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Fossil of the Day - Licht und (viel) Schatten

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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Offiziell ist heute der vorletzte Tag der Klimaverhandlungen - es wird eifrig an der Erarbeitung eines finalen Abkommens gearbeitet - und vielleicht wurden gerade deswegen nochmals alle Länder bei der Preisverleihung des "Fossil of the Day" mit einem Preis "belohnt". Neben den vielen Fossilen gab es jedoch auch einen "Ray of the Day". Doch fangen wir lieber mit den Negativbeispielen an:

Den dritten Platz hatte sich heute die Europäische Union "verdient" - zum wiederholten Male für ihr heuchlerisches und inkonsistentes Verhalten: einerseits argumentiert sie gegen Dekarbonisierung und andererseits für eine 1,5° Obergrenze für die globale Erwärmung. Möchte man letzteres ernsthaft erreichen so muss sie konsequent den Kohleausstieg betreiben und eine gerechte Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren realisieren. 

Beim zweiten Platz konnte sich keiner diskriminiert fühlen, denn keiner wurde ausgeschlossen - er ging an alle 196 Länder der COP21! Denn während des sogenannten "Comité de Paris" (einer Art Plenarsitzung aller teilnehmenden Länder unter Vorsitz der französischen COP-Präsidentschaft) gestern Abend zur Besprechung des überarbeiteten Abkommensentwurfs wurden eher kurzfristige Nationalinteressen formuliert anstatt die Chance dieser COP zu ergreifen, die Welt in eine kohlenstofffreie Zukunft mit 100% Erneuerbaren zu führen, in welcher alle Bürger dieser Erde eine sichere Zukunft haben und nicht nur womöglich die Bewohner des jeweils eigenen Landes.

Und final der erste Preis. Dieser giiiiiing aaaaaaaaaaaan ...... die EU und die Länder der sog. "Umbrella Gruppe" (Australien, Kanada, Japan, Neuseeland, Kasachstan, Norwegen, Russland, die Ukraine und USA)! Wofür? Dafür, dass sie einer Erhöhung der pre-2020 Ambitionen im Wege stehen. Würden sie das ändern müssten die LMDCs (Like Minded Developing Countries) ihr Versprechen einhalten, dass alle INDCs vor 2020 nochmals überprüft werden könnten. Dies könnte einen großen Beitrag leisten, die globale Erwärmung auf unter 2° oder idealerweise unter 1,5° zu halten. 

Nach so viel Schatten nun noch ein kleiner Lichtblick: der "Ray of the Day", welcher ausnahmsweise zusätzlich zu einem "Fossil of the Day" vergeben wurde - und zwar für: die Maldiven und Phillipinen! Als Mitglieder des Climate Vulnerable Forum hatten sie sich gestern für eine Revision der Paris-Ziele bereits in 2018 ausgesprochen, so dass diese frühstmöglich angehoben werden und so zur Einhaltung der 1,5° Obergrenze beitragen können.

Am (offiziell) vorletzten Tag der COP21 und nach fast zwei Wochen Preisverleihungen sieht die Gesamtstatistik wie folgt aus:

1) Saudi Arabien

2) USA

3) Neuseeland

4) Australien

5) Kanada

6) Norwegen

7) EU

8) Argentinien, Belgien, Dänemark, ICAO (International Civil Aviation Organization / Internationale Zivilluftfahrtorganisation, eine UN-Sonderorganisation), IMO (International Maritime Organisation / Internationale Seeschifffahrts-Organisation, eine UN-Sonderorganisation), Japan, Kasachstan, Russland, Venezuela

18) Alle (196) Länder, Türkei

Die "Sieger" dieser Statistik dürften sich ausnahmsweise nicht wirklich über ihre Platzierungen freuen. Hoffentlich ein Motivationsschub, ihre Ambitionen im positiven Sinne zu erhöhen!

 

 

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