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New York: Größte Klimademo der Geschichte

Eine halbe Million Menschen weltweit haben heute ein starkes Signal an den am Dienstag in New York stattfindenden Klimagipfel gesandt, endlich entschieden gegen den Klimawandel vorzugehen. Allein in Manhattan sind mehr als 300.000 Menschen zur größten Klimademonstration aller Zeiten zusammengekommen. Sie wurden von Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon und dem neuen Klimabotschafter Leonardo DiCaprio angeführt.

 

Von Eike Zaumseil am
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Eike Zaumseil Referent Klima und Landwirtschaft
Telefon: +49 (0) 30 65211-1851 eike.zaumseil@brot-fuer-die-welt.de
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Eine halbe Million Menschen weltweit haben heute ein starkes Signal an Politik und Wirtschaft gesandt, endlich entschieden gegen den Klimawandel vorzugehen.

Allein in New York sind mehr als 300.000 Menschen zur größten Klimademonstration aller Zeiten zusammengekommen. Dazu aufgerufen hatte eine breite Koalition aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Kirchen, Gewerkschaften und der Occupy-Bewegung. Angeführt von Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon und dem neuen Klimabotschafter und Hollywood-Superstar Leonardo DiCaprio liefen hunderttausende DemonstrantInnen quer durch Manhattan.

Dort treffen sich am Dienstag Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, um ihr klimapolitisches Engagement unter Beweis zu stellen. Es ist der erste hochrangige Gipfel dieser Art seit die Klimaverhandlungen 2009 in Kopenhagen gescheitert waren. Das Ziel ist klar: nach einer langen Phase der Stagnation soll der Kampf gegen den Klimawandel wieder Chefsache werden. Die Zeit wird knapp, will man die Erderwärmung noch wirkungsvoll bremsen. Beim Weltklimagipfel Ende 2015 in Paris muss es gelingen ein neues Klimaabkommen mit verbindlichen und maßgeblichen Reduktionszielen für alle Staaten zu verabschieden. Weitere Jahre der Untätigkeit kann sich die Weltgemeinschaft einfach nicht leisten.

Dass Angela Merkel, als eine von wenigen Regierungschefs, nicht nach New York reist, ist peinlich für Deutschland und sendet in einer Phase in der die Klimaverhandlungen eigentlich neuen Wind bekommen sollen ein völlig falsches Signal.

Klar ist, dass vor allem Industrieländer ihre Emissionen drastisch reduzieren müssen. Die Menschen in New York hatten auch eine deutliche Botschaft: „Weiter wie bisher ist keine Option“. Sie forderten den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und den Ausstieg aus der umweltverschmutzenden Kohle-, Gas- und Atomverstromung. Viele protestierten gegen das Fracking, eine umstrittene und irrwitzige Methode, durch die mit Hilfe von Chemikalien ehemals unzugängliches Erdgas aus Schiefergestein gewonnen werden kann. In den USA wird Fracking bereits großflächig angewandt und auch in Deutschland soll das riskante Verfahren bald „erprobt“ werden.

Die Menschen in New York appellierten aber auch an die Verantwortung jedes/r Einzelnen, klimaschädliche Konsumgewohnheiten zu verändern. Weniger Fleisch und mehr Produkte aus biologischem Landbau sollen auf den Tisch. Das ist gut für Mensch und Klima.

Hunderte kirchliche und religiöse Gruppen machten Klimagerechtigkeit zum zentralen Thema ihres Protests. Sie erinnerten daran, dass weltweit vor allem die ärmsten Menschen unter den Folgen von Klimaveränderungen zu leiden haben. Neben der Reduktion von Treibhausgasen, müssen auch erhebliche finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um die betroffenen Menschen durch Anpassungsmaßnahmen vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Auch Brot für die Welt und das internationale kirchliche Netzwerk ACT-Alliance (Action by Churches Together) sind mit einer Delegation in New York und werden am Rande des Gipfels Veranstaltungen zum Thema Klimagerechtigkeit durchführen.

Dass gerade in den USA so viele Menschen zu einer Klimademonstration gekommen sind, ist auch ein wichtiges Signal an die dortige Regierung, die in der Vergangenheit maßgeblich für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich war. Es ist zu hoffen, dass die hunderttausenden Stimmen, die heute durch die Straßenschluchten von New York hallten, die Klimaleugner in der USA für immer übertönen werden und Präsident Obama dabei den Rücken stärken, den überlebenswichtigen Verhandlungsprozess wieder in Gang zu bringen.

 

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