Maßnahme zum Nachahmen nicht überzeugen.

Sehr wichtig ist die Ankündigung der G7 sich für verbindliche Regeln für Transparenz und Rechenschaftspflicht beim Paris-Abkommen einzusetzen. Nur auf dieser Basis kann die globale Erwärmung bis Ende des Jahrhundert auf 2 Grad Celsius eingehalten werden, wenn die Möglichkeit steht auf transparenten Sockeln regelmäßig die Ambitionen nach zu verhandeln.

Alles in allem sendet die G7 wichtige Signale nach Paris, aber Angesicht der Herausforderungen des Klimawandels müssen solche Bekenntnisse wesentlich konkreter und ambitionierter werden.

 

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