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Nachhaltiges Palmöl: RSPO-Siegel bleibt unklar

Von Dr. Bernhard Walter am
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Dr. Bernhard Walter Referent Ernährungssicherheit
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Am 21.Mai haben Brot für die Welt und die VEM eine Studie zum Thema „Nachhaltiges Palmöl“ vorgestellt. In diesem Zusammenhang weist Brot für die Welt Vorwürfe des Verbandes der Biokraftstoffindustrie (VDB) zurück. Das evangelische Hilfswerk hat sich die Indikatoren und Kriterien der Zertifizierung des Roundtable on Sustainable Palmoil (RSPO) genauer angeschaut und kommt zu dem Ergebnis, dass Palmöl von Torfböden nicht den Nachhaltigkeitsansprüchen genügt. Torfböden sollten komplett von der Nutzung für Ölpalmen ausgenommen werden.

Obwohl RSPO von der EU als Zertifizierungssystem 2012 anerkannt wurde, sind die Kriterien und Indikatoren noch lange nicht perfekt, sind unklar formuliert und widersprechen sich sogar trotz der Überarbeitung durch RSPO 2013. Obwohl laut den Kriterien Bepflanzungen mit Palmöl auf Torfböden vermieden werden sollen, lassen die Indikatoren, die dieses Kriterium messen,  eine eingeschränkte Nutzung zu. Hinzu kommt, dass die Überwachung der Kriterien viele Lücken aufweist und wirksame Sanktionsmechanismen fehlen. Deshalb bekräftigt Brot für die Welt nochmals seine Forderung mehr Transparenz für Verbraucher und Verbraucherinnen über die Kriterien des RSPO zu schaffen, weil sonst die Gefahr des Etikettenschwindels bestehen bleibt.

 

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