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Deutschland muss Verantwortung für andere übernehmen

Von Ehemalige Mitarbeitende am
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Deutschland und die Industrieländer müssen spürbar Verantwortung für die Menschen auf anderen Kontinenten übernehmen. Das sagte Claudine Ahianyo-Kpondzo, West Africa Network for Peacebuilding mit Sitz in Togo, und Projektpartnerin des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt, auf dem Kirchentag in Stuttgart. Unter Applaus von 400 Zuhörerinnen und Zuhörern sagte sie beim Podium „Weltmeister oder Entwicklungsland“: „Jeder Mensch hat den gleichen Wert und die gleichen Chancen verdient.“ Sie warb auch dafür,  Frauen den Rücken zu stärken. Ahianyo-Kpondzo erinnerte an ein Sprichwort aus ihrer Heimat: „Wer eine Frau bildet, bildet eine ganze Nation.“ Denn es seien die Frauen, die sich um die Erziehung der Kinder kümmerten.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, nannte jene Bereiche, in denen Deutschland – neben dem Fußball – auch Weltmeister sei, etwa der Fleischkonsum oder der Abbau klimaschädlicher Braunkohle. Es würden allen Klimazielen zum Trotz Kraftwerke betrieben – „39 Jahre alte Dreckschleudern, die abgeschrieben sind.“ Unter diesen Voraussetzungen könne Deutschland anderen kohlereichen Ländern wie China oder Indien nicht vorschlagen, wegen des Klimaschutzes die eigene Kohle in der Erde zu lassen und nicht zu fördern.

Die führenden Industrieländer müssen nach Auffassung von Experten schnell verbindliche Absprachen im Kampf gegen Armut und Klimawandel treffen. Bei ihrem Gipfel am Wochenende auf Schloss Elmau in Bayern seien die Regierungschefs der G-7-Staaten aufgefordert, deutliche Akzente zu setzen, sagte Entwicklungsexperte Dirk Messner auf dem Podium. Der Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik in Bonn warnte: „Das Zeitfenster ist klein.“


Bis 2070 müsse weltweit kohlenstoffneutral und in Kreisläufen gewirtschaftet werden, erläuterte Messner. „Es geht um würdiges Leben in einem stabilen Erdsystem“, beschrieb er die Herausforderung auf dem Weg hin zu einer globalen nachhaltigen Entwicklung. Um sie zu erreichen, wollen sich die Vereinten Nationen (UN) im Herbst auf eine sogenannte Post-2015-Agenda einigen.

Das Engagement privater Unternehmen ist nach Auffassung von Melinda Gates entscheidend im globalen Kampf gegen Armut und Krankheiten. Innovationen von Firmen müssten für die ganze Welt nutzbar gemacht werden, etwa, um preiswerter impfen zu können, sagte die Mitgründerin der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung auf dem evangelischen Kirchentag am Freitag in Stuttgart.

Die Gates-Stiftung engagiert sich in der Entwicklungshilfe und verfügt über einen Kapitalstock von 30 Milliarden Dollar, der allerdings größtenteils nicht unter ethischen Kriterien angelegt ist. Wenn das geschehen solle, bliebe für die Manager des Fonds „im Endeffekt nichts übrig“, sagte die Frau des früheren Microsoft-Chef Bill Gates. Die Stiftung investiere deshalb „in alles außer in Tabak“.

(mit Material von EPD)

 

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